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Rendsburg-Eckernförde Wohngebiets-Idee fürs Zentrum geplatzt
Region Rendsburg-Eckernförde Wohngebiets-Idee fürs Zentrum geplatzt
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06:00 20.06.2019
Von Frank Scheer
Foto: Der B-Plan Nr. 40 in Bordesholm für den Bereich Mühlenredder soll gestoppt werden. Wohnungen sollen auf dem Areal der Firma Granit Tiefbau trotzdem entstehen.
Der B-Plan Nr. 40 in Bordesholm für den Bereich Mühlenredder soll gestoppt werden. Wohnungen sollen auf dem Areal der Firma Granit Tiefbau trotzdem entstehen. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Die Gemeindevertretung hat am Dienstagabend beschlossen, den im Januar 2018 angeschobenen Bebauungsplan Nr. 40, aufzuheben. Durch die eineinhalbjährige erfolglose Planung ist letztlich aber auch die Realisierung von dringend benötigten Wohnung im Ort verzögert worden.

Die wollten Birgit und Karsten Behrend, Inhaber der Firma Granit Tiefbau, am Mühlenredder schon 2018 bauen. Nach Paragraph 34 des Baugesetzes hätte das Unternehmerehepaar das Projekt auch damals schon umsetzen können.

Granit Tiefbau Bordesholm verlegt Firmensitz

Wegen der Bauleitplanung hätten sie ihr Vorhaben aber zurückgestellt, stellte Karsten Behrend am Mittwoch noch einmal klar. „Jetzt sind wir quasi fast zwei Jahre behindert worden“, führte er aus. Die Wohnbauplan soll nun schnell im Verfahren vorangebracht werden. Wie viele Wohneinheiten auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände entstehen, ist offen.

Aus Sicht der Amtsverwaltung steht einer zweigeschossigen Bebauung nichts im Wege. Zum Gelände des angrenzenden TBH muss eine 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand gebaut werden. Den Firmensitz wird Granit Tiefbau in das Ökologische Gewerbegebiet an der Landesstraße 49 verlagern. 25 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. 

TBH-Umsiedlung ist mit fünf Millionen Euro zu teuer

Zwei Gründe waren neben der geplanten Behrend-Bebauung für die Entscheidung der Gemeinde, das Bebauungsplanverfahren aufzuheben, ausschlaggebend: eine notwendige Aussiedlung des Technischen Betriebshofs ist wegen der hohen Kosten von fünf Millionen Euro und der Verschuldung der Kommune zurzeit nicht realisierbar. Zudem ist bei mehreren Gesprächen deutlich geworden, dass die Firma PCC Folia, auf deren Areal auch Wohnungen entstehen sollten, am bisherigen Standort bleiben will – dadurch stünden über 10.000 Quadratmeter Fläche nicht für neuen Wohnraum zur Verfügung.

Gemeinde will Grundstücksstreifen erwerben

Noch im August 2018 hatte ein Planungsbüro eine erste Ideenskizze mit Einzelhäusern und Mehrfamilienhäusern in Bordesholm für den etwa 1,5 Hektar großen Gesamtbereich vorgestellt. Auch wenn die Planungen für einen B-Plan gestoppt wurden, so ganz ist die Idee mit dem zusammenhängenden Bereich noch nicht vom Tisch.

Die Gemeinde will mit dem Ehepaar Behrend über den Erwerb eines sechs Meter breiten Streifens verhandeln, um – sollte der B-Plan doch noch einmal ins Gespräch kommen – eine bessere Zufahrtsmöglichkeit zum angedachten Gebiet zu erhalten. 

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