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Rendsburg-Eckernförde Der Rolli auf zwei Rädern
Region Rendsburg-Eckernförde Der Rolli auf zwei Rädern
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12:07 09.04.2019
Von Christoph Rohde
Foto: "Ich fahr' locker damit durch die Gegend, wie andere auf einem E-Bike": Max Braun mit seinem Rolli-Segway.
"Ich fahr' locker damit durch die Gegend, wie andere auf einem E-Bike": Max Braun mit seinem Rolli-Segway. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Seit 2001 gibt es diese elektrisch angetriebenen Zweiräder mit nur einer Achse. Bekannt sind sie vor allem als Segways zum Stehen. Sogar Stadtrundfahrten werden mit ihnen angeboten. Doch inzwischen greift das technischen Prinzip auch bei Rollstühlen.

Das Besondere dabei: Der Segway hält eigenständig die Balance. Ein spezielles elektronisches System mit Sensoren sorgt dafür, dass die Person mit dem Einachser nicht umkippt. Die Vorteile, den Rollstuhl auf zwei Räder zu reduzieren, liegen für Max Braun auf der Hand. "Der Rolli ist platzsparend und sehr wendig. Ich kann ihn auf der Stelle drehen wie einen Panzer." Braun sitzt zudem höher als in einem normalen Rollstuhl und kann so den Fußgängern mehr auf Augenhöhe begegnen und in Läden höhere Regale erreichen.

Die Leute fasziniert, wie er die Balance hält

Klar, dass so ein Mini-Rolli die Neugier weckt. "Regelmäßig werde ich darauf angesprochen, wenn ich mit dem Ding unterwegs bin", erzählt der 28-Jährige. "Er hat noch Seltenheitswert und es fasziniert die Leute, wie er von selbst die Balance hält." Permanent veranlassen die Sensoren kleine Ausgleichsbewegungen. Mit bis zu 15 Stundenkilometer ist der elektrisch betriebene Segway unterwegs und sein Aktionsradius reicht bis zu 30 Kilometer weit. Für sein ungewöhnliches Gefährt musste Braun eine Einzelbetriebserlaubnis bei der Zulassungsbehörde beantragen – und ein bisschen üben.

Der Einachser ist nicht für jede Art der Behinderung geeignet

Denn der Segway-Rolli reagiert beim Losfahren und Abbremsen auf Bewegungen des Oberkörpers. Damit ist er nicht für jeden Menschen mit Gehbehinderung geeignet. Eine Kontrolle des Oberkörpers muss vorhanden sein, um den Einachser zu fahren. Gelenkt wird dagegen mit einer Steuerstange, die nach rechts oder links geschwenkt wird. Das gesamte Fortbewegen erfolgt eher intuitiv. Für Braun, der seit Kindheit mit einer Gehbehinderung lebt, eröffnet der Segway neue Möglichkeiten der Mobilität auf Rädern: "Man fährt locker damit durch die Gegend wie andere mit einem E-Bike", sagt er. Ein entscheidender Vorteil ist zudem die Geländegängigkeit: Selbst Sand, Wald und Hügel sind kein Problem.

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