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Rendsburg-Eckernförde Fernwärme in den grünen Pufferspeichern
Region Rendsburg-Eckernförde Fernwärme in den grünen Pufferspeichern
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06:00 15.01.2019
Von Frank Scheer
Foto: 2,9 Millionen Euro haben die Betreiber in die Biogas-Anlage in Brügge investiert. Matthias Bäcker, Geschäftsführer der Mammut Consulting, sowie Thies und Gerd Stoltenberg präsentierten die Neuerungen wie den Wärmespeicher im Hintergrund. 
2,9 Millionen Euro haben die Betreiber in die Biogas-Anlage in Brügge investiert. Matthias Bäcker, Geschäftsführer der Mammut Consulting, sowie Thies und Gerd Stoltenberg präsentierten die Neuerungen wie den Wärmespeicher im Hintergrund.  Quelle: Frank Scheer
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Brügge

 Öffentlich wird bereits von „großen Thermoskannen“ gesprochen: Und auffällig und von Weitem sichtbar sind die Neuerungen an der Kreisstraße 15 in Brügge allemal. 16,93 Meter ragen die grünen Pufferspeicher, die jeweils 96 000 Liter 95 Grad heißes Wasser aufnehmen können, in die Höhe. Bei Bedarf sorgt das heiße Nass als Fernwärme in 650 Haushalten in Bordesholm für Wohlfühltemperaturen. Die Wärmespeicher sind Teil eines neuen Konzepts, in das die 16 Anteilseigner der Anlage 2,9 Millionen Euro gesteckt haben.

Leistung von 1,6 auf vier Megawatt erhöht

Bei Biokraftwerken wie dem in Brügge ist die Wärme eigentlich nur ein „Abfallprodukt“. Das richtige Geld wird mit der Produktion von Strom verdient. Und dabei haben die Betreiber ihre Erfolgsformel geändert. Seit Jahresbeginn heißt es "bedarfsgerechte Flexibilisierung der Erzeugung". Die Leistung des Kraftwerks ist durch zwei neue Blockheizkraftwerke von 1,6 auf vier Megawatt mehr als verdoppelt worden. Die größere Leistung dient dazu, flexibel und genau dann Strom zu produzieren, wenn er im bundesweiten Netz benötigt wird. Beispielsweise bei „Dunkelflaute“ – wenn Photovoltaik- und Windanlagen nicht liefern können. Durch die Flexibilisierung wird auch die Laufzeit der Blockheizkraftwerke täglich von bisher 24 auf 15 bis 16 Stunden reduziert.

Bis zu 25000 Tonnen Getreide wird vergoren

Da der biologische Prozess der Gasproduktion – in Brügge werden pro Jahr 22 000 bis 25000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe (50 Prozent Mais und jeweils 25 Prozent Roggen und Zuckerrüben) genutzt – nicht einfach gestoppt werden kann, sind die Gasspeicher in den Vergärungspoldern von 4000 auf 10 000 Kubikmeter vergrößert worden. In den „Thermoskannen“ wird das warme Wasser gespeichert, bis die Verbraucher es über ihre Heizungen anfordern. So kann die verkürzte Laufzeit der Blockheizkraftwerke überbrückt werden.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 15.01.2019
Rainer Krüger 14.01.2019