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Rendsburg-Eckernförde So profitiert die Feuerwehr Negenharrie von Windkraftanlagen
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Feuerwehr Negenharrie profitiert von neuen Windkraftanlagen

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15:16 16.12.2021
Von Frank Scheer
Die drei Windräder, die zwischen Groß Buchwald und Negenharrie 2022 gebaut werden, spülen jährlich vom ersten Jahr Geld in die Kassen der umliegenden Kommunen – Negenharrie will das Geld einsetzen, um die Feuerwehr zu modernisieren.
Die drei Windräder, die zwischen Groß Buchwald und Negenharrie 2022 gebaut werden, spülen jährlich vom ersten Jahr Geld in die Kassen der umliegenden Kommunen – Negenharrie will das Geld einsetzen, um die Feuerwehr zu modernisieren. Quelle: Sven Janssen (Archiv)/Frank Scheer
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Negenharrie

Mehr als ein Drittel der erwachsenen Bürgerinnen und Bürger aus Negenharrie begrüßte 2011 die Windenergie. Aber eine deutliche Mehrheit von 146 Stimmen (63,2 Prozent) hatte beim damaligen Bürgerentscheid gegen die Mühlen gestimmt – bis Mitte 2022 kommen die 200 hohen Anlagen aber nun doch. Sie werden von Beginn an Geld in die Kasse spülen. Zwischen 30.000 und 35.000 Euro pro Jahr. Das zusätzliche Geld soll in Negenharrie in die Modernisierung der Freiwilligen Feuerwehr gesteckt werden.

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Seit 2017 ist ein Bereich zwischen Groß Buchwald und Negenharrie im Regionalplanentwurf als Vorrangfläche für die Windenergie vorgesehen. Im September 2019 ist der Durchführungsvertrag zwischen dem Unternehmen Denker & Wulf und der Gemeinde Groß Buchwald unterzeichnet worden. Von den fünf geplanten Windanlagen werden bis Mitte 2022 vorerst nur drei gebaut: eine 240 Meter hohe Anlage sowie zwei 228 Meter hohe. „Durch eine neue Gesetzesregelung profitieren Orte in einem 2,5 Kilometer großen Umkreis durch 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde – für uns sind das 30.000 bis 35.000 Euro in einem normalen Jahr“, rechnete Negenharries Bürgermeister Hans-Jürgen Leptien die Neuerung bei der EEG-Umlage zusammen. In der Feldmark, etwa 600 Meter vom Ende des Wederedder entfernt, soll das Umspannwerk gebaut werden.

Bürgermeister Hans-Jürgen Leptien (links) und Wehrführer Thorben Prehn besprechen vor dem Gerätehaus Details einer möglichen Lösung. Quelle: Frank Scheer

Durch die Modernisierung der Feuerwehr soll das Geld der Allgemeinheit zugute kommen, findet der Gemeindechef Leptien. Das Investitionsvolumen ist hoch: Um die 500.000 Euro liegt die Summe. Da sind Förderungen aber noch nicht berücksichtigt. Wehrführer Thorben Prehn hat den Feuerwehrbedarfsplan in den letzten zwei Jahren entwickelt. Der Oberbrandmeister, der seit 2011 im Amt ist, betonte: „Das Fahrzeug ist von 1981 und hat im Einsatzfall kein Wasser an Bord. An einer Brandstelle müssen wir erstmal Schläuche auslegen, um mit der Brandbekämpfung loslegen zu können“, so Prehn. Wichtige Sekunden, die vergehen. In der Gemeindevertretung hat man sich mehrheitlich dazu entschlossen, ein neues Löschfahrzeug über das Land bestellen zu wollen. Das Fahrzeug kostet rund 320.000 Euro und hat 1600 Liter Wasser an Bord. Durch die Zuschüsse vom Kreis und durch einen Sonderbonus des Landes landet Negenharrie bei einer Förderquote von 50 Prozent.

Erweiterung in Negenharrie könnte 250.000 Euro kosten

Laut Thorben Prehn sollte aber auch das Feuerwehrgerätehaus modernisiert werden. „Die Trennung von Schwarz und Weiß ist bei Feuerwehren ein wichtiges Thema. ,Feuerkrebs’ durch Russ und andere Faktoren müsse man beachten.“ Momentan haben die 34 Einsatzkräfte ihre Anzüge zu Hause. Birte Christensen, Wehrführerin der Feuerwehr Bordesholm, hatte bereits im Februar 2020 auf die Gefahren hingewiesen und auch für Bordesholm mittelfristig ein Überdenken der Situation in der Feuerwache angeregt.

„Durch eine Erweiterung sollen auch Umkleideräume und Duschen geschaffen werden. Die Feuerwehrunfallkasse würde den Ist-Zustand mehr als kritisieren“, so Prehn weiter. Eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes nach vorne wäre möglich. Sie könnte nach einer groben Schätzung bis zu 250.000 Euro kosten. Eine Arbeitsgruppe aus zwei Gemeindevertretern und zwei Vertretern der Feuerwehr könnte das Notwendige mit der Feuerwehrunfallkasse besprechen. Finanzmittel stehen in der Gemeinde zur Verfügung. Bei den Haushaltsberatungen wurde deutlich, dass die Kommune 690.000 Euro als Sparpolster auf dem Rücklagenkonto hat.

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