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Plön Das Loch im Plöner Haushalt wird kleiner
Region Plön

Plön: Nachtragshaushalt verabschiedet - Loch im Haushalt wird kleiner

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06:30 17.12.2021
Von Anja Rüstmann
Im Plöner Rathaus werden keine schwarzen Zahlen geschrieben. Aber der Fehlbedarf im aktuellen Haushalt verringert sich um fast 1,9 Millionen Euro.
Im Plöner Rathaus werden keine schwarzen Zahlen geschrieben. Aber der Fehlbedarf im aktuellen Haushalt verringert sich um fast 1,9 Millionen Euro. Quelle: Anja Rüstmann
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Plön

Der Stadt geht es finanziell alles andere als gut. Normalerweise wird im Dezember der Haushalt für das kommende Jahr beschlossen. Dieses Jahr ging es erstmal um einen Nachtragshaushalt. Und der hat eigentlich gute Nachrichten. Bedeutet nicht, dass Plön im Geld schwimmt. Im Gegenteil. Es muss gespart werden. Und so entbrannte beispielsweise in der Ratsversammlung eine Diskussion, ob der Stellenplan fürs Rathaus ausgeweitet wird um drei Stellen.

Die gute Nachricht des Nachtragshaushaltes, der Mittwochabend auch einstimmig beschlossen wurde, lautet: Der Fehlbedarf des laufenden Haushaltsjahres reduziert sich um fast 1,9 Millionen Euro von 3,2 Millionen auf „nur“ noch gut 1,3 Millionen Euro. Ein ordentlicher Batzen.

Höhere Steuereinnahmen als gedacht

Einen Großteil der Rechnung macht die Gewerbesteuer aus, die 700.000 Euro mehr in die städtischen Kassen spült. Bei der Zweitwohnungssteuer steigt die Einnahme um 25.000 Euro. Voraussichtlich 247.400 Euro mehr gibt’s beim Gemeindeanteil der Einkommenssteuer und 31.600 Euro bei der Umsatzsteuer.

In den vergangenen Wochen hat die Stadt eine Fehlbetragszuweisung des Landes in Höhe von 182.200 Euro für das Defizit des Jahres 2018 verbuchen können. Und voraussichtlich 40.000 Euro mehr nimmt die Stadt dieses Jahr an Parkgebühren ein. Weil der Parkplatz an der Badestelle Fegetasche und der Prinzeninsel-Parkplatz seit Mai gebührenpflichtig sind, aber auch weil Plön mehr autofahrende Besucher hatte als gedacht. In diesem Zusammenhang freut sich die Stadt über ein 10.000 Euro-Plus bei den Verwarn- und Bußgeldern.

PlönBad bringt nur 50.000 Euro ein

Das PlönBad macht dagegen mehr Miese als eh schon befürchtet, was daran liegt, dass die Besucherzahl pandemiebedingt begrenzt wurde. 2019 konnten noch 295.000 Euro im PlönBad eingenommen werden. Für 2021 rechnete die Verwaltung eigentlich mit 80.000. Tatsächlich werden es wohl 50.000 – weil das Bad so lange geschlossen war. Derzeit sind zwei Stellen im Bereich der Fachangestellten für Bäderbetriebe nicht besetzt worden, um weitere finanzielle Belastungen abzufedern. Dadurch mussten aber auch die Öffnungszeiten eingeschränkt werden.

Einige Ausgaben reißen weitere Löcher in die Stadtkasse. Das in die Jahre gekommene Blockheizkraftwerk im Plönbad ist ausgefallen. Eine Reparatur wäre teuer, die Lebensdauer dennoch begrenzt. Die Verwaltung empfiehlt, ein neues Blockheizkraftwerk zu planen. Die Rodomstorstraße soll nun Fahrradstraße werden und die Feuerwehr braucht einen neuen Mannschaftstransportwagen.

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Der Haushalt 2022 wird vermutlich in der ersten Hälfte des neuen Jahres aufgestellt, beraten, abgestimmt und beschlossen. Dass Plön weiter sparen muss, ist unbestritten. Kritisch beäugt wurde deshalb von der Ratsversammlung der erste Nachtrag zum Stellenplan der Stadtverwaltung. Die Verwaltung soll um drei zusätzliche auf etwas mehr als 83 Stellen ansteigen.

André Jagusch, Fraktionsvorsitzender der CDU, erklärte gleich zu Beginn der Beratung, dass die CDU da nicht zustimmt. Er sprach von „fortlaufender Stellenmehrung“ und dass „es aus dem Ruder läuft“. Bevor Plön die Verwaltung von Ascheberg und Bösdorf vor einigen Jahren übernahm, gab es knapp 70 Stellen in der Stadtverwaltung. Mit den beiden Nachbargemeinden wurden es 81. Jetzt – obwohl Ascheberg die Verwaltungsgemeinschaft verlassen hat – geht es hoch auf 83.

Tiefbau-Stelle ist auch ein Wunsch der Bösdorfer

Also wurden von den Politikern und der Verwaltung die Stellen genauer angeschaut. Die IT musste aufgestockt werden. Die Kämmerei bekommt immer mehr Arbeit. Aber was hat es mit der Stelle im Tiefbau auf sich? Zahlreiche Maßnahmen in Plön und Bösdorf seien aufgelaufen. Außerdem gehe der Teamleiter 2023 in den Ruhestand. Das vierköpfige Team solle also nicht wirklich um eine Stelle aufgestockt werden, sondern nur schon etwas früher für die Nachfolge von Martin Köpke ausgerüstet werden.

Jagusch vertrat die Meinung, es müssen dann eben Prioritäten gesetzt werden. Eine anderthalbjährige Einarbeitungsphase für eine Nachfolge sei definitiv zu viel. „Einen Ingenieur in der jetzigen Zeit zu bekommen ist schwer“, sagte Bürgermeister Lars Winter (SPD) dagegen. Vor dem Sommer oder Herbst werde das nicht gelingen. Zu fünft sei das Team dann nur noch wenige Monate, nicht anderthalb Jahre. „Es liegt nicht daran, dass wir nicht arbeiten wollen. Wir bekommen nur immer mehr Aufgaben“, warb Winter für Verständnis für die Verwaltung.

Da die Gemeinde Bösdorf sich an der Stelle für den Tiefbau finanziell beteiligen wird – die Höhe wird noch verhandelt –, stimmte die Ratsversammlung dann bei den Nein-Stimmen von CDU und Detlef Erdtmann (FWG) sowie einer Enthaltung von Carsten Gampert (FWG) mehrheitlich für den Stellenplan.

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