Sehlendorfer Strand: Ärger über Pferdeäpfel an der Ostsee
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Region Plön

Sehlendorfer Strand: Ärger über Pferdeäpfel an der Ostsee

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15:09 15.01.2021
Von Hans-Jürgen Schekahn
Sonnenschein am Sehlendorfer Strand lockt im Winter viele Reiter an. Nicht alle verhalten sich vorbildlich.
Sonnenschein am Sehlendorfer Strand lockt im Winter viele Reiter an. Nicht alle verhalten sich vorbildlich. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Blekendorf

Der CDU-Gemeindevertreter Harm Kruse schlug unlängst Alarm. Bei einem Spaziergang am Strand entdeckte er zahlreiche Hinterlassenschaften von Pferden am Strand. Man habe regelrecht „zickzack“ gehen müssen, klagte er beim Bürgermeister. Die Haufen kommen nicht von irgendwo her. Der Sehlendorfer Strand ist seit vielen Jahren ein Geheimtipp in der Reiterszene. Auch aus anderen Kreisen reisen Pferdefreunde an.

Der Strand ist sehr breit, fast ohne Steine und drei Kilometer lang. Die Pferdehalter lieben das. Vor allem bei gutem Wetter sieht man viele Reiter. Es gibt sogar Fotografen, die extra an den Sehlendorfer Strand kommen, um mit Pferden eine Fotosession zu machen. Hinzu kommt die Möglichkeit, durch das flache Wasser zu reiten. Das wirkt anziehend. 

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Nur im Winter dürfen die Pferde an den Strand

Von Oktober bis Ostern darf am Sehlendorfer Strand geritten werden. In der Sommersaison bleiben Ross und Reiter ausgesperrt. Da haben die Feriengäste Vorrang.

„Das ist keine Art und Weise“, schimpft Andreas Köpke über die Pferdeäpfel, die auch auf dem großen Parkplatz zu finden sind. Als ob die Besitzer sie noch extra aus den Anhängern gefegt hätten. Er bittet die Pferdefreunde, einen Sack oder eine Tüte mitzunehmen und den Kot der Tiere einzusammeln. 

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Aus der Szene erhielt er den Vorschlag, die Gemeinde solle doch extra einen kleinen Abfall-Container aufstellen. Das würde man in Scharbeutz auch so vorfinden. Das lehnt Köpke ab. Warum sollen letztendlich die Bürger der Gemeinde für die Entsorgung zahlen?

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Köpke erreichen auch noch andere Beschwerden. So beklagen sich Hundehalter und Spaziergänger darüber, dass die Tiere im Galopp dicht an ihnen vorbeireiten würden. Auch sollen sie manchmal Wasserspritzer abbekommen haben, wenn die Pferde durch die Ostsee preschen. 

Reiter, Hundebesitzer und Spaziergänger im Clinch

Die Pferdebesitzer klagen ihrerseits darüber, dass Hunde frei umherliefen und die Tiere ankläfften. Was nicht jedes Pferd gerne hat und dann scheut. Die Spaziergänger hingegen klagen über die Pferde- und die uneinsichtigen Hundehalter. Es herrscht nämlich Leinenzwang am Sehlendorfer Strand – sommers wie winters. Und daran halten sich nicht alle. Dabei gibt es Menschen, die sich vor frei laufenden Hunden fürchten. 

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Köpke ist es manchmal leid: „Einer schimpft auf den anderen.“ Und die Gemeinde soll alles regeln. „Wir können nicht alles regeln. Ich werde niemanden dort abstellen, der die Einhaltung der Regeln kontrolliert. Das wollen wir auch nicht.“

Bürgermeister fordert zu gegenseitiger Rücksicht auf

Er appelliert an alle winterlichen Strandbesucher, Rücksicht auf andere zu nehmen. Jeder solle seine Freude an der Ostsee haben. Es dürfe aber nicht das Gefühl entstehen, man werde gleich von einem Pferd umgeritten oder von einem Hund gebissen.

Nina Janssen 15.01.2021
Hans-Jürgen Schekahn 14.01.2021
Astrid Schmidt 14.01.2021