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Plön Ein Kauz, der neben Engeln schläft
Region Plön Ein Kauz, der neben Engeln schläft
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18:00 21.11.2018
Von Hans-Jürgen Schekahn
Foto: Die Männer und Frauen der Feuerwehr Kaköhl-Blekendorf zusammen mit Julia Steigeder, die den eingefangenen Waldkauz in Händen hält.
Die Männer und Frauen der Feuerwehr Kaköhl-Blekendorf zusammen mit Julia Steigeder, die den eingefangenen Waldkauz in Händen hält. Quelle: Anja Harms
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Blekendorf

Das Team von St. Claren stutzte bei der Vorbereitung des Sonntagsgottesdienstes. Im Gang zum Altar und am Eingang der Kirche fanden sich Kothäufchen, ganz offenbar von einem größeren Vogel. Küsterin Anja Harms ließ vergeblich alle Nischen unter den Bänken und hinter dem Altar absuchen. Der Gottesdienst verlief wie gewohnt mit Musik, Gesang und Predigt. Vom gefiederten Gast keine Spur, kein Pieps. War er wieder verschwunden?

Altarkerzen angeknabbert

Die Antwort darauf sah man zwei Tage später. Altarkerzen waren angeknabbert und umgestoßen worden, die Mikrofone verbogen und Blumenschmuck zerpflückt. Und an vielen Stellen Vogelkot. Der gefiederte Kirchgänger war noch da. Wieder begann eine Suche nach der Eule. Erst nach einiger Zeit fiel dabei der Blick auf den rund 310 Jahre alten Altar. Anja Harms: „Auf einer der höchsten Verzierungen am Altar saß eingebettet wie in ein Stillleben ein wunderschönes, eulenartiges Geschöpf und schlief tief und fest zwischen den Engeln.“

Feuerwehr und Nabu rücken an

Nun telefonierten die Kirchenmitarbeiter weitere Helfer heran. Julia Steigleder vom Naturschutzbund in Lütjenburg rückte mit Kiste und Kescher an. Ihr Problem: Sie ist nicht höhenfest und scheute, auf einer Leiter bis in sieben Meter Höhe zur Altarspitze zu klettern. Nun kam die Feuerwehr Kaköhl-Blekendorf ins Spiel. Gott zur Ehr, der Eule zur Wehr. Als sie die Leiter an den Altar stellten, wurde der Waldkauz plötzlich wach. Er flog langsam ein paar Runden im Kirchenschiff. Mit einem überlangen Staubwedel gelang es, das Tier Schritt für Schritt in Richtung Kescher zu dirigieren. Ein Feuerwehrmann schlug schließlich blitzschnell zu, der Waldkauz war im Netz.

Gut ernährt und  unverletzt

Vogelexpertin Julia Steigleder untersuchte ihn und befand: Der ist gut ernährt und unverletzt. Menschliche Hilfe bedarf er nicht länger. Vor dem Kirchentor durfte er wieder in die Freiheit fliegen. Offenbar war das Tier mit den Bäumen und den Häusern der Umgebung vertraut. So sicher sei er entschwunden, beobachtete Steigleder.

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