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Plön Kleine Papiertheater kommen groß raus
Region Plön Kleine Papiertheater kommen groß raus
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07:02 21.04.2018
Von Silke Rönnau
Foto: Barbara und Dirk Reimers haben ihre umfangreiche Sammlung von Theatern, Kulissen, Figuren, Modellen und mehr - darunter dieses Theater mit einem Bühnenbild von Picasso - für eine Dauerausstellung im Museum Preetz zur Verfügung gestellt. 
Barbara und Dirk Reimers haben ihre umfangreiche Sammlung von Theatern, Kulissen, Figuren, Modellen und mehr - darunter dieses Theater mit einem Bühnenbild von Picasso - für eine Dauerausstellung im Museum Preetz zur Verfügung gestellt.  Quelle: Silke Rönnau
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Preetz

Zwischen den Säulen steht eine Frau im hellen Gewand neben Palmen und bunter Blumenpracht auf einem Mosaikfußboden. Ein Hund bellt ein Paar in einem Salon mit roten Vorhängen an. Der Besucher sollte Zeit mitbringen, denn im Obergeschoss des Museums gibt es jede Menge zu entdecken, darunter auch Gebäude und sogar Stadtmodelle aus Papier.

Schätze im Dachgeschoss

Unter den Dachschrägen lagerte über Jahre die umfangreiche Sammlung des Ehepaars Reimers, das vor 30 Jahren auch das Preetzer Papiertheatertreffen als mittlerweile weltweit größte Veranstaltung dieser Art gründete. „Wir sind die Welthauptstadt des Papiertheaters, aber die Möglichkeiten, diese Schätze genauer zu betrachten, waren sehr begrenzt“, erklärt Bürgermeister Björn Demmin bei der offiziellen Einweihung. Die Stadt als Hauseigentümer habe deshalb nach einer Begehung mit der Brandschutzaufsicht des Kreises rund 9000 Euro investiert, um die Lager- in Ausstellungsräume umzuwandeln.

Über 100 Theater sind inzwischen in ihrem Besitz, von denen rund 50 bis 60 auf einmal gezeigt werden können, erzählt Dirk Reimers. Er und seine Frau sammeln nicht akribisch oder suchen gezielt nach bestimmten Modellen, sondern nehmen alles, was sie finden können – Hauptsache, die Theater wurden auch bespielt. Teilweise sind sie schon arg ramponiert. Doch repariert wird wenig: „Wir zeigen, dass sie benutzt worden sind.“ Sie wollen auch Privatvorführungen geben. Dafür wurde ein Theatersaal für maximal 16 Zuschauer im ersten Stockwerk eingerichtet.

Viele Theater brannten nieder

Zu sehen sind auch Besonderheiten wie das von Picasso gestaltete Bühnenbild. Viele Theater fielen früher den Flammen zum Opfer - was daran lag, dass sie mit Kerzen beleuchtet wurden. Oder an feurigen Vorführungen, wenn zum Beispiel beim „Freischütz“ die Kugeln in der Wolfsschlucht gegossen wurden und es dabei plötzlich eine Explosion gab.

Öffnungszeiten des Museums Preetz, Mühlenstraße 14: mittwochs, sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Informationen zu Sonderführungen oder Aufführungen bei Dirk Reimers, Tel. 04342/2346, E-Mail: dirk.reimers@pollidor.de

Im Museum Preetz ist ab sofort eine Papiertheater-Dauerausstellung mit über 100 Bühnen zu sehen.
Hans-Jürgen Schekahn 20.04.2018
Anja Rüstmann 20.04.2018
20.04.2018