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Neumünster Mergel-Decke für den Müllberg
Region Neumünster Mergel-Decke für den Müllberg
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07:00 06.07.2018
Von Sabine Nitschke
Foto: Betriebsleiter Wolfgang Bublitz mit einem gepressen Mergelblock: Aus diesem Material besteht die Zwischenabdeckung für die alte Mülldeponie in Wittorferfeld.
Betriebsleiter Wolfgang Bublitz mit einem gepressen Mergelblock: Aus diesem Material besteht die Zwischenabdeckung für die alte Mülldeponie in Wittorferfeld. Quelle: Sabine Nitschke
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Neumünster

"Nein, wir machen die Deponie nicht wieder auf", winkt Norbert Bruhn-Lobin ab, Geschäftsführer der SWN Entsorgung GmbH. Die alte Mülldeponie in Wittorferfeld, die im September 2014 stillgelegt wurde, erhält jetzt auch auf der Kuppe eine temporäre Abdeckung aus Mergel und Mutterboden. 750.000 Euro lassen sich die Stadtwerke diese Zwischenlösung kosten – um letztlich zu sparen.

Als Schluss war mit Müll auf der 1991 eröffneten Deponie in Neumünsters Süden, verlangte das Landesamt für Landwirtschaft und Umwelt umgehend Aktivitäten zur Abdeckung der Deponie.

"Dagegen haben wir uns vehement gewehrt, weil der Deponieberg sich noch absetzt. Die 2,5 Millimeter starke Folie für die Endabdeckung, die wir erst ab 2023 planen und für die 15 Millionen Euro zurückgelegt wurden, wäre durch die noch anhaltende Bewegung des Berges zerstört worden", schildert Bruhn-Lobin.

Durchsickerndes Regenwasser ließ die Kosten massiv ansteigen

Dann kam der vergangene regenreiche Winter. Rund 60.000 Kubikmeter Wasser sickerten in die 46 Meter hohe Deponie ein, was 250.000 Euro Gebühren ans Klärwerk kostete. Um Gasaus- und weitere teure Wassereintritte zu verhindern, beschloss man eine Abdeckung mit einer mindestens 25 Zentimeter dicken Mergelschicht, auf die Mutterboden kommt, der begrünt wird. Mit dieser Methode wurden 2008 bereits die unteren Hangbereiche abgedeckt, von denen das anfallende Wasser in die Vorfluter geleitet werden kann. Was die für sechs Hektar Deponiefläche benötigten 34.000 Kubikmeter Mergel angeht: "Beim Bau der Deponie war zu viel Mergel gekauft, dann auf dem Gelände eingelagert worden. Der ist also vorhanden", sagt Norbert Bruhn-Lobin.

Deponie soll zum Ende der Arbeiten zu 80 Prozent bedeckt sein

Anfang Juni haben die Arbeiten begonnen. Pro Tag schaffen die bullig wirkenden Dumper, die pro Fahrt 22 Tonnen transportieren und die Trecker mit etwas weniger Anhänger-Kapazität, Material für eine Fläche von rund 500 Quadratmetern auf die Deponie-Kuppe.

Dann werden 80 Prozent der Deponie bedeckt sein. Die Fachleute gehen davon aus, dass nur noch 50000 Kubikmeter Regenwasser einsickern, somit weniger Wasser zuerst von der Sickerwasseranlage und dann vom Klärwerk gereinigt werden muss. Die Endabdeckung soll an der Ostböschung beginnen.

Sabine Nitschke 05.07.2018
05.07.2018