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Plön Frauen streiken für mehr Rechte
Region Plön Frauen streiken für mehr Rechte
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16:35 01.03.2019
Von Silke Rönnau
Foto: Die Preetzer Gleichstellungsbeauftragte Yvonne Deerberg (rechts) und ihre Kreis-Kollegin Sonja Reese-Brauers rufen symbolisch zum „frauen*streik“ auf.
Die Preetzer Gleichstellungsbeauftragte Yvonne Deerberg (rechts) und ihre Kreis-Kollegin Sonja Reese-Brauers rufen symbolisch zum „frauen*streik“ auf. Quelle: Silke Rönnau
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Preetz

Bisher gab es zu den Frauentagen nur regionale Aktionen, diesmal wird bundesweit zum "Frauen*streik" aufgerufen. Rund um die Marktuhr in Preetz wurden mehrere Kleiderständer aufgestellt, an denen die Plakate mit der Aufschrift „Bitte nicht stören! Ich streike“ im Wind wehen.

Arbeitsutensilien an den Kleiderständer hängen

In den kommenden Tagen lädt Yvonne Deerberg andere Frauen dazu ein, für einen symbolischen Streik Arbeitsutensilien aus der bezahlten Berufstätigkeit, aber auch aus der unbezahlten Arbeit dazu zu hängen. Das könnten Aktentaschen sein, aber auch Gummihandschuhe.

Wenn Putzlappen, Spülbürsten oder Gummihandschuhe am Kleiderständer hängen, reduzieren sich die Frauen dann nicht selbst auf genau diese Tätigkeiten? „Nein, wir wollen darauf aufmerksam machen, dass Frauen immer noch diejenigen sind, die zu 70 Prozent im Haushalt arbeiten, die Eltern pflegen und sich um die Kinder kümmern“, erklärt sie.

Weniger Aufstiegschancen im Beruf

Mit der Aktion soll den Frauen bewusst gemacht werden, dass sie diejenigen seien, die den größten Teil leisteten und gleichzeitig im Beruf weniger Aufstiegschancen hätten. „Wir können nicht darauf warten, dass die Männer uns helfen, sondern das muss aus unserer Stärke kommen, die wir ja haben – sonst würden wir all das nicht wuppen können“, betont Yvonne Deerberg.

Yvonne Deerberg hofft auf einen Ruck

Der Internationale Frauentag werde zum mittlerweile 108. Mal gefeiert. Die anfängliche große Bewegung sei mit der Zeit langsam eingeschlafen. Doch im vergangenen Jahr seien Millionen von Frauen in Spanien und auch in Polen auf die Straße gegangen und hätten für mehr Gerechtigkeit gekämpft. „Ich würde gerne erleben, dass auch in Deutschland so ein Ruck kommt.“

Die Kleiderständer sollen bis zum Montag, 11. März, stehen bleiben. Am Freitag, 8. März, ist der Marktplatz in Preetz Treffpunkt für alle, die gemeinsam um 15 Uhr mit dem Zug nach Kiel zur Protestkundgebung fahren wollen. 

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