Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Köhn: Dauerwohnen im Wochenendhausgebiet
Region Plön Köhn: Dauerwohnen im Wochenendhausgebiet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 21.05.2019
Von Astrid Schmidt
Foto: André Hofmann (von links) mit seinen Kindern Paul und Lilly sowie Margot Chrzanowski und Stefan Saggau gehören zu einer Bürgerinitiative, die für die Umwidmung ihres Wochenendhausgebiets kämpft.
André Hofmann (von links) mit seinen Kindern Paul und Lilly sowie Margot Chrzanowski und Stefan Saggau gehören zu einer Bürgerinitiative, die für die Umwidmung ihres Wochenendhausgebiets kämpft. Quelle: Astrid Schmidt
Anzeige
Köhn

Stefan Saggau, Verena Bock, Dirk Völz, André Hofmann und Margot Chrzanowski gehören zu denen, die teilweise seit Jahrzehnten dauerhaft in dem Wochenendhausgebiet leben. Die einen wissentlich, die anderen zunächst unwissentlich, wie André Hofmann. „Man wird beim Ummelden natürlich nicht darauf hingewiesen, man fragt aber auch nicht beim Hauskauf, ob man dort auch ständig wohnen darf“, erklärte Hofmann. Auch sein Makler wies ihn nicht auf die Besonderheit hin, als er 2007 das Haus kaufte. Seine Kinder Paul und Lilly sind dort aufgewachsen, in der Jugendfeuerwehr aktiv. Dennoch: Dauerwohnen im Wochenendhausgebiet ist nicht statthaft, wie die Kreisbaubehörde den Betroffenen Ende 2017 mitgeteilt hatte. „Einige haben sogar Räumungsverfügungen erhalten“, erklärte Saggau. „Wir wollen den Zustand legalisieren und haben die Gemeinde mehrfach gebeten, das Gebiet umzuwidmen“, so Saggau. 

Keine Mehrheit für eine Umwidmung des Gebiets?

Sie beklagen, dass die Gemeinde bisher keinen Beschluss dazu gefasst habe und nicht mit ihnen rede. „Wir hören immer nur hintenherum, dass es wohl keine Mehrheit gibt für eine Umwidmung“, sagte Verena Bock. Aber sie erwarte die Unterstützung der von ihnen gewählten Gemeindevertreter. „Die Gemeinde hat es jahrzehntelang wohlwollend geduldet. Kinder wuchsen hier auf, Rentner fanden hier ihren Ruhesitz. Die Gemeinde profitierte von den Bürgern, nicht nur finanziell, sondern auch durch die Integration ins Dorfleben“, sagte Saggau. Die Bürger seien bereit, sich an den Planungskosten zu beteiligen, 5000 Euro hätten sie bereits dem Kämmerer übergeben. „Es gibt da auch eine moralische Verantwortung“, meinte Dirk Völz. 

Im April hatte es eine Informationsveranstaltung des Amtes mit Planer Oliver Kühle vom Büro B2K gegeben. „Dort wurde leider nur dargestellt, welche Hürden es bei einer solchen Umwidmung gibt“, so Saggau. Derzeit läuft eine Umfrage der Gemeinde unter den Eigentümern. Das Wochenendhausgebiet entstand vor mehr als 40 Jahren. Das Problem wurde öffentlich, als sich zwei Nachbarn zerstritten: Der eine zeigte den anderen bei der Kreisbauaufsicht an, und die musste tätig werden. Schon unter den zwei vorigen Bürgermeistern war dieses Problem präsent, die aktuelle Gemeindevertretung muss sich nun erneut mit dem Thema befassen.

Köhner Bürgermeister spricht von kompliziertem Verfahren

„Es ist ein sehr kompliziertes Verfahren, aber wir sehen die schwierige Situation für die Bürger, vor allem für die Älteren“, sagte Bürgermeister Alwin Leber auf Nachfrage. Der Planungsprozess sei in Gang gesetzt und nun müssten die Vorgaben der Landesplanung abgearbeitet werden. Dazu zähle auch die im April erfolgte Information der Bürger. Im nächsten Schritt solle die Umfrage zeigen, wie viele Eigentümer diese Umwidmung wünschen. 

Er bezeichnete den Birkenweg als „außergewöhnlich“ im Vergleich zu anderen Wochenendhausgebieten und räumte ein, dass bereits viele Voraussetzungen wie Straßenbreite, Ver- und Entsorgung, gegeben seien, um aus dem Wochenendhaus- ein Wohngebiet zu machen.

„Die Gemeinde hat damals weitsichtig geplant“, so Leber. Er beklagte auch, dass Planungs- und Melderecht nicht miteinander korrespondierten. Das größte Problem aber sei die Landesplanung. „Mit der Umwidmung würden wir unser gesamtes Wachstumskontingent bis 2030 ausschöpfen.“ Er könne derzeit nicht sagen, ob sich eine Mehrheit dafür finden würde, so der Bürgermeister.

Weitere Nachrichten aus dem Kreis Plön lesen Sie hier.

Hans-Jürgen Schekahn 20.05.2019
Silke Rönnau 24.05.2019
Plön Feuerwehr Hohenfelde 1944 - Gefährlicher Einsatz in Bombennächten
Hans-Jürgen Schekahn 20.05.2019