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Rendsburg-Eckernförde Deshalb war ein Graffiti an der HBS in Bordesholm sogar gewünscht
Region Rendsburg-Eckernförde

HBS: Aus diesem Grund war ein Graffiti in Bordesholm sogar gewünscht 

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08:00 13.05.2022
Von Frank Scheer
Kimberly, die am Projekt teilgenommen hat, erklärt Stefan Behnke vom Förderverein Details zum Sprayen.
Kimberly, die am Projekt teilgenommen hat, erklärt Stefan Behnke vom Förderverein Details zum Sprayen. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Die Botschaft des etwas düster wirkenden 2,30 mal fünf Meter großen Wandgraffiti auf dem Schulhof der Hans-Brüggemann-Gemeinschaftsschule (HBS) in Bordesholm ist eindeutig: Die Corona-Krise mit ihren Auswirkungen auf Schule und Kinder war nicht schön. Die traurig wirkenden oder spuckenden Emojis sprechen für sich. Bei einer Finissage präsentierten beteiligte Schüler und der Projektleiter Harald Boigs das Werk am Mittwochnachmittag.

Das Projekt „Wallart4Life“ ist in der Offenen Ganztagsschule mit dem Gestaltungspädagogen und Künstler Harald Boigs entwickelt worden. Die „Wandkunst in Krisenzeiten“ gehört mit zum Landesprogramm „Schule trifft Kultur in Schleswig-Holstein“ und ist gefördert worden. Renate Gaethke-Sander, Kulturvermittlerin und Fachberaterin im Kreis Rendsburg-Eckernförde, war von dem Ergebnis an der Turnhallenwand mehr als begeistert.

Schülerinnen, Schüler und Projektbeteiligte stellte das Graffiti-Werk vor. Wayne (von links), Jon, Renate Gaethke-Sander, Harald Boigs, Esme und Kimberly. Quelle: Frank Scheer

Ihren Worten zufolge wird es auch ein Folgeprojekt an der HBS geben. Das sei mit der Schulleiterin Ute Freund abgesprochen, mehr wollte aber Renate Gaethke-Sander noch nicht verraten. „Heute soll das aktuelle Projekt im Mittelpunkt stehen.“

HBS in Bordesholm: Förderverein will Folgeprojekt auch unterstützen

Heiko Detjen, Vorsitzender des Fördervereins der Schule, sagte auch sofort seine Unterstützung für das Nachfolgeprojekt zu. Diesmal hatte der Verein 150 Euro dazugegeben. Weitere Firmen wie die Versorgungsbetriebe und die Bordesholmer Sparkasse hatte sich auch beteiligt. Die Sozialarbeiterin Laura Giza betonte für die Offene Ganztagsschule. „Das ist so ein schönes Ergebnis. Da gehen wir gerne vorbei.“

Der Kunstschaffende Harald Boigs hat sich in Bordesholm durch viele Projekte wie beispielsweise der Tunnelbemalung unter dem Bahnhof einen Namen gemacht. Zuletzt setzte er eine Eiszeitszenerie an der Museumsscheune in Brügge oder in Bordesholm die Gerichtslinde in Szene. Der Künstler hatte sich seit Januar mit gut einem Dutzend Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben Gedanken zum Thema Corona-Pandemie gemacht. „Was hat das ganz persönlich bei uns ausgelöst?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt und sollte dann grafisch in ein Bildkonzept integriert werden.

Das Kerker-Verlies mit vergittertem Fenster macht deutlich, wie sich viele Schülerinnen und Schüler beim Homeschooling gefühlt haben: eingesperrt und auf sich gestellt. Quelle: Frank Scheer

„Wir haben uns ausgetauscht, dann Texte sowie Skizzen gemacht“, erzählt der 13-jährige Wayne. Er hat die Burg mit einem Verlies, dessen Fenster mit Gitterstäben versperrt waren, in den Mittelpunkt des Bildes gesprüht.

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„Das fühlte sich so an, als ob man eingesperrt und nur auf sich gestellt war“, so beschrieb er das Homeschooling. Präsenzunterricht sei deutlich besser. Kimberly fand das ganze Projekt klasse, vor allem das Sprühen mit den Farbdosen. Durch einen Engel hinter dem Corona-Schriftzug will sie aber auch ein bisschen Hoffnung vermitteln.

Beate König 06:00 Uhr
Cornelia Müller 12.05.2022
Christoph Rohde 12.05.2022