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Rendsburg-Eckernförde Resolution auf den Weg gebracht: Eckernförde kämpft um seine Klinik
Region Rendsburg-Eckernförde

Eckernförde kämpft um Standort der Imlandklinik

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14:30 27.08.2021
Von Paul Wagner
In der Debatte um den Erhalt des Klinik-Standorts in Eckernförde sprechen die Ratsfraktionen jetzt mit einer Stimme.
In der Debatte um den Erhalt des Klinik-Standorts in Eckernförde sprechen die Ratsfraktionen jetzt mit einer Stimme. Quelle: Christoph Rohde / Tilmann Post
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Eckernförde

Die Politik in Eckernförde verstärkt den Druck auf die Abgeordneten im Kreistag Rendsburg-Eckernförde, den Standort der Imlandklinik im Ostseebad vollumfänglich zu erhalten. Am Donnerstagabend brachte der Hauptausschuss einstimmig eine Resolution auf den Weg, in dem alle Fraktionen den möglichen Schließungsszenarien eine Absage erteilen.

Imlandklinik: Resolution soll am 16. September verabschiedet werden

Kernaussage: „Wir sagen Nein hierzu! Beide Standorte der Imlandklinik müssen im Interesse der in ihrem Umfeld lebenden Menschen erhalten bleiben.“ Kreistag, Landrat und Landesregierung werden aufgefordert, „eine tragfähige Lösung zum Erhalt des Standorts der Imlandklinik Eckernförde als Grund- und Regelversorger“ zeitnah umzusetzen.

In den vergangenen Tagen hatten die Eckernförder Ratsmitglieder den Textentwurf der Resolution abgestimmt und nun fraktionsübergreifend auf den Weg gebracht. In der kommenden Ratsversammlung am 16. September soll dieser von Bürgervorsteherin Karin Himstedt verlesen und anschließend verabschiedet werden. Dazu werden diesmal besonders viele Bürger und Imland-Beschäftigte in der Sporthalle des Schulzentrums erwartet, was der Forderung Nachdruck verleihen soll.

Imlandklinik: Gespräche hinter verschlossenen Türen

Offenbar laufen hinter den Kulissen zwischen allen Beteiligten derzeit intensive Gespräche, um eine Lösung in der Klinik-Debatte zu finden. Bürgermeister Jörg Sibbel unterstrich im Hauptausschuss, dass sich die Verantwortlichen der Stadt parallel zu den öffentlichen Positionen auch hinter verschlossenen Türen vehement für einen Klinikstandort in Eckernförde einsetzten. Zu Fragen der Klinikfinanzierung hat die Stadt möglicherweise einen Hebel gefunden, mit dem sie bei der Kreispolitik Druck machen kann.

Sibbel dazu: „Die Kreisumlage ist nicht dazu da, beim Kreis die Aufgaben als Landesbehörde zu finanzieren, sondern dient als Ausgleichs- und Ergänzungsfaktor. Mit ihr sollen gleiche Lebensverhältnisse für alle Menschen im Kreis geschaffen werden.“ Dazu gehöre die stationäre Krankenversorgung. Im Blick auf die Summen, die die Stadt als Kreisumlage abführt, ergänzte der Bürgermeister: „Es sind Millionenbeträge, die jedes Jahr nach Rendsburg wandern.“

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Grundsätzlich war man sich im Ausschuss einig, dass die bundesweite Krankenhausfinanzierung, die unzureichende Förderung durch das Land Schleswig-Holstein sowie zuletzt die Corona-Krise zur finanziellen Schieflage der Imlandklinik geführt haben.

FDP fordert finanzielle Beteiligung der Stadt Eckernförde

Erst vor wenigen Tagen hatte die FDP in Eckernförde die Idee für eine finanzielle Beteiligung der Stadt an der Imlandklinik ins Gespräch gebracht. „Der Standort der Imlandklinik in Eckernförde muss gleichberechtigt zu Rendsburg saniert, gesichert und zukunftsfähig weiterentwickelt werden“, teilte FDP-Fraktionschef Bernd Hadewig mit. Da sei es gegebenenfalls entscheidend, dass die Stadt Eckernförde sich als Mitgesellschafter durch eine Einlage im Stammkapital anteilig mitverantwortlich mache. Ein entsprechender Prüfauftrag sei von der FDP gegenüber dem städtischen Wirtschafts- und Finanzausschuss gestellt worden.

Zuletzt hatte sich bereits die Politik der Stadt Rendsburg geschlossen hinter ihren Klinikstandort gestellt. Die Kreispolitik, die letztendlich über die Zukunft der Klinik entscheiden muss, hat sich bisher unterschiedlich positioniert und eine Bedarfsanalyse auf den Weg gebracht.

Demonstration am Mittwoch

Unterdessen rufen die Gewerkschaften Verdi, der Marburger Bund, der Ärzteverein Eckernförde sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund zu einer Demonstration mit anschließender Kundgebung für Mittwoch, den 1. September, in Eckernförde auf. Ab 17 Uhr am Skaterpark und ab 18 Uhr an der Hafenspitze wollen die Organisationen gemeinsam mit den Beschäftigten für den Erhalt beider Klinikstandorte demonstrieren.

„Uns geht es darum, den politischen Entscheidungsträgern deutlich zu machen, dass sie eine hohe Verantwortung für die Bevölkerung und die Beschäftigten haben. Die Imlandkliniken werden gebraucht“, sagt Ute Dirks, Bezirksgeschäftsführerin von Verdi.

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