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Plön Platz drei und viel Spaß für Panthers
Region Plön Platz drei und viel Spaß für Panthers
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20:17 13.05.2018
Von Merle Schaack
Foto: Bein E-Ball spielen vier Spieler pro Team in zwei Halbzeiten von je zehn Minuten gegeneinander und versuchen, den kleinen Golfball so oft wie möglich ins gegnerische Tor zu befördern.
Bein E-Ball spielen vier Spieler pro Team in zwei Halbzeiten von je zehn Minuten gegeneinander und versuchen, den kleinen Golfball so oft wie möglich ins gegnerische Tor zu befördern.  Quelle: Merle Schaack
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Schwentinental

In der Himmelfahrtswoche traten die „Raisdorf Panthers“ vor heimischem Publikum gleich mit drei Teams beim Turnier an, bei dem es nicht nur um den inoffiziellen norddeutschen Meistertitel ging, sondern vor allem um ganz viel Spaß

Wenn Robin Schildknecht vorführt, wie er mit seinem Elektrorollstuhl einen Golfball Richtung Tor befördert, ist schnell klar: Wer nicht mit voller Konzentration bei der Sache ist, wird es im E-Ball nicht weit bringen. Mit wieselflinken Bewegungen steuert der 22-Jährige seinen Rollstuhl und den vorne daran befestigten Schläger. „Man führt den Ball durch die Drehung des Stuhls“, erklärt er.

Seit fünf Jahren spielt er E-Ball. Als Schüler des DRK Schul- und Therapiezentrums lernte er den Sport kennen. „Ich interessiere mich grundsätzlich für Sport, schaue auch gerne Fußball“, erzählt er.

Auch nach der Schulzeit bleiben die Spieler den „Panthers“ treu

Der Raisdorfer Kapitän Tim Stagel blickt schon auf 24 Jahre Rollstuhl-Hockey-Erfahrung zurück. Genau wie Robin sitzt er wegen einer muskulären Erkrankung im Rollstuhl. „Ich habe sofort gewusst, dass das mein Sport ist“, erzählt der 34-Jährige, der ebenfalls als Schüler mit E-Ball begann und noch immer jeden Donnerstag zum Training kommt. 

Knapp 30 Spieler gibt es bei den „Panthers“. Viele kommen aus dem Internat in Raisdorf zum Training, einige aber auch aus Kiel, Flensburg, oder Hamburg. „Es sind in den letzten Jahren mehr geworden“, erzählt Tim Stagel.

Konkurrenz aus Barmstedt und Berlin

Je nach Art der Behinderung gibt es für jeden Spieler besondere Herausforderungen. „Die Spastiker unter uns haben Probleme mit der Feinmotorik. Und wir mit Muskelerkrankungen müssen mit unseren Kräften haushalten und manchmal früher ausgewechselt werden“, erklärt Stagel. So stehen die Panthers füreinander ein und haben sich im Laufe der Jahre neben den Barmstedt Knights und dem RBC Berlin als einer der drei Top-Klubs im Norden etabliert. 

Tatsächlich schaffen es gleich zwei der Panthers-Teams ins Halbfinale, scheitern dort aber an ihren großen Rivalen aus Barmstedt und Berlin. Im vereinsinternen Spiel um Platz drei setzt sich schließlich die erste „Panthers“-Mannschaft durch. Turniersieger werden die „Rebbelz“ aus Berlin.

Zum Abschluss Party mit Freunden

Gut also, dass der sportliche Erfolg an den beiden Turniertagen nicht alles ist, das zählt. Denn auch Live-Musik und die Abschlussparty zählen zu den Highlights. Und nicht umsonst heißt es im offiziellen Fan-Song der „Panthers“: „Gebt einfach Gas, dann wird das ein toller Tag“. Ein Ratschlag, den die Raisdorfer auf jeden Fall befolgten. 

13.05.2018
Hans-Jürgen Schekahn 13.05.2018
13.05.2018