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Plön Lärmschutz: Stadt ist unter Zeitdruck
Region Plön Lärmschutz: Stadt ist unter Zeitdruck
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07:00 16.03.2018
Von Anja Rüstmann
Foto: Auf der Ortsdurchfahrt zwischen Rodomstorstraße und Lütjenburger Straße sind in Teilbereichen beidseitig Lärmschutzwände geplant.
Auf der Ortsdurchfahrt zwischen Rodomstorstraße und Lütjenburger Straße sind in Teilbereichen beidseitig Lärmschutzwände geplant. Quelle: Anja Rüstmann
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Das sind also nicht nur die Anwohner, sondern auch die Stadt selber. Im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss am Mittwochabend wurde deshalb Druck gemacht. Mehrere private Eigentümer haben ihre Stellungnahme bereits abgegeben. Noch bis zum 26. März liegen die Pläne des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) im Rathaus aus und können von jedermann eingesehen werden.

Die Lärmschutzwände sollen nach jetziger Planung zwischen Rodomstorstraße und Lütjenburger Straße (in Richtung Eutin) links in einer Höhe von 2 bis 4,50 Metern entstehen, rechts in Höhe der Kreisvolkshochschule ist auch dieser aktive Lärmschutz geplant. Im weiteren Verlauf der B 76 sind Wände links in Höhe der Friedrichstraße bis August-Thienemann-Straße geplant, rechts ab Einmündung Ihlpohl bis zum Ende der Eutiner Straße. Mehrere Dutzend Häuser sollen passiv lärmgeschützt werden, in diesen Fällen übernimmt der Bund die kompletten Kosten für neue Fenster oder Fassaden-Renovierungen.

Nur wer gegen diese Pläne Einwände erhebt, wird im weiteren Verfahren auch gehört. Und Einwände gibt es. „Die Karten entsprechen nicht mehr der heutigen Situation, die Planungsunterlagen müssen überarbeitet werden“, sagte Wolfgang Homeyer vom städtischen Fachbereich Bauen. Schon auf den ersten Blick auf die Pläne ist zu erkennen, dass der LBV den Aldi-Neubau nicht berücksichtigt hat sondern vom alten Gebäude ausgeht. „Ob die neue Situation Auswirkungen auf andere Hausbesitzer hat, wissen wir nicht, das muss berechnet werden“, erklärte Bürgermeister Lars Winter.

Apropos Berechnung. Ausschussvorsitzender Bernd Möller (SPD) kritisierte das Berechnungsverfahren für den Schallschutz, das am Computer stattfindet und auf der zulässigen Höchstgeschwindigkeit basiert. „Die Autos fahren dort schneller und sind lauter“, sagte er. Und so kam während der Ausschusssitzung wieder einmal das Thema Rückbau der B76 auf den Tisch und wurde diskutiert. „Wir sollten die Straße vom Lärm befreien“, so auch Sabine Kauf (Grüne).

Möglichst schnell müssen jetzt die Fraktionen beraten, was sie für Einwände gegen die Lärmschutz-Pläne haben – und sie zügig mitteilen. Auch im Rathaus macht man sich Gedanken. Die nächste Ausschusssitzung findet am 18. April statt, dann wird darüber beraten. Nach der Sitzung bleiben schließlich nur fünf Tage Zeit, die Bedenken zu formulieren. Es pressiert also.

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