DRF-Luftretter aus Rendsburg hoben im ersten Halbjahr zu 809 Flügen ab
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Rendsburg-Eckernförde „Christoph 42“ hob im ersten Halbjahr zu 809 Flügen ab
Region Rendsburg-Eckernförde

DRF-Luftretter aus Rendsburg hoben im ersten Halbjahr zu 809 Flügen ab

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11:33 30.07.2021
Von Florian Sötje
Die DRF-Luftrettung-Station in Rendsburg hat „Christoph 42“, einen Rettungshubschrauber des Typs H145, im Einsatz.
Die DRF-Luftrettung-Station in Rendsburg hat „Christoph 42“, einen Rettungshubschrauber des Typs H145, im Einsatz. Quelle: DRF Luftrettung
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Rendsburg

Seit einem Jahr starten die DRF-Luftretter aus Rendsburg mit ihrem Hubschrauber „Christoph 42“ zu Einsätzen vom Flugplatz Schachtholm aus. 809 Flüge zu Notfallrettungen und Patiententransporten machten sie im ersten Halbjahr 2021. Die Halbjahresbilanz der DRF-Luftrettung weist für ganz Deutschland in diesem Zeitraum 18.356 Alarmierungen aus. In den vergangenen Wochen haben die Retter einen Anstieg der Einsätze bei Badeunfällen registriert – und dabei sind sie oftmals auf die Mithilfe von anderen Badegästen angewiesen.

2020 Rekordanstieg mit 117 Todesopfern bei Badeunfällen

Häufig passierten diese Unfälle an unbewachten Badestellen oder Flüssen. Laut Andreas Helwig, erfahrener Pilot der DRF-Luftrettung, können andere Badegäste die Retter bei ihrem Einsatz auf zwei Wegen unterstützen: „Verlassen Sie das Wasser sofort, wenn sich ein Hubschrauber nähert, da uns dies erheblich bei der Lokalisierung Hilfesuchender im Wasser hilft“, sagt Helwig. Bei einer möglichen Landung können Badegäste ebenfalls etwas tun: „Bei solchen Einsätzen ist es zudem wichtig, Liegeflächen schnell zu räumen und keine Gegenstände zurück zu lassen. So ermöglichen Sie eine zügige Landung direkt an der Einsatzstelle“, ergänzt Helwig. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kam es allein im August 2020 zu einem Rekordanstieg von 117 Todesopfern bei Badeunfällen. Bedingt durch die Corona-Pandemie steht für viele Menschen auch in diesem Jahr wieder ein innerdeutscher Urlaub auf dem Programm – und somit könnten die Zahlen wieder ähnlich hoch werden.

Macht niemand Platz, ist der Weg für die Retter länger

Für die DRF-Luftretter aus Rendsburg, die auch für die Küstengebiete und Inseln in Schleswig-Holstein verantwortlich sind, zeichnet sich eine solche Entwicklung noch nicht ab. „Bei uns gibt es bislang keine auffällige Häufung von Badeunfällen“, sagt DRF-Pilot Sebastian Hilliger. Die Problematik der Landung bei solchen Einsätzen kennt er aber natürlich auch: „Sind die Strände voll, landen wir außerhalb und müssen einen längeren Fußweg in Kauf nehmen.“ Bei einem Einsatz an der Laboer Steilküste, bei dem Ersthelfer bereits mit der Reanimation begonnen hatten, machten Badegäste nur widerwillig ihren Platz für eine Landung frei, berichtet der Pilot.

Neben Notfallrettungen sind die Helfer aus der Luft auch bei Transporten von kritisch kranken oder verletzten Patienten zwischen Kliniken im Einsatz. 809 Flüge im ersten Halbjahr 2021 sind etwas weniger als 2020 (919) und 2019 (847). Insgesamt waren es 1783 Einsätze im Jahr 2020 (2019: 1694). „Unser Einsatzgeschehen ist stark wetterabhängig“, sagt Pilot Hilliger. Im Vergleich zu anderen Jahren sei man während der intensiven Phase der Corona-Pandemie zudem fast gar nicht auf die schleswig-holsteinischen Inseln geflogen, weil wesentlich weniger Menschen dort waren.

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Grundsätzlich erstreckt sich das Einsatzgebiet der DRF-Luftretter über einen Radius von 60 Kilometern um Rendsburg herum. „Aber bei Bedarf sind wir auch für ganz Schleswig-Holstein und den Norden Niedersachsens verantwortlich, wenn ein Lufttransport angefordert wird“, sagt Hilliger. Beim Gespräch mit ihm wartet der Pilot gerade auf den Abflug von Sylt in Richtung Kiel. Die Heimat der Notärzte und Flieger liegt in Rendsburg – seit einem Jahr auf dem Flugplatz Schachtholm. Im Juli 2020 folgte der Umzug vom ehemaligen Standort neben der Imland-Klinik. Er war zu klein geworden. Eine neue und schwerere Maschine mit dem Rettungshubschrauber des Typs H145 brauchte mehr Platz.

Zudem sei durch den Abflug- und Landeort mitten in der Stadt Lärmbelästigung ein Thema gewesen, sagt Pilot Hilliger. „Nun sind wir auf dem Land, haben mehr Platz, und sind auch flexibler, wenn es in die Luft geht“, ergänzt er. Ruheräume für die Crew sowie eine Halle für die Ersatzmaschine bieten bessere Voraussetzungen für eine 24-stündige Bereitschaft. „Der neue Standort hilft uns, Reaktionszeiten zu minimieren“, sagt Hilliger.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 30.07.2021
Marc R. Hofmann 30.07.2021