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Plön In Viehdamm lesen alle die KN
Region Plön In Viehdamm lesen alle die KN
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14:16 20.04.2018
Von Hans-Jürgen Schekahn
Foto: Beim KN Frühstück tauschen sich Fritz Junge, Silvia Walloch, Hans-Jürgen Schekahn, Marion Junge, Marlene Richter, Brar-Volkert Andres, Heinke Buhtz in fröhlicher Runde über aktuelle Themen aus.
Beim KN Frühstück tauschen sich Fritz Junge, Silvia Walloch, Hans-Jürgen Schekahn, Marion Junge, Marlene Richter, Brar-Volkert Andres, Heinke Buhtz in fröhlicher Runde über aktuelle Themen aus. Quelle: Dirk Schneider
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Högsdorf

Zum Leserfrühstück mit KN-Lokalredakteur Hans-Jürgen Schekahn und Silvia Walloch luden die Junges auch ihre Nachbarn dazu ein. Fritz und Marion Junge freuen sich, dass sie ihre Zeitung frühmorgens direkt geliefert bekommen. Früher kamen die KN erst mittags mit dem Postboten. Beide mögen die gedruckten Nachrichten am Morgen. Man genieße das von Herzen. Fritz Junge: „Egal, was in der Zeitung steht. Wir freuen uns, dass sie da ist.“

Und sie loben die Pünktlichkeit der Zulieferung. Marion Junge zu Silvia Walloch: „Es fährt keiner so leise auf das Grundstück wie sie.“ Auch Brar-Volkert Andres wundert sich, dass die Zeitungszustellerin so sanft unterwegs ist. „Haben Sie ein Elektromobil?“ Nein, so Walloch, sie traue der Reichweite der neuen Technik noch nicht. In Viehdamm lebt man ruhig. Ein Bäcker oder ein Dorfkrug wären nicht schlecht, sinniert man mit einem Schmunzeln in die Runde. Tatsächlich steuern nur die Deutsche Post und die Kieler Nachrichten die kleine Siedlung an, die aus der Nachkriegszeit stammt. Auf dem ehemaligen Gutsgelände entstanden kleine Bauernstellen vornehmlich für Flüchtlinge.

Die KN-Austrägerin bringt ihre 110 Zeitungsexemplare per Auto an den Leser. Kurz vor 2 Uhr morgens startet sie ihre Tour nach Kletkamp, Kirchnüchel, Nessendorf, Högsdorf und Kühren. Wenn sie gegen 6 Uhr morgens zurückkehrt in ihr Heimatdorf Langenhagen (bei Schönwalde am Bungsberg), liegen 75 Kilometer Liefertour hinter ihr. Wenn sie in Nachbarbezirken einspringt bei Urlaub oder Krankheitsfällen, werden es noch mehr. Aber sie macht es seit neun Jahren sehr gerne. „Ich bin stolz auf meinen Job“, sagt die alleinerziehende Mutter, die tagsüber Zeit hat für ihren Sohn.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit stehen bei ihr ganz oben. Das hat einen Grund. „Die Leser fahren viel fröhlicher zur Arbeit, wenn sie ihre Zeitung bekommen haben.“ Und die Fröhlichkeit färbe ab auf andere Menschen. Der Austräger wird zum Multiplikator ganz besonderer Art.

Heinke Buhtz fragt nach dem Schlafrhythmus. Hält man es als Austräger aus, die halbe Nacht auf den Beinen zu sein? Silvia Walloch schon. Wenn der Sohn erst in der Schule ist, hole sie am Vormittag zwei bis drei Stunden nach. „Wenn ich dann den Schlaf auch bekomme, dann läuft der Tag gut.“

Brar-Volkert Anders will vom Lütjenburger Lokalredakteur wissen, wie das so ist mit den Themen für die Zeitung. Jeden Tag eine andere Geschichte schreiben zu müssen, wäre für ihn schon eine Last. Der Januar sei der Monat, in dem es die wenigsten Termine in der Kommunalpolitik oder Vereine gibt, erzählt der Reporter. Eigeninitiative ist dann gefragt. Eine Binsenweisheit: Ein Lokalredakteur freut sich über jeden Hinweis aus der Bevölkerung zu einem Thema, das einmal in der Zeitung gestanden haben sollte. Nach fast zweieinhalb Stunden endet das leckere und reichliche Leserfrühstück im kleinen Viehdamm. Das Fazit der Gastgeber: Man habe ganz viel Neues aus dem Alltag der Zeitungsakteure erfahren.

Fotostrecke: In Viehdamm lesen alle die KN
Anja Rüstmann 20.04.2018
20.04.2018
Anja Rüstmann 20.04.2018