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Rendsburg-Eckernförde Schlei-Region: Rekordjahr 2021 im Tourismus bietet Anlass zum Nachdenken
Region Rendsburg-Eckernförde

Für Schlei-Region war 2021 als Rekordjahr im Tourismus

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07:00 29.12.2021
Von Rainer Krüger
Um 24 Prozent wuchs 2021 die Zahl der Übernachtungen in der Schlei-Region. Im Mai lockten unter anderem die Rapsblüte und Wassersportmöglichkeiten Gäste an die lange Förde.
Um 24 Prozent wuchs 2021 die Zahl der Übernachtungen in der Schlei-Region. Im Mai lockten unter anderem die Rapsblüte und Wassersportmöglichkeiten Gäste an die lange Förde. Quelle: Rainer Krüger
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Schleswig/Schlei-Region

24 Prozent Wachstum bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr: Für den Tourismus in der Schlei-Region kann Fremdenverkehrsmanager Max Triphaus für 2021 Topzahlen vorlegen. 946.000 Übernachtungen wurden im Bilanzzeitraum von Januar bis September im Gebiet rund um die langgestreckte Förde registriert. Allerdings traf der Boom in einigen Orten auf begrenzte Kapazitäten. Deshalb soll nun ein Konzept über mögliche Grenzen des Wachstums erstellt werden.

Rekordjahr im Tourismus stellt Schlei-Region vor neue Herausforderungen

„Der wirtschaftliche Erfolg hat völlig neue Herausforderungen mit sich gebracht“, gesteht Triphaus als Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH (OFS). Die Gesellschaft mit Sitz in Schleswig kümmert sich um das Tourismusmarketing der Schlei-Region. Das OFS-Gebiet umfasst 75 Kommunen in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg. Dazu gehören die Städte Schleswig, Kappeln und Arnis sowie die Halbinsel Schwansen. „War es früher die Hauptaufgabe der OFS, mehr Gäste für die Region zu gewinnen, hat sich der Fokus bereits in den vergangenen Jahren in Richtung einer nachhaltigen Tourismusentwicklung, der Infrastrukturplanung und der Qualitätssteigerung der Angebote entwickelt“, erklärt Triphaus.

Neues Tourismuskonzept für Schlei-Region soll 2021 Grenzen des Wachstums thematisieren

Daher seien auch die Themen Tourismusakzeptanz und Besucherlenkung bereits aktiv angegangen worden. Sie sollen auch weiter im Blick bleiben. Deshalb soll für die Schlei-Region 2022 „landesweit einmalig ein Konzept zu den Grenzen des Wachstums im Tourismus erstellt werden“, kündigt Triphaus an.

Anlass, sich mehr mit eher negativen Folgen des Fremdenverkehrs für die einheimische Bevölkerung und Umwelt zu beschäftigen, waren zwei Aktionen in diesem Jahr gewesen. Eine Online-Befragung von 3150 Einheimischem im August und September hatte Bedarf an mehr Parkplätzen und Radwegen ergeben. In einem Workshop im November mit 60 Teilnehmenden in Kappeln wurden Umfrageergebnisse vertieft und daraus Arbeitsaufträge abgeleitet. „Ein Ergebnis ist der Wunsch nach einer besseren Lenkung der Besucher. Die OFS ist hier in Gesprächen mit technischen Anbietern und mit potenziellen Fördermittelgebern, um die digitalen Möglichkeiten der Besucherlenkung zu verbessern“, erläutert Triphaus. Bei der Frage nach den Grenzen des Wachstums sollte für Triphaus geklärt werden, wie viel Tourismus der Region gut tut, ohne dabei die Lebensqualität der Einheimischen und die Aufenthaltsqualität der Gäste zu verspielen. „Das Konzept soll ein Gleichgewicht zwischen den Ansprüchen von Gast und Einheimischen herstellen und, bezogen auf Teilregionen, Wachstumspotenziale und -grenzen definieren. Dabei wird es auch um Umstiegspotenziale auf alternative Verkehrsträger gehen, um die Straßen zu entlasten“, lässt Triphaus durchblicken.

Schon auf dem Workshop waren Grenzorte der Verkehrswachstum in der Hochsaison deutlich geworden. Staus vor der geöffneten Klappbrücke über die Schlei in Kappeln und auf der zu ihr führenden Bundesstraße 203 durch Schwansen waren beklagt worden. Dieser Schwerpunkt war kein Zufall. „Das Gebiet um die Stadt Kappeln hatte 2021 das größte Wachstum in der Region. Die Übernachtungen wuchsen um 40 Prozent“, erläutert Triphaus auf Nachfrage. Motor des Booms sei der voranschreitende Ausbau des Ferienzentrums Olpenitz im Süden der Schleimündung.

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Auch das Wachstum in Schwansen sei mit 15 Prozent stark gewesen. Allerdings gelte die Aussage nicht für einen Bereich Schwansens. Denn für das Ostseebad Damp erhalte die OFS vom Hauptbetreiber keine Tourismusdaten. Der Ausblick von Triphaus auf das Konzept in 2022: „Die Ergebnisse werden im Sommer vorliegen und sollen den Kommunen als Planungsgrundlage zur Entscheidungsfindung bei touristischen Projekten dienen.“

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