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Plön Preetzer bemalte filigran Porzellan
Region Plön Preetzer bemalte filigran Porzellan
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17:49 26.04.2019
Von Anja Rüstmann
Foto: Julia Meyer, Leiterin des Kreismuseums Plön (links), und Susanne Danz, Leiterin der Fielmann-Niederlassung Plön, freuen sich über das Kaffeeservice, das einst vom Preetzer Porzellanmaler Christian Saß bemalt worden ist.
Julia Meyer, Leiterin des Kreismuseums Plön (links), und Susanne Danz, Leiterin der Fielmann-Niederlassung Plön, freuen sich über das Kaffeeservice, das einst vom Preetzer Porzellanmaler Christian Saß bemalt worden ist. Quelle: Anja Rüstmann
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Plön

Wann genau er das Kaffeeservice verzierte, das dem Kreismuseum von einem Privatmann aus Mainz angeboten wurde, ist nicht bekannt. "Es ist schon außergewöhnlich, dass man so ein Service auf dem Markt bekommt", sagt Jürgen Ostwald, Kunsthistoriker der Fielmann AG. Und deshalb schenkt Fielmann es dem Museum.

Julia Meyer, Leiterin des Kreismuseums, ist begeistert.  Ostwald hat außerdem den Transport von Mainz nach Plön organisiert. Und da stehen jetzt die sechs Tassen mit Untertellern, Sahnekännchen, ein Zuckertopf mit Deckel und eine kleine Servierplatte.

Tassen mit ungewohnten Motiven bemalt

Susanne Danz, die die Fielmann-Niederlassung in Plön leitet, sieht sich mit Julia Meyer und Jürgen Ostwald das Service ganz genau an. Auf dem Teller ist eine Stadtansicht von Itzehoe verewigt, auf den Tassen sind es mal ein Segelboot, eine Wasserlandschaft inklusive filigranem Reiher, aber auch ein Fichtenwald und eine Berg-Ansicht. "Das sind Motive, die wir von Christian Saß so bisher nicht kannten", sagt Julia Meyer.

Am 29. Juni 1836 wurde Christian Saß in Preetz geboren, wohnte am Markt 57.  Er machte eine Malerlehre, ging sieben Jahre auf die Walz und kam 1866 zurück nach Preetz. 1877 zog er mit Frau und Töchtern nach Husum,  1879 übernahm er dort die Porzellanmalerei von Julius Grelstorff.  1894 zog es ihn nach Itzehoe, 1908 zurück nach Preetz. 1916 starb er in Kiel.

Vom Anstreicher zum wahren Künstler

Eine Karriere vom Anstreicher zum wahren Künstler. Es gibt auch Gemälde von Christian Saß, die er oft auf Blech gemalt hat. Sein Geld verdiente er aber mit der Porzellanmalerei. Ein Teller von ihm kostete damals 20 Mark. Zum Vergleich: Für eine Übernachtung in Husum wurden dereinst 4 Mark gezahlt. Für das Geschenk ans Kreismuseum, so sagt es Ostwald, hat die Fielmann AG jetzt eine vierstellige Summe hingelegt.

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