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Rendsburg-Eckernförde Ideen für Schallplattenmuseum prämiert
Region Rendsburg-Eckernförde Ideen für Schallplattenmuseum prämiert
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07:02 14.05.2018
Von Beate König
Foto: Meike Schröders Museums-Entwurf für das Kesselhaus wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Ihr Modell greift nicht in die Bausubstanz ein.
Meike Schröders Museums-Entwurf für das Kesselhaus wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Ihr Modell greift nicht in die Bausubstanz ein. Quelle: Beate König
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„Die Jury hat überzeugt, dass im Konzept nicht in die Bausubstanz eingegriffen werden muss“, erklärte Museumsleiter Lutz Bertram.

Arbeiten im Kesselhaus müssen ausgeschrieben werden

Fünf Jahre wurde in der Politik über den Standort des Schallplattenmuseums im ehemaligen Kesselhaus des Schallplattenpresswerks heiß diskutiert. Inzwischen herrscht Einigkeit darüber, dass das Museum aus den kleinen Räumen im Jungfernstieg umziehen soll. Die Arbeiten im Kesselhaus müssen nun ausgeschrieben werden.

Konzept holt Besucher optisch in die Geschichte der Teldec

Im April hatten Studenten der Muthesius Kunsthochschule aus Kiel acht Entwürfe beim Wettbewerb vorgestellt. Martin Landek stellte am Sonntag die Vorzüge des Siegerentwurfs, der Bachelor-Arbeit von Meike Schröder, vor. Das Konzept sieht vor, die Räume ohne große bauliche Veränderungen zum Museum zu machen. Alte schwarz-weiße Fotos vom Bau und Betrieb des Presswerks in wandfüllender Vergrößerung begrüßen im Konzept die Besucher und holen sie sofort optisch in die Geschichte der Teldec.

Zeitzeugenberichte, ein Sonderausstellungsraum, in dem auf originalen Archivwagen wechselnde Objekte präsentiert werden können oder Zuhör-Stationen, die die Arbeit der Abhörerinnen nachvollziehbar machen, zählten zu ihrem Entwurf. Auch der von den Museumsplanern gewünschte Kino- und Veranstaltungsraum und ein offenes Archiv, in dem auch persönliche Musiksammlungen zusammengestellt werden können, hatte Meike Schröder untergebracht.

Siebenköpfige Jury bewertete die Entwürfe

„Das Beamer-Café holt die Geschichten der Zeitzeugen in die Gegenwart. Die individuelle Nutzbarkeit des Archivs und die Wandelbarkeit der Exponate überzeugten die siebenköpfige Jury“, erklärte Landek. Lutz Bertram und Thomas Perkuhn aus dem Museumsverein, Professorin Dagmar Schork, Architekt Willem Hain, der in der Staatskanzlei für Museen zuständige Helmut Sydow und Dirk Iwersen zählten zu den Bewertern der eingereichten Beiträge.

Fadile Ildas und Carolin Reinert erhielten für Platz zwei 750 Euro. Ihr Zeitzeugenmosaik, ein Lichtraum und ein Membran-Konzept, dazu den dekorativen Schallplattenturm fand die Jury beachtenswert. 500 Euro gab es für Pauline Müller und Nadine Niederneichholz, deren Verwendung von Tablets auf einer Tischzeitleiste und über Lichtschienen im Boden per Sensor ansteuerbare Schallplatte der Jury gefielen. Der Entwurf von Mats Nienau und Thies Warnek wurde für 300 Euro gekauft.

Sven Janssen 13.05.2018
Beate König 13.05.2018