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Plön 8 Uhr – Start ins Kindergarten-Abenteuer
Region Plön 8 Uhr – Start ins Kindergarten-Abenteuer
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07:40 04.07.2019
Von Signe Hoppe
Die Frischlinge vom Naturkindergarten Wühlmäuse starten ab acht Uhr mit Begeisterung in einen Tag voller Abenteuer und Erlebnisse: Jutta Schack-Juhlke (von links), Jonna, Thilda, Toni, Louisa, Hanna, Greta, Johann, Jonas, Charlotte und Lisbeth.
Die Frischlinge vom Naturkindergarten Wühlmäuse starten ab acht Uhr mit Begeisterung in einen Tag voller Abenteuer und Erlebnisse: Jutta Schack-Juhlke (von links), Jonna, Thilda, Toni, Louisa, Hanna, Greta, Johann, Jonas, Charlotte und Lisbeth. Quelle: Signe Hoppe
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„Wir sind schon im Ferienmodus“, sagt Kindergartenleiterin Jutta Schack-Juhlke und erklärt: „Alle kommen langsamer, und viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Fahrrad.“ Schafe grasen in der Nachbarschaft, drei Pferde kommen neugierig an den Zaun. Jonna nimmt Charlotte (4) an die Hand und hilft ihr beim Balancieren. Die Sechsjährige gehört zu den „Überläufern“, so heißen die ältesten Kinder bei den „Frischlingen“, die nach den Ferien eingeschult werden. Bei den Wühlmäusen helfen die Großen den Kleinen, denn gegenseitige Hilfe und Unterstützung ist in der Natur unabdingbar. Während immer mehr Eltern und Kinder eintrudeln, wird schon gespielt und entdeckt. Ein Grashüpfer, eine Erdhummel, eine tote Maus. Die wird beerdigt. Ein Kind legt einen schönen Stein auf das Grab. „Wenn die Eltern ihre Kinder bei uns abgeben, dann geben sie sie uns in die Hand“, erklärt Jutta Schack-Juhlke das morgendliche Ritual. „Kind abklatschen, Eltern die Hand geben, das ist wichtig. Mit dieser Verbindlichkeit übernehmen wir die Aufsicht.“ Handgeben sei ein Ritual, was Menschen können sollten, so die Diplomsozialpädagogin.

Das Zeitfenster fürs Bringen ist eine halbe Stunde. Die Wühlmaus-Eltern sind untereinander gut vernetzt, wissen Bescheid, wo der Treffpunkt ist. An diesem Vormittag ist er im Castöhlenweg in der Nähe des Lanker Sees. Schließlich sind alle da, Rucksäcke werden geschultert und los geht’s. Warum kein Kind auf dem Weg verloren geht? „Regel Nummer eins: Man darf nur so weit gehen wie man einen Erwachsenen hören und sehen kann“, weiß Jonna. „Und wenn man weiter weg will, muss man einem Erwachsenen Bescheid sagen und ihn mitnehmen.“

Morgenkreis unterm Kirschbaum

„Heute wollen wir Kirschen essen“, ruft die kleine Luisa und Kinderbeine rennen durch das hohe Gras. Ziel: ein Kirschbaum auf der Streuobstwiese. Ein schöner Platz für den Morgenkreis. Mit dem Begrüßungslied werden alle in der Runde mit Namen genannt. Dann wünschen sich die Kinder ein Singspiel. Hanna Wollmann hat nach zehn Wochen ihren letzten Praktikumstag im Rahmen ihrer Erzieherausbildung. Die 21-Jährige war selbst als Kind im Waldspielkreis der Wühlmäuse. Gemeinsam mit den Kindern zählt sie die Anwesenden durch. Lasse rechnet und hält vier Finger hoch: „So viele fehlen heute.“ Gemeinsam finden die Kinder heraus, wer zu Hause geblieben ist. „Man wird ausgeglichener im Wald“, zieht Hanna ein wenig schwermütig ihr Resümee. „Und man muss bereit sein, sich auf neue Situationen einzustellen. Das bringen Natur und Wetter mit sich.“

Kirschen in der Hosentasche

Endlich Kirschen pflücken. „Wer kann da rankommen?“, fragt Erzieherin Isabell Freyer, denn die Kletterregel besagt: Wo man raufkommt, kommt man auch wieder runter. Also muss Jahrespraktikant Mika Degen hinauf. Auch er hat bald seinen letzten Tag, möchte dann Elektrotechnik studieren. „Ich habe im Umgang mit den Kindern viel gelernt und bin an den Herausforderungen gewachsen“, sagt der 20-Jährige und schwingt sich mit einem Lachen in die Äste. Dann regnet es Kirschen und die Kinder müssen sie nur noch in ihre Mützen sammeln. Nur Jonas steckt die süßen Früchte in seine Hosentasche. „Das ist aber schlecht“, wird er geneckt. Neun Uhr. Kirschensatt werden die Rucksäcke geschultert. Ziel ist der Lanker See. Alle haben Badesachen dabei. Ein herrlicher Start in den Kindergartentag.

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