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Rendsburg-Eckernförde Kunden müssen mit steigenden Energiepreisen rechnen
Region Rendsburg-Eckernförde

Eckernförde und Rendsburg: Preise für Gas und Strom stiegen

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08:00 08.10.2021
Von Paul Wagner
„So etwas haben wir noch nicht erlebt": Vertriebschef Jens Gieselmann und Geschäftsführer Wolfgang Schoofs (v.l.) von den Stadtwerken SH blicken erstaunt auf die Entwicklungen am Energiemarkt.
„So etwas haben wir noch nicht erlebt": Vertriebschef Jens Gieselmann und Geschäftsführer Wolfgang Schoofs (v.l.) von den Stadtwerken SH blicken erstaunt auf die Entwicklungen am Energiemarkt. Quelle: Paul Wagner
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„So etwas habe ich in meinen 40 Jahren in der Energiewirtschaft noch nie erlebt“, sagt Wolfgang Schoofs, Geschäftsführer der Stadtwerke SH, die derzeit rund 80 000 Kunden in Eckernförde, Rendsburg und Schleswig mit Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation versorgen. Was den erfahrenen Manager in diesen Tagen umtreibt, sind die rasant steigenden Beschaffungspreise für Energie – vor allem für Gas.

Allein in diesem Bereich ist der Großhandelspreis seit Januar um rund 440 Prozent gestiegen. Auch die Gas- und Stromkunden der Stadtwerke müssen sich daher zum Jahreswechsel auf steigende Preise einstellen. Im Vergleich mit anderen Anbietern könnten diese jedoch noch relativ moderat ausfallen. Der Grund: Die Stadtwerke kaufen langfristig bei ihren Energielieferanten ein.

So laufen die Verträge beim Strom bis ins Jahr 2024, beim Gas sogar bis 2025. Diese Beschaffungsstrategie in Form von Tranchen reduziere die Risiken für die Endkunden. Was in der Vergangenheit dazu führte, dass alternative Anbieter über Vergleichsportale im Internet teils deutlich günstigere Preise anbieten konnten, könnte für die Kunden der Stadtwerke in den kommenden Monaten ein Vorteil sein.  

Kommen Kunden wieder zurück?

„Wir gehen davon aus, dass eine ganze Reihe von Kunden wieder zu uns zurückkommen werden“, sagt Schoofs mit Blick auf die Verbraucher der Region, die in den vergangenen Jahren zu alternativen Anbietern gewechselt waren. Viele hätten dort zuletzt keine guten Erfahrungen gemacht. Erste Anbieter wie die „Deutsche Ernergiepool“ aus Niedersachsen haben ihren Kunden bereits gekündigt und wollen die Gaslieferungen einstellen.

Da das Gaskontingent, welches die Stadtwerke mit ihren Lieferanten für die kommenden Jahre vereinbart haben, jedoch begrenzt ist, kann Schoofs möglichen Neukunden derzeit nicht versprechen, dass diesen künftig die gleichen Preise wie den Bestandskunden angeboten werden können. Noch rechnen die Stadtwerke ihre Preise für das kommende Jahr im Detail aus. Bis spätestens Mitte November müssen alle Kunden schriftlich informiert werden. „Noch sind wir in der Kalkulation, aber ich gehe mal von einer Preiserhöhung von mindestens zehn Prozent beim Gas aus“, so Schoofs.

Gas aus Norwegen und Dänemark

Das Gas, welches in den Heizungen der Region verbrannt wird, stammt aus Dänemark, Norwegen und zum Teil auch aus Osteuropa. Es kommt über die „DEUDAN Gas Pipeline“, welche Schleswig-Holstein von Nord nach Süd durchquert, zu den Kunden. Nennenswerte eigene Gasspeicher haben die Stadtwerke nicht. „Wichtig ist: Die Kontrakte sind geschlossen, die Förderung ist gesichert und die Versorgung ist gesichert“, unterstreicht Schoofs.

Er kennt die Gründe für den Preisanstieg der vergangenen Tage und Wochen: Länder wie China haben nach dem Einbruch durch die Coronakrise ihre Produktion wieder hochgefahren, notwendige Arbeiten an wichtigen Gasleitungen in Großbritannien und Norwegen verringerten die Lieferungen in die unterirdischen Gasspeicher, Förderländer halten die Preise hoch.

Auch Strompreis wird steigen

Wie stark sich der Verbraucherpreis für die Stadtwerke-Kunden beim Strom entwickeln wird, ist noch unklar. Obwohl ein Teil der EEG-Umlage in wenigen Wochen gesenkt wird, kündigen sich auch beim Strom zum Jahreswechsel höhere Preise an – unter anderem weil die erneuerbaren Energien in diesem Jahr schwächeln und der CO2-Preis gleichzeitig steigt.

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Mittelfristig wollen die Stadtwerke mit ihren Kunden weg von der Abhängigkeit der Weltmärkte und steigen dort, wo es möglich ist, in neue Energieformen ein. Neue Baugebiete wie die Schiefkoppel in Eckernförde oder die ehemalige Rendsburger Eiderkaserne werden daher mit alternativen Heizsystemen wie Erdwärme ausgestattet. „Wir gestalten die Energiewende hier vor Ort mit“, versichert Stadtwerke-Chef Schoofs.

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