Schwentinental: KGK will Gründächer finanziell fördern
Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Grüne Dächer sollen sich rechnen
Region Plön

Schwentinental: KGK will Gründächer finanziell fördern

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:52 30.01.2021
Von Jürgen Küppers
Von solchen Öko-Naturdächern wie im ostholsteinischen Grube soll es nach dem Willen der KGK auch in Schwentinental deutlich mehr geben. 
Von solchen Öko-Naturdächern wie im ostholsteinischen Grube soll es nach dem Willen der KGK auch in Schwentinental deutlich mehr geben.  Quelle: Archiv
Anzeige
Schwentinental

 Als Ziele ihres Vorstoßes nennt die KGK-Fraktion: Begrenzung weiterer Versiegelung von Böden im Stadtgebiet, Erhalt der Artenvielfalt sowie die Stärkung des Bewusstseins für Nachhaltigkeit. Bereits im Dezember 2020 hatte die KGK-Fraktion ihren Antrag zur Eindämmung so genannter Schottergärten durch einen entsprechenden Verbotspassus in künftigen Bebauungsplänen vorgestellt (KN-online berichtete).

Hintergrund dafür: Die mit Steinen bedeckten Flächen ohne Grün würden nach Angaben der KGK offenbar auch in Schwentinental immer beliebter – aber damit zunehmend auch zu einem Problem, weil sie schlecht für Umwelt und Natur seien. Jetzt will die Fraktion die Stadt mit einem weiteren Antrag noch etwas grüner machen insbesondere auf Hausdächern.

In Schwentinental sollen Öko-Dächer gefördert werden

Ideen für mögliche finanzielle Anreize liefert der Antrag gleich mit – zum Beispiel ein Förderprogramm zur Dachbegrünung sowie eine Befreiung aller Gründacheigentümer (gilt auch für Carports oder Nebengebäude) von Niederschlagswassergebühren. Pro Quadratmeter begrünter/umgewandelter Dachfläche soll ein Zuschuss von zehn Euro bis zu einer Höchstgrenze von 400 Euro gewährt werden. Dafür veranschlagt die KGK rund 8000 Euro als Titel im Haushalt 2021.

Durch die Begrünung von Dächern, so argumentiert die KGK, ließen sich zusätzliche Lebensräume für Pflanzen, Insekten und Tiere schaffen. Zudem verbesserten Gründächer das Mikroklima, indem sie Schadstoffe, Feinstaub oder Kohlendioxid binden könnten. Weiterhin sorge die temperaturausgleichende Wirkung eines Gründaches dafür, dass Hitze- und Kälteeinwirkung gemindert und somit dessen Lebensdauer verlängert werde. 

SPD und Bürgermeister in Schwentinental sind skeptisch

Durch die Zuschüsse sollen Eigentümer von privat oder gewerblich genutzten Immobilien dazu motiviert werden, aus Eigeninitiative zusätzliche Grünflächen auf den Dächern der Stadt zu schaffen, um damit auch die Bodenversiegelung zu kompensieren.

Lesen Sie auch:Schwentinentals wichtigste Investitionen 2021

Ob der Gründach-Antrag beschlossene Sache werden kann, ist allerdings mehr als unsicher. Der SPD-Fraktionschef Volker Sindt ist jedenfalls äußerst skeptisch. Jeder Eigentümer solle selbst entscheiden, welche Dachart er wähle: „Gründächer sind sinnvoll, dürfen aber nicht zu einem Ungleichgewicht bei der Regenwassergebühr führen.“ Denn Befreiungen davon bedeuteten aus Sicht des Sozialdemokraten eine Mehrbelastung anderer Eigentümer und Mieter, wenn sich der Gebührenkuchen, zu dem ja auch die Straßenentwässerung zählt, dann auf immer weniger Nutzer verteile.

KGK-Fraktion hält Vorstoß für ökologisch sinnvoll

Bürgermeister Thomas Haß wollte sich auf Nachfrage inhaltlich zwar nicht zum Gründach-Antrag äußern, hielt aber finanzielle Anreize der Stadt wie Gebührenerlass oder Fördergelder zur Schaffung von Gründächern für „schwierig“: „Dafür sehe ich angesichts der extrem angespannten Haushaltslage in Schwentinental derzeit überhaupt keinen Spielraum.“

Das wiederum kann KGK-Fraktionschef Dennis Mihlan nicht verstehen: „Es ist doch nicht so, als hätte die Stadt überhaupt kein Geld zur Verfügung. Es ist doch nur die Frage, ob sie mit einer überschaubaren Summe etwas ökologisch Sinnvolles machen will oder nicht.“ Andere Kommunen hätten dies ja auch schon erkannt und gingen mit gutem Beispiel voran. Zum Beispiel in Preetz seien im B-Plan zu einem Neubaugebiet ja auch Gründächer verbindlich vorgeschrieben worden. 

Kunde in Lütjenburg - Zu hohe Stromrechnung von Vattenfall?
Hans-Jürgen Schekahn 30.01.2021
Elektrohelden in Pön - Firmenchef sucht Homeschooling-Hilfe
Anja Rüstmann 29.01.2021
Anja Rüstmann 29.01.2021