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Rendsburg-Eckernförde Bettwanzen werden zum Problem
Region Rendsburg-Eckernförde Bettwanzen werden zum Problem
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15:25 23.07.2019
Von Rainer Krüger
Da Reisen zunehmen, sind eingeschleppte Bettwanzen auf dem Vormarsch. Schädlingsbekämpfer Sönke Greve geht inzwischen einmal pro Monat auf die Suche nach den Blutsaugern.
Da Reisen zunehmen, sind eingeschleppte Bettwanzen auf dem Vormarsch. Schädlingsbekämpfer Sönke Greve geht inzwischen einmal pro Monat auf die Suche nach den Blutsaugern. Quelle: Rainer Krüger
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Barkelsby

Jahrzehntelang gab es sie nicht mehr. „Inzwischen suche ich etwa einmal pro Monat nach Bettwanzen“, sagt der 49-jährige Firmenchef. Die Ursache für das vermehrte Auftauchen des blutsaugenden Insekts ist für Greve klar. „Durch die Globalisierung hat der Reiseverkehr zugenommen. Bettwanzen werden aus der Ferne mitgebracht“, weiß der amtlich geprüfte Schädlingsbekämpfer. Die Probleme der Betroffenen kennt er gut: „Die Wanzen werden durch das Kohlendioxid in der Atemluft angelockt. An den Bissstellen entstehen juckende Pusteln.“

Bettwanzen sind schwer zu finden

Das Schwierige beim Bekämpfen der Bettwanzen sei, sie überhaupt zu finden. Paradebeispiel dafür war sein erster Fall in einer Jugendherberge vor etwa 15 Jahren. „Als Kinder über Stiche klagten, hatten die Betreiber das Zimmer sechs Monate stillgelegt. Doch das half nichts. Denn Bettwanzen kommen ein halbes Jahr ohne Blutmahlzeit aus. Schließlich konnte ich sie finden, als ich mit dem Kuhfuß eine Holzvertäfelung entfernte“, erinnert er sich. „Beseitigt werden die Bettwanzen dann mit chemischen und thermischen Verfahren.“

Bettwanzen führen Greve auch an den Anfang der Unternehmensgeschichte zurück. Denn die Probleme mit Wanzen und Flöhen am Ende von der Zweiten Weltkriegs veranlassten seinen Großvater Helmut Greve, 1944 in Eckernförde einen Gewerbeschein als Kammerjäger zu beantragen. Das war der Ursprung der heutigen K. Greve Schädlingsbekämpfung GmbH & Co. KG. „Während der englischen Besatzungszeit war er mit einer von einem Pferd gezogenen Spritze gegen Kraut- und Kartoffelfäule im Einsatz. Später kam dann der Holzschutz dazu“, berichtet er. Sein Vater Kurt übernahm das Unternehmen in den 1970er-Jahren; Sönke Greve selbst am 1. Januar 1999. Inzwischen besteht die Firma aus einem zehnköpfigen Team. 

„Strenge Winter blieben in den letzten Jahren aus“, stellt Geve fest. Davon profitierten auch Ratten. „Wie Schaben müssen sie beim Auftreten bekämpft werden“, so Greve. Auch durch die in den vergangenen Jahren stark eingeschränkte Ausgabe von Rattengift an Privatleute hat sich bei der Nagerbekämpfung einiges geändert. „Es wird mehr auf Vorbeugung gesetzt“, so Greve. Monitoring sei angesagt. Dazu gehört auch, dass in Betrieben Schlagfallen mit schmackhaften, aber ungiftigen Ködern aufgestellt werden. „Wir statten sie mit Sendern aus. Löst eine Falle aus, geht die Meldung ein. Dann können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden", sagte er. 500 Fallen mit Meldern hat er im Kundengebiet im 60-Kilometer-Radius um Barkelsby aufgestellt.

Moderne Technik setzt Greve auch beim Vorgehen gegen störenden Tauben und Möwen an Gebäudekomplexen ein: „Wir erkunden mit einer Drohne mit Wärmebildkamera von oben, wo die Nester sind. Wenn die Brut beendet ist, können solche Stellen dann mit Netzen unzugänglich gemacht werden und der Bestand umgelenkt werden.“

Probleme mit Ratten sind oft hausgemacht

Andere Präventionsmaßnahmen sind weniger anspruchsvoll und für jeden Privatmann auch ohne vorherige Beratung einzusehen. „Das Problem mit den Ratten ist oft hausgemacht, weil zugängliche Lebensmittelabfälle die Tiere an die Häuser locken. Wenn sie sicher aufbewahrt werden, ist schon viel erreicht“, lautet sein Plädoyer.

Bettwanzen: Wie man sie erkennt

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Frank Scheer 23.07.2019