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Plön Das wollen die Gemeinden im Amt Selent-Schlesen investieren
Region Plön

Das sind die Investitionen im Amt Selent-Schlesen im Jahr 2022

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15:30 06.01.2022
Von Silke Rönnau
Ideen für die Ortsmitte von Selent sollen im Rahmen eines Ortsentwicklungskonzepts gesammelt werden. Die Gemeinde plant außerdem, neue Baugrundstücke und Gewerbeflächen zu entwickeln.
Ideen für die Ortsmitte von Selent sollen im Rahmen eines Ortsentwicklungskonzepts gesammelt werden. Die Gemeinde plant außerdem, neue Baugrundstücke und Gewerbeflächen zu entwickeln. Quelle: Ulf Dahl
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Selent

Ortsentwicklungskonzepte sind das beherrschende Thema im Amt Selent-Schlesen. Entweder werden neue Ideen gesammelt, wie sich die Gemeinden für die Zukunft aufstellen wollen – oder die in den Gemeinden ausgearbeiteten Projekte jetzt nach und nach umgesetzt. Dabei gibt es durchaus spannende Entwürfe. Doch eines wird auch deutlich: Das Geld wird knapper, viel Luft haben manche nicht mehr.

Neu Bau- und Gewerbeflächen in Selent

Die Gemeindevertretung Selent hat einen Aufstellungsbeschluss für die Erweiterung des Gewerbegebietes gefasst und dafür eine drei Hektar große Fläche gekauft. „Uns schwebt vor, dass wir einen Anker-Kunden finden, sodass wir die Erschließung auf ihn zuschneiden könnten“, erklärt Bürgermeisterin Sabine Tenambergen. Auch die Änderung des Flächennutzungsplans für das geplante Neubaugebiet Küsterredderkoppel gehe nun in die Abwägung. Es formiere sich allerdings Widerstand für beide Gebiete bei den Grünen, so die Bürgermeisterin.

Um den steigenden Bedarf an Kindergartenplätzen zu decken, soll an die bestehende Kita angebaut werden. 30 neue Plätze könnten so entstehen. „Das soll losgehen, sobald der Förderbescheid vorliegt“, kündigt Sabine Tenambergen an. Eine weitere Investition stehe für das neue Löschfahrzeug (LF 10) für die Freiwillige Feuerwehr auf dem Plan.

Das ganz große Projekt für 2022 sei das Ortsentwicklungskonzept, das im Frühjahr anlaufen soll. Dabei sollen neue Ideen für die Ortsmitte entwickelt werden. Gleichzeitig hofft die Gemeinde, Bürgerinnen und Bürger zu finden, die sich nicht nur für einzelne Projekte stark machen, sondern sich eventuell auch weiterhin politisch engagieren wollen.

Martensrade macht sich für Klimaschutz stark

Martensrade hat bereits ein Ortsentwicklungskonzept erarbeitet und geht jetzt in die Umsetzung. So soll bis zum Spätsommer der Umbau des Geschwister-Scholl-Hauses mit der Erweiterung für die Feuerwehr abgeschlossen werden, berichtet Bürgermeisterin Ulrike Raabe. Der Rohbau stehe bereits.

Ulrike Raabe, Bürgermeisterin von Martensrade, und Wehrführer Eitel Ruddat freuen sich über den Förderbescheid für die Erweiterung des Dorfgemeinschaftshaus-und Feuerwehrgerätehauses. Quelle: Anne Gothsch

Auch den Klimaschutz hat sich die Gemeinde auf die Fahnen geschrieben. So soll die Fernwärmeversorgung durch eine Biogas- und Holzhackschnitzelanlage weiter nach Wittenberger Passau ausgebaut werden. „Das Projekt kann starten: Über 100 Haushalte haben einen Vertrag abgeschlossen, nun ist der Planungsprozess angelaufen“, so Ulrike Raabe.

Ulrike Raabe: Kreis bremst Wärmeprojekt aus

„Nur der Kreis Plön ist mal wieder ein Bremser“, bedauert die Bürgermeisterin. Die Investoren hätten vorab mit den relevanten Personen im Kreis den Standort für das Blockheizkraftwerk und die Hackschnitzelheizung besprochen und abgeklärt, wie die Umsetzung erfolgen könne. Auch die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben gemacht, damit der Betreiber den Bauantrag starten könne.

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Doch dann habe es plötzlich eine neue Zuständigkeit im Bauamt gegeben. „Und vorab gemachte Aussagen sind hinfällig“, kritisiert sie. „Wo sind die schlankeren Behördenprozesse für die Umsetzung von Maßnahmen zur CO2-Reduzierung? Ein Projekt, das innerhalb von zwei Jahren unsere Gemeinde der Klimaneutralität ein ganzes Stück näher bringt – mit bis zu 90 Prozent Einsparung von CO2 bei der Heizwärme – , wird behindert.“

Die Gemeinde werde in den kommenden drei Jahren bei der Umsetzung des Wärmeprojekts und weiterer Projekte zur Erreichung der Klimaneutralität im Rahmen eines Sanierungsmanagements von einem Planungsbüro unterstützt. Die Bevölkerung könne sich beraten lassen, was man im eigenen Haus zur Energieeinsparung noch machen könne. „Wir sind zuversichtlich, dass noch viele kleine und größere Projekte hin zur Klimaneutralität angepackt werden.“

Fargau-Prajau plant Treffpunkt am See

Einiges will auch Fargau-Pratjau anpacken. Das wichtigste Projekt ist der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Fargau im Rahmen des Ortsentwicklungskonzeptes. Dazu soll direkt am Selenter See mit Sonnenterrassem, Liegewiesen, Aussichtspavillon und Plattform ein attraktiver Treffpunkt entstehen. „Dafür rechnen wir mit rund 150.000 Euro“, erklärt Bürgermeister Hans-Joachim Lütt.

Weitere 250.000 Euro habe man für die Erneuerung von Bürgersteigen und Straßenbeleuchtung in beiden Ortsteilen im Zuge der Breitbandverlegung eingeplant. Außerdem will sich die Gemeinde mit Blick auf die Verkehrssicherheit für einen Radweg zwischen den Ortsteilen Fargau und Pratjau einsetzen.

Gemeinden klagen über Kita-Reform

Die Gemeindevertretung von Dobersdorf hat den Haushalt noch nicht beschlossen. Große Investitionen sind aber auch nicht zu erwarten, meint Bürgermeisterin Britta Mäver-Block. „Wir müssen Gewerbesteuer zurückzahlen und durch die Kita-Reform mehr als doppelt so viel für die Kitas einrechnen.“ Einige Investitionen aus dem vergangenen Jahr seien wegen der Lieferengpässe auf 2022 verschoben worden, wie beispielsweise der Umbau der barrierefreien Bushaltestellen in Tökendorf. 2022 soll es mit dem Neubaugebiet in Tökendorf losgehen.

Auf der Fläche in Tökendorf am Ortsausgang in Richtung Probsteierhagen soll ein neues Baugebiet entstehen. Quelle: Silke Rönnau

Auch Lammershagen habe nicht viel in der Planung, sagt Bürgermeister Bernd Oelke. Die Rücklagen seien aufgebraucht, weil man im vergangenen Jahr viel Geld ausgegeben habe. Außerdem seien die Kosten für Kitas und Schule deutlich gestiegen. Ein neu gegründeter Arbeitskreis wolle sich mit dem Thema Dorfentwicklung befassen.

In Mucheln steht ebenfalls nicht viel an, erzählt Bürgermeister Wolfgang Junge. Wenn es Zuschüsse gebe, werde man mit der Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses weitermachen. Viel mehr könne man sich wegen Mehrkosten von 50.000 Euro für die Kindergärten nicht leisten. „Die Kita-Reform ist eine Mogelpackung“, kritisiert er.

Mehr Platz für Feuerwehr in Schlesen

Einen Anbau an das Feuerwehrgerätehaus plant auch Schlesen. Bei einer 75-prozentigen Förderung müsse die Gemeinde noch 40.000 Euro für die neuen Umkleideräume mit Toiletten und Duschen zahlen, so Bürgermeisterin Anja Funk.

Das Feuerwehrgerätehaus an der Alten Schule in Schlesen soll durch einen Anbau vergrößert werden. Quelle: Silke Rönnau

Das ebenfalls im Ortsentwicklungskonzept erarbeitete Seniorenwohnprojekt musste erst einmal auf Eis gelegt werden. „Das Grundstück gehört uns noch nicht.“ Außerdem habe die Gemeinde zurzeit nur noch ein Kontingent von 22 Wohneinheiten.

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