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Rendsburg-Eckernförde Wohnen in der Sommerfrische
Region Rendsburg-Eckernförde Wohnen in der Sommerfrische
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10:06 12.07.2019
Von Cornelia Müller
Bürgermeisterin Sabine Mues erläutert André Jaisczok, wo die Grenzsteine seines Grundstücks liegen. Der Neubürger ist glücklich, dass er so nah an der Ostsee bauen konnte.
Bürgermeisterin Sabine Mues erläutert André Jaisczok, wo die Grenzsteine seines Grundstücks liegen. Der Neubürger ist glücklich, dass er so nah an der Ostsee bauen konnte. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Noer

Sabine Mues, die Bürgermeisterin, hat sich kurz angesagt am Nachmittag bei Anika Schidelnik und Christoph Rathmann. In der Hauptsache geht es um Lilli. Fünf Wochen alt ist das kleine Mädchen.

Dass Lilli eine waschechte Noererin ist, wird man bald nicht mehr übersehen. Ihr neuer kleiner Baumwoll-Body trägt das Wappen der Gemeinde. "Noerer Deern" ist darüber zu lesen. Den wird die Bürgermeisterin den stolzen Eltern überreichen.

"Herzlichen Glückwunsch zur Geburt. Alles Gute für Sie drei bei uns in Noer, willkommen!", sagt Mues, als die junge Mutter die Tür öffnet. "Die Gemeinde hat ein kleines Geschenk für Lilli."

Alle neu geborenen Babys bekommen einen kleinen Noerer Anzug 

Der Anzug, mit dem alle frisch geborenen Neubürger in Noer begrüßt werden, ist in rosa Papier verpackt. "Jungs bekommen ein blaues Päckchen", setzt die Bürgermeisterin hinzu und lächelt. Die junge Familie ist überrascht und auch ein bisschen gerührt.

"Junge Familien sind die Zukunft des Ortes. Wir sind als Gemeinde sehr froh, dass wir in unserem Neubaugebiet echten Zuwachs für Noer bekommen", betont sie. Seit die sehr individuell gestalteten Häuser und Gärten nach und nach fertig werden, hat sie außer Lilli schon zwei weitere Babys mit dem "Noerer Anzug" beschenkt.

Die Rechnung der Gemeinde geht also auf. Hätte sich da nicht gleich ein größeres Baugebiet gelohnt? Schließlich eröffnet sich auf der gegenüberliegenden Seite, hinter dem bereits stilvoll gestalteten Garten von André Jaisczok, ein Getreidefeld zwischen dem bewaldeten Saum der Steilküste und dem idyllischen Campingplatz Jensen.

Das Neubaugebiet im Ortsteil Noer hätte nicht größer werden dürfen

"Nein", antwortet Mues. Wir befinden uns im Landschaftsschutzgebiet. Mehr ist hier nicht möglich. Das Gebiet musste auch einen besonders breiten Grüngürtel bekommen. So haben wir die landesplanerische Priorität Nachverdichtung und Schaffung von Wohnraum bei Berücksichtigung von Natur und Umwelt optimal genutzt."

Vor Jaisczoks Haus türmt sich Natursteinpflaster für die Einfassung. Mues zückt den Plan für sein Grundstück und bespricht mit ihm, wo die Grenzsteine sind. "Wenn Straße und Gehwege befestigt werden, wird das wichtig", sagt sie. „Sonst muss mancher die Hecke wieder versetzen."

Jaisczok, von Beruf Wirtschaftsprüfer und viel unterwegs, ist "sehr glücklich" über den Entschluss, aus einer anderen Wohld-Gemeinde direkt an die See umzuziehen.

Die Neubürger von Noer lieben die Ruhe zwischen Wald und Strand

"Hier erfüllt sich mein Traum“, sagt er. „Hier kann ich entspannen. Aus der oberen Etage blicke ich auf die Ostsee. Außerdem ist es hier locker und familiär. Es gab dazu kaum Gestaltungsvorschriften, das kleine Gebiet spiegelt Vielfalt."

Das hören Noerer Gemeindevertreter gern. Bewusst hatte man die Grundstücke mit 850 Quadratmeter größer als in den meisten Neubaugebieten geschnitten, die zwischen Kiel und Eckernförde so begehrt sind. Schnell war die Bewerberliste voll. Am Ende bekamen trotzdem alle, deren erste Wahl Noer war, einen Bauplatz.

Wie Familie Schidelnik/Rathmann. Er stammt aus Lindhöft, sie nicht. Beide arbeiten in Kiel, er als Maschinenbau-Ingenieur, sie im Marketing. „Wenn wir heute zu Hause eintreffen, kommen wir sofort runter. Noer entschleunigt. Und Lilli wird später bestimmt hier den Waldkindergarten besuchen. Dafür fahren wir gern etwas weiter zum Dienst.“

Kleine Gemeinde für Naturliebhaber

Die Gemeinde Noer besteht aus den Ortsteilen Lindhöft und Noer. Mit knapp 14 Quadratkilometer und 900 Einwohnern hat sie die kleinste Einwohnerzahl der vier Gemeinden des Amtes Dänischenhagen. Beide Ortsteile sind gleich stark besiedelt. In Noer prägt das Schloss mit seinem Landschaftspark und dem angrenzenden Wald das Bild. Zum Ortsteil Grönwohld der Nachbargemeinde Schwedeneck grenzt die bewaldete Düne Noer ab, ein geschützter Naturraum. Auch zwischen Noer und Lindhöft gibt es Wald mit Wanderwegen. Der Naturstrand bietet Wassersportmöglichkeiten und Abschnitte mit viel Ruhe. Für Lindhöft ist das ökologische Versuchsgut Lindhof der Universität Kiel prägend. Betriebsleiterin ist Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU). Hier befindet sich mit dem Bio-Hofladen das einzige Geschäft in der Gemeinde. Am Wochenende versorgt auch ein mobiler Bäcker die Bürger. Der kommunale Kindergarten Osdorf, der die Noerer Kinder betreut, hat eine Waldgruppe im Schloss Noer eingerichtet. Zur Grundschule gehen Noerer Kinder in Osdorf. In Noer gibt es einen Sportverein, eine Freiwillige Feuerwehr sowie drei kleinere Campingplätze.

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