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Plön Der Schwentine geht das Wasser aus
Region Plön Der Schwentine geht das Wasser aus
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09:40 09.08.2018
Von Silke Rönnau
Foto: Der Preetzer Umweltamtsleiter Jan Birk blickt auf die kleine Messstation unterhalb der Brücke, die den Wasserstand der Schwentine misst.
Der Preetzer Umweltamtsleiter Jan Birk blickt auf die kleine Messstation unterhalb der Brücke, die den Wasserstand der Schwentine misst. Quelle: Silke Rönnau
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Preetz

 „Das Land hat ein ganzes Netz von Messstationen“, berichtet der Preetzer Umweltamtsleiter Jan Birk. Die Ergebnisse werden seit 1970 weitergefunkt und im Internet veröffentlicht. Die Messstation in Preetz steht unscheinbar zwischen den beiden Brücken in der Schwentine- und der Lange Brückstraße.

Bei den Messungen (immer ab Normalnull, damit die Ergebnisse vergleichbar sind) liegt das mittlere Niedrigwasser bei 1883, der normale Mittelwert bei 1918 und das mittlere Hochwasser bei 1966 Zentimetern. Der Höchststand mit 2013 Zentimetern wurde am 28. Februar 2002 erreicht.

"Wasserstand sinkt noch weiter"

Schon früher wurden Daten an der Schwentine gesammelt. Bereits ab 1888 wurde drei Jahre lang gemessen. „Allerdings wissen wir nicht, auf welche Höhe man sich damals bezogen hat“, erzählt Birk. Weitere Erhebungen gab es von 1935 bis 1969 mit Unterbrechungen. Dabei wurde am 15. Dezember 1959 der niedrigste Wasserstand überhaupt mit 1872 Zentimetern festgehalten. „Der Wasserstand wird auch jetzt noch weiter sinken“, prophezeit Birk.

Alle Schotten dicht am Großen Plöner See

Es sei nicht damit zu rechnen, dass die Schwentine in den nächsten Tagen „aufgefüllt“ werde, meint Birk. Der große Plöner See habe ebenfalls deutliches Niedrigwasser. „Dann machen sie dort alle Schotten dicht, um die Seeschifffahrt weiter zu ermöglichen.“

Fische und Muscheln sterben

Die Muschelbänke am Uferrand sterben ab und stinken. Carsten Pusch vom Nabu hat bei einer Kanutour jüngst in Preetz bereits tote Fische gesehen – vom Wels mit einer Länge von 1,20 Metern über den Barsch bis zum dreistachligen Stichling. Die Ursache könne er natürlich nicht genau sagen, vermutet sie aber bei dem extremen Wetter. „Und es wird nicht besser, wenn sich nicht bald ein Wetterumschwung anbahnt.“

Fischerei in Eutin schon eingestellt

Das Wasser heize sich schneller auf, und von den Seen komme nur warmes Oberflächenwasser nach, erklärt Sabine Schwarten, Landesvorsitzende der Binnenfischer und Teichwirte, die die Eutiner Gewässer befischt.  „Wir brauchen dringend kühleres Wetter und vor allem Wind“, sagt sie. Sie selbst habe die Fischerei zurzeit eingestellt. „Bei dem Niedrigwasser bedeutet es zusätzlich Stress für die Tiere, wenn sie in der Reuse sind – das muss nicht sein.“

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