Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Postamente zurück in Plön
Region Plön Postamente zurück in Plön
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 10.09.2018
Von Anja Rüstmann
Foto: Zurück in der Nische des Blauen Kabinetts im Prinzenhaus: eines der hölzernen Postamente, die von der Jugendbauhütte Lübeck restauriert wurden.
Zurück in der Nische des Blauen Kabinetts im Prinzenhaus: eines der hölzernen Postamente, die von der Jugendbauhütte Lübeck restauriert wurden. Quelle: Anja Rüstmann
Anzeige
Plön

Das Lustschloss wird längst Prinzenhaus genannt, weil Kaiser Wilhelm II. das Gebäude für seine Söhne nutzte und ausbaute. Die Nischen im Blauen Kabinett gibt es aber noch. Zum Tag des Denkmals wurden die Postamente am Sonntag genau dort der Öffentlichkeit präsentiert. Für Silke Hunzinger, Vorsitzende des Prinzenhaus-Vereins, sind sie eine kleine Sensation. „Wir freuen uns riesig“, sagt sie.

Sie sind aus Eichenholz, reich verziert und hatten einstmals schwer zu tragen. Auf den Postamenten standen Marmorbüsten. Im Marmorkabinett symbolisierten die weiblichen Plastiken die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, im Blauen Kabinett versinnbildlichten sie die vier Jahreszeiten. Irgendwann landeten vier Postamente mit den Büsten im Rittersaal des Schlosses, die vier anderen gingen verloren. Aus dem Schloss kamen zumindest die Säulen 1952 ins Landesmuseum Schloss Gottorf – allerdings ins Magazin. Die Büsten sind verschollen.

Aus Gottorf sollten jetzt die Säulen als ständige Leihgabe ins Prinzenhaus zurückkehren. Die Jugendbauhütte Lübeck der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bekam den Auftrag zur Restauration. „Das ging schneller, als ursprünglich gedacht“, erzählt Silke Hunzinger. Im Sommer wurden sie angeliefert. „Wir waren sehr überrascht.“ Aber eben auch hocherfreut.

An der Restaurierung unter Anleitung von Alexander Kuhn waren unter anderem Janis Brunck, Ruby Winter und Fiona Radon während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres beteiligt. Die drei jungen Frauen erklärten Sonntag im Prinzenhaus, was mit den Postamenten gemacht wurde. Holz war weggebröckelt, die weiße Farbe hatte gelitten, der Holzwurm hatte sich gütlich getan. Die Säulen wurden gereinigt, die Schädlinge in der Wärmekammer vernichtet. „Wir haben verschiedene Farbschichten freigelegt“, berichten sie. „Wir hätten den Urzustand wieder herstellen können“, sagt Janis Brunck, „dann hätten sie ausgesehen wie neu.“ Entschieden haben sie sich, den Ist-Zustand präsentierbar zu machen, damit die Postamente als historische Objekte erkennbar bleiben.

Anja Rüstmann 09.09.2018
Signe Hoppe 09.09.2018
Anja Rüstmann 09.09.2018