Neue Biogasanlage in Groß Vollstedt läuft schon fast auf Hochtouren - Hier arbeiten hungrige Bakterien – KN - Kieler Nachrichten
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Rendsburg-Eckernförde Hier arbeiten hungrige Bakterien
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14:38 06.01.2010
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Bei deren Zersetzung entsteht Methangas - und zwar genug, um Strom für rund 1300 Haushalte zu produzieren.

Im Dezember ist die neue Anlage am südlichen Ortsausgang nach siebeneinhalb Monaten Bauzeit in Betrieb gegangen. Und auch wenn die Technik eine Einfahr- und Einstellphase benötigte, läuft die Stromproduktion nach Worten von Garloff Langebeck von der Betreiberfirma Bio Power Service GmbH inzwischen zu 95 Prozent.

Die Anlage funktioniert nach Langenbecks Worten weitgehend automatisiert. Aktiv greift der Mensch in die Gasproduktion nur noch bei der Befüllung der Gärbehälter mit Maissilage ein. Zur Zeit werden noch die Silomieten mit der auf einem Nachbarfeld eingelagerten Maisernte von 2008 aufgebraucht, auf den regulären Siloplatten der Biogasanlage warten weitere rund 10000 Tonnen der letztjährigen Ernte. Diese Menge, gehäckselt auf gut 200 Hektarn Anbaufläche, stellt den Jahresbedarf dar. In erster Linie wird nach Langenbecks Angaben zwar Mais vergoren, einen kleineren Anteil soll künftig aber auch Grassilage stellen.

Ist der Silagebehälter am Hauptfermenter erst einmal gefüllt, läuft der Rest computergesteuert ab. Für den Menschen blieben nur Kontroll-, Einstellungs- und Wartungsarbeiten.

An die 5,7 Millionen Kilowatt Strom produziert der riesige, blau gestrichene 16-Zylinder-Motor, der neben den Fermentern in einem Blockheizkraftwerk mit dem Biogas betrieben wird. Der Strom wird in das Netz des Energiekonzerns E.ON eingespeist. Quasi als Nebenprodukt entsteht Wärme, die in Groß Vollstedt an einen benachbarten Gartenbaubetrieb zur Heizung der Gewächshäuser geliefert wird und dort, wie Garloff Langenbeck betont, rund 200000 Liter Heizöl jährlich einspart.

Allerdings - die gesamte Abwärme der Stromproduktion kann die Biogasanlage nicht abgeben. Auch wenn die Firma Doris Asset Finance, die das Groß Vollstedter Kraftwerk finanziert hat, darauf hinweist, dass Biogas anders als andere regenerative Energien wie Wind oder Sonne wetterunabhängig zur Verfügung steht, der Frost würde auch den Bakterien zu schaffen machen. Zehn Prozent der selbst produzierten Wärmeenergie verwendet die Biogasanlage denn auch darauf, das Innere der dick isolierten Fermenter auf einer Betriebstemperatur von 40 Grad zu halten.

Im Frühjahr, so kündigte Garloff Langenbeck gestern Vormittag an, soll das Groß Vollstedter Kraftwerk bei einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt werden. ög

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