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Rendsburg-Eckernförde Kameruner Augenärztin findet ihren Weg
Region Rendsburg-Eckernförde Kameruner Augenärztin findet ihren Weg
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07:02 22.09.2018
Von Christoph Rohde
Foto: Dr. Nelly Fopoussi aus Kamerun vertieft ihr medizinischen Kenntnisse im Augenarztzentrum Eckernförde bei Dr. Moritz Pünder (Mitte). Betreut wird sie von Dr. Joachim Miertsch.
Dr. Nelly Fopoussi aus Kamerun vertieft ihr medizinischen Kenntnisse im Augenarztzentrum Eckernförde bei Dr. Moritz Pünder (Mitte). Betreut wird sie von Dr. Joachim Miertsch. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Aufgeweckte Augen hinter der modischen Brille und ein freundliches Lächeln begleiten ihre Sätze. „Es gibt nicht genug Augenärzte in Kamerun“, sagt Nelly Fopoussi. „Und die meisten operieren nicht“, fügt sie hinzu. Wenn Menschen mit Grauem Star in Afrika zum Augenarzt kommen, stehen sie meist kurz vor der Erblindung. Anders in Deutschland. „Wenn wir die Erkrankung früh erkennen und operieren, können wir den Grauen Star fast völlig zu heilen“, sagt der Eckernförder Augenarzt Dr. Hans-Joachim Miertsch.

Intensives Training am OP-Mikroskop in Tansania

Miertsch arbeitet seit zehn Jahren ehrenamtlich jeweils für gut einen Monat im Universitätskrankenhaus in Moshi (Tansania) und hilft bei der Ausbildung junger Augenärzte zu Fachärzten. Auch mit Nelly Fopoussi trainierte er intensiv am OP-Mikroskop und betreute sie bei Augenoperationen. „Dabei hat sie große Fortschritte gemacht“, sagt er. Auf Einladung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft hat sie jetzt gemeinsam mit zwei Kolleginnen die Möglichkeit bekommen, auf einem internationalen Augenheilkunde-Kongress in Bonn ihre Doktorarbeit zum Grünen Star vorzustellen.

Eine Woche bei Augenärzten in Eckernförde zu Gast

Doch bis dahin ist sie eine Woche bei dem Ehepaar Miertsch an der Ostsee zu Gast und nutzt die Zeit, um im Augenarztzentrum Eckernförde bei Dr. Moritz Pünder aktuelle OP-Techniken kennenzulernen und die Organisation einer modernen Augenarzt-Praxis zu erleben. Das präzise Implantieren von speziellen Linsen beispielsweise ist in Afrika so nicht üblich.

In zwei Jahren wird sie in Kamerun tätig werden

Nach zwei Jahren wird die Kamerunerin ihr vierjähriges Stipendium in Tansania beenden. Dann kehrt sie mit ihren beiden Kindern zurück in ihre Heimatstadt Yaounde, um dort am staatlichen Krankenhaus weiterzuarbeiten. Als gut ausgebildete Augenärztin wird sie dort einen sicheren Arbeitsplatz haben und zu einer besseren medizinischen Versorgung der Bevölkerung beitragen können.

Torsten Müller 21.09.2018
Tilmann Post 21.09.2018