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Rendsburg-Eckernförde Bei der Treibjagd gings um den Wolf
Region Rendsburg-Eckernförde Bei der Treibjagd gings um den Wolf
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06:00 19.11.2018
Von Beate König
Foto: Die Treibjagd in Groß Vollstedt begann traditionell mit zwei Jagdhorn-Signalen: "Begrüßung" und "Auf zu Jagd"..
Die Treibjagd in Groß Vollstedt begann traditionell mit zwei Jagdhorn-Signalen: "Begrüßung" und "Auf zu Jagd".. Quelle: Beate König
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Groß Vollstedt

Glühend rot stand die Sonne am Sonnabendmorgen am Horizont, als sich gut 30 Jäger um acht Uhr beim Landgasthof trafen. Auffälligstes Merkmal: Statt Tarn- trugen die Jäger Warnfarben. „Tiere nehmen die Farben als Grauschattierungen wahr“, erläuterte Fritzsche vom Hegering Rendsburg-Ost, der zur Jagd eingeladen hatte.

Am Sonnabend waren bei bestem Wetter sieben Durchgänge geplant, kündigte Revierleiter Klaus Harder an. Zusätzlich wurde für das Wildkataster der aktuelle Bestand von Fasanen gezählt. Um die Zahl der Fasane zu erhöhen, wilderte der stellvertretende Hegeringleiter Olaf Malmström in einem Fasanenstabilisierungsprogramm binnen drei Jahren auf knapp 6000 Hektar Fläche 880 Fasane aus. 32 Fasane wurden auf der rund 400 Hektar großen Treibjagd-Fläche entdeckt. „Ein zufriedenstellendes Ergebnis,“ bewertete Fritzsche die Zahl.

Ist es im Moment auch ruhig geworden um die Wolfsrisse in der Region, bleibt das vermehrte Vorkommen von Wölfen in Schleswig-Holstein bei den Jägern aktuelles Thema. Fritzsche berichtete von einem Vorschlag, der die Jäger umtreibt: „In Berlin lag am Ring kürzlich ein schwer verletzter Wolf über Stunden neben einer Autobahn, bevor ein Tierarzt kam und ihn erlöste.“ Die Jägerschaft setze sich bei der Landesregierung bei Fällen wie diesen für eine Sondergenehmigung ein, die das Erlösen von verletzten Wölfen erlaubt. Die Jagd auf Wölfe ist per Gesetz verboten.

„Wir haben hier ein Wolfsgebiet“, erklärte Malmström. Vor zwei Jahren wurde in Ellerdorf ein Wolfsriss festgestellt. ,„Drei, vier Wölfe“, haben laut seiner Einschätzung vor 14 Tagen im nahen Brammer für Furore gesorgt. Malmström sieht das Aufstellen von Schutzzäunen um Schafweiden kritisch: Die rund einen Meter hohen Litzenzäune seien für Wildtiere lebensgefährlich. Jäger finden in den Zäunen immer wieder tote Tiere, die sich im Draht strangulieren. „Der Artenschutz gilt nicht nur für Wölfe“, erinnerte Malmström.

Revierjagdmeister Jonas Schütt kennt Wölfe aus einer Begegnung in Skandinavien. „Das ist schon ein imposanter Anblick.“ Die Erinnerung an das im Schnitt 65 Kilogramm schwere Raubtier ist wach bei ihm. Eein mulmiges Gefühl schleiche sich ein, wenn er abends allein vom Hochsitz komme.

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