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Plön Bücherschrank besteht seit fünf Jahren
Region Plön Bücherschrank besteht seit fünf Jahren
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09:42 03.05.2019
Von Anne Gothsch
Foto: Zum fünften Geburtstag des für alle offenen Bücherschranks in Dersau galt vor allem den Initiatoren Roswitha Richter (Vierte von rechts) und Lutz Alker (Zweiter von rechts) ein großes Dankeschön, ebenso jenen, die das Projekt unterstützen, darunter Renate Busch (von links), Kathrin und Yvonne Kunert, Ellen Pomikalko, Remo Ziegler und Martine Lestrat.
Zum fünften Geburtstag des für alle offenen Bücherschranks in Dersau galt vor allem den Initiatoren Roswitha Richter (Vierte von rechts) und Lutz Alker (Zweiter von rechts) ein großes Dankeschön, ebenso jenen, die das Projekt unterstützen, darunter Renate Busch (von links), Kathrin und Yvonne Kunert, Ellen Pomikalko, Remo Ziegler und Martine Lestrat. Quelle: Anne Gothsch
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Dersau

Die Existenz des Bücherschrankes, eigentlich ein Holzhäuschen mit gefüllten Bücherregalen, ist vor allem dem Ehepaar Roswitha Richter und Lutz Alker zu verdanken, auf dessen Grundstück es auch steht. „Auf die Idee sind wir vor fünf Jahren aus einem traurigen Anlass gekommen“, berichtet Roswitha Richter. „Wegen der schlechten Haushaltslage hatte die Gemeinde damals den jährlichen Zuschuss für den Bücherbus gestrichen.“ „Das fanden wir fatal, weil der Bücherbus vor allem für ältere, mobilitätseingeschränkte Dersauer und für etliche Kinder die einzige Möglichkeit war, ein vielfältiges Angebot an Büchern und Zeitschriften zu nutzen“, ergänzt Lutz Alker. 

Ein kleiner Ort der Begegnung

Nachdem alle Bemühungen und ein Antrag der SPD-Fraktion zur Rücknahme der Kündigung gescheitert waren, sollte eine Privatinitiative wenigstens eine kleine Alternative bieten. „Andernorts waren schon ausrangierte Telefonzellen als Bücherschrank genutzt worden. Doch das schien uns alles zu eng. Uns schwebte vor, mit der Buchausleihe auch einen kleinen Ort der Begegnung zu schaffen“, erzählt Lutz Alker.

Dass ihnen das gelungen ist, bewiesen nicht nur die gut 30 Geburtstagsgäste, die teilweise sogar aus Nachbargemeinden kamen, sondern auch die beiden Gästebücher mit unzähligen Einträgen voller Dank und Anerkennung. Diese zeigen auch, dass der Bücherschrank nicht etwa nur von Einheimischen rege genutzt wird, sondern auch von Urlaubsgästen und Durchreisenden. So haben sich auch Buchfreunde aus Kiel, Hamburg oder Berlin und sogar aus Dänemark, den USA und anderen Ländern in den Gästebüchern verewigt.

Positive Resonanz

Diese positive Resonanz sei natürlich eine wunderbare Bestätigung, ebenso wie die beruhigende Gewissheit, dass Freunde und Nachbarn zur Seite stehen und helfen oder die Urlaubsvertretung übernehmen, so die Initiatoren. Besonders bedanken möchten sie sich auch bei der Buchkritikerin Ellen Pomikalko aus Kalübbe und einigen anderen Partnern, die die Buchauswahl regelmäßig durch Neuerscheinungen erweitern. „Wir haben sogar etliche Geldspenden erhalten. Die wurden für kleinere Reparaturen genutzt, vor allem aber für mein Vorlese-Projekt und Buchgeschenke für Vorschulkinder zu Geburtstagen oder zum Abschluss der Kita-Zeit“, erzählt Richter.

Mutwillige Beschädigungen habe es bisher nicht gegeben. Lediglich zwei Glasscheiben in der Tür sind bei heftigem Wind zu Bruch gegangen, wenn die Tür nicht eingehakt war. „Nur manchmal ärgern wir uns, wenn Leute ganze Kisten oder große Tüten voller alter Bücher hier abstellen. Das ist nicht der Sinn der Sache“, meint Roswitha Richter und hat dazu einen schönen Spruch parat: „Die beste Einstellung zu Büchern und zu diesem Schrank ist, dass man die Bücher nicht loswerden, sondern sie anderen zum Lesen weitergeben möchte.“

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