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Rendsburg-Eckernförde Imkern ist Kultur
Region Rendsburg-Eckernförde Imkern ist Kultur
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14:00 25.07.2019
Von Sorka Eixmann
Spannendes zum Thema Bienen kann Imker Hans-Heinrich Büller den Däninnen (von links) Conny Benthien und Lilian Hansen erzählen.
Spannendes zum Thema Bienen kann Imker Hans-Heinrich Büller den Däninnen (von links) Conny Benthien und Lilian Hansen erzählen. Quelle: Sorka Eixmann
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Molfsee

Das Empfangskomitee ist ungewöhnlich: Mehr als 2000 Bienen summen in ihren Waben, die hinter Glas sind und so den Besuchern einen Einblick in das Innenleben eines Bienenstocks ermöglichen. Im Haus aus Großharrie stellen die Imkervereine aus Kiel und Großflintbek noch bis Sonntag, 28. Juli, sich und ihre Arbeit aus. Dort gibt es Informationen rund um die Bienenzucht und die Arbeit der Imker. Es darf Honig probiert werden, und die Kinder können Kerzen aus Bienenwachs herstellen.

Es ist kühl im historischen Bauernhaus, draußen zeigt das Thermometer bereits 31 Grad an. "Hoffentlich entscheiden sich nicht zu viele Urlauber für den Weg an den Strand", sagt Imkerin Helga Sigg, während sie konzentriert ein Bienenwachsblatt zuschneidet und akkurat zu einer Kerze dreht. Aus ihrer Hand sind viele der Wachskerzen entstanden, die angeboten werden. Ob Bär, Hase, Tannenzapfen oder Eule - "Ich habe viele Silikonformen, in die ich das Wachs gebe", verrät sie. Wenn der Wachs fest ist, muss sie noch ein paar Restarbeiten machen, dann sind die hübschen Kerzen fertig.

Besucher stellen viele Fragen

Trotz der Hitze hat sich Imker Hans-Heinrich Büller in ein Imker-Outfit gezwängt. Das freut die Besucherinnen Conny Benthien und Lilian Hansen aus Dänemark besonders, sie haben viele Fragen zur Imkerei, die Büller geduldig beantwortet. Obwohl die Däninnen gar nicht wegen der Bienen-Ausstellung ins Freilichtmuseum gekommen sind. "Wir kommen aus Quars, und hier steht der Dreiseithof mit der alten Schule aus unserer Heimat", erklärt Conny Benthien. "Genau den wollen wir uns ansehen und finden es toll, dass hier solche Ausstellungen angeboten werden." 

Die Schierenseerin Silke Jeß gehört zu den Organisatoren, rund 30 Imker und Imkerinnen sind diese Woche über dabei. „Wir sind immer bis zum Handwerkertag hier, da kommen schon eine Menge Besucher“, weiß Jeß. Am Montag ist aufgebaut worden, Stellwände, Zubehör wie Smoker, Schleuder und Imkerpfeifen – alles wird präsentiert. Und auf jede Frage gibt es von den Experten eine Antwort.

Wunsch nach mehr bienenfreundlichen Flächen

Jeß erinnert sich gut an die Anfänge: Seit 1987 sind die Imker einmal pro Jahr im Museum zu Gast, um ihre Arbeit der Öffentlichkeit zu präsentieren. "Anfangs war es nur ein Tag, damals noch im Haus aus Grube. Dann wurde es immer mehr", erzählt sie. Der Wunsch aller Imker: „Es wäre schön, wenn mehr bienenfreundliche Wiesen und Äcker in der Landwirtschaft vorhanden wären.“

Museumsdirektor Wolfgang Rüther freut sich über die Arbeit der Imker, denn: "Kultur bedeutet selber machen, genau das machen wir in Molfsee schon lange. Unter anderem mit den Imkern, denn Imkern ist Kultur, aber auch mit unseren Handwerkern, denen wir bei uns ein Forum bieten."

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