Reiten in Wisch: Mit den Pferden an den Strand
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Reiten in Wisch: Mit den Pferden an den Strand

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13:51 20.10.2020
Von Nina Janssen
Reiten am Strand: Juliane und Markus Noll aus Bad Camberg in Hessen erfüllen sich in ihrem Urlaub an der Ostsee einen Traum.
Reiten am Strand: Juliane und Markus Noll aus Bad Camberg in Hessen erfüllen sich in ihrem Urlaub an der Ostsee einen Traum. Quelle: Nina Janssen
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Wisch

Sie sind wieder zu sehen: Reiter, die mit ihren Pferden die leeren Sandstrände entlang galoppieren. Die Weite, das Meer, und die majestätischen Tiere in der unberührten Natur bieten einen herrlichen Anblick. Von Oktober bis März ist das Reiten an Ostseestränden erlaubt, soweit eine Gemeinde nichts anderes bestimmt. In Laboe und Schönberg zum Beispiel ist der Strand erst ab November für Pferde zugelassen.

Auch für Urlauber ist das Ausreiten an den Strand ein besonderes Erlebnis. Juliane und Markus Noll aus Bad Camberg in Hessen wollten die Ostsee einmal auf dem Rücken eines Pferdes erleben und haben sich dafür eine Woche lang mit ihrem Hund auf dem Ferienhof in Wisch einquartiert.

Wiedereinstieg und neue Leidenschaft

Zweimal am Tag bietet Kai Mielsch als Reitbegleiter Ausritte an. Fünf Reiter sind an diesem Tag dabei, neben den Nolls noch drei Mädchen. Bevor es losgeht, putzen und satteln die Reiter ihre Pferde.

Juliane Noll (51) ist als Jugendliche geritten und vor etwa drei Jahren wieder in den Reitsport eingestiegen. Das war Anlass für ihren Mann, das Reiten auch einmal auszuprobieren. „Ich wollte noch nicht Golf spielen wie andere in meinem Alter“, sagt der 53-Jährige.

Anfängliche Herausforderung

Die beiden seien sportbegeistert, Mountainbiken und Skifahren gehörten auch zu ihren Hobbys. Mittlerweile stehe auch das eigene Pferd im Stall. „Das Reiten hat mich sofort angefixt“, schwärmt Markus Noll. „Seitdem gibt es nichts anderes mehr.“ Beeindruckend finde er die vertrauensvolle Verbindung, die zwischen Reiter und Pferd entstehe.

Ein paar Longier-Stunden, und er habe sich frei mit dem Pferd bewegen können. „Der Einstieg ist mir relativ leicht gefallen“, sagt Noll, der Filialgebietsleiter bei einer Bank ist. Die größte Herausforderung sei am Anfang, die Grundkommandos Schritt, Trab und Galopp an das Pferd zu kommunizieren. „Ich dachte, das geht über die Zügel. Dabei ist es viel Bein- und Körperarbeit.“

Menschenleerer Strand

Nach etwa einer Stunde startet Mielsch die Tour. Von Wisch aus geht es an den Strand nach Heidkate. Nur wenige Menschen sind an diesem Vormittag mit ihren Hunden oder Kindern am Strand. Es sieht nach Regen aus, doch noch ist die Wetterlage ruhig.

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Die Gruppe reitet über den Deichweg an den Strand, wo sie zunächst im Schritttempo dicht am Wasser entlang spaziert. Dann geht es auch ins Meer hinein, denn „Pferde baden sehr gerne“, sagt Mielsch. Etwa knietief waten die großen Tiere durch das Wasser, bevor die Tour am Strand weitergeht, mal schnell im Galopp, sodass das Wasser unter den Hufen hochspritzt, mal langsam, wobei die Blicke in die Ferne schweifen können.

Faszination Meer

Im Urlaub zieht es die Nolls immer ans Meer. „Wenn man nicht vom Meer kommt, ist das immer etwas Schönes“, sagt Juliane Noll. Die Natur an der Küste auf dem Rücken eines Pferdes zu erleben sei aber eine besondere Erfahrung. „Man nimmt alles sehr intensiv wahr, und es ist ein tolles Gefühl, wenn die Pferde nach und nach lospreschen“, beschreibt die Lehrerin die Faszination Strandreiten.

Zweimal am Tag bietet Mielsch die Ausritte an, am Wochenende geht es nur einmal raus. Von eineinhalbjährigen Kindern bis zum 93 Jahre alten Senior habe er schon alle Altersgruppen mit an den Strand genommen. Viele Reitanfänger würden sich auf dem Ferienhof in Wisch den Traum vom Reiten erfüllen, erzählt der Wischer. Doch mit zum Ausritt geht es nur, wenn der Reiter das Pferd unter Kontrolle hat. „Er muss es halten können, wissen, wie man lenkt und bremst“, so Mielsch.

Reiter-Etikette

Nach der allgemeinen Reiter-Etikette sollen sich Reiter am Strand rücksichtsvoll verhalten. „Wenn wir Menschen begegnen, reiten wir im Trab“, erklärt zum Beispiel Markus Noll. Und die Pferdeäpfel? „Das macht nichts“, versichert Mielsch. „Die lösen sich im Wasser schnell auf und sind Futter für die Fische.“

Die Zeit auf dem Ferienhof haben sich die Nolls individuell gestaltet. Das Reiten stand im Fokus, aber auch Ausflüge nach Kiel, Laboe oder Plön durften im Urlaub nicht fehlen. Was sie mit nach Hause nehmen? „Dass wir wiederkommen“, sagt Juliane Noll – freudestrahlend.

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