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Rendsburg-Eckernförde Kronshagen beschließt 31-Millionen-Euro-Etat
Region Rendsburg-Eckernförde

Kronshagen verabschiedet 31-Millionen-Haushalt für 2022

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18:21 16.12.2021
Von Beate König
Kosten für die Sanierung des Gymnasium Kronshagen wurden noch nicht im Haushalt berücksichtigt.
Kosten für die Sanierung des Gymnasium Kronshagen wurden noch nicht im Haushalt berücksichtigt. Quelle: Beate König
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Kronshagen

Mit Blick auf gestiegene Coronavirus-Ansteckungsraten und die neue Omikron-Variante hatte die Politik in Kronshagen vorab eine kurze und schmal besetzte Haushaltssitzung vereinbart. Auf Haushaltsreden wurde verzichtet. Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, hatten die Fraktionen vorab geklärt, dass nicht die komplette Gemeindevertretung, sondern nur Ausschussvorsitzende und Fraktionsvorsitzende über den Haushalt abstimmen. „Wir haben vorab Pairing vereinbart“, erklärte Thomas Kahle, Fraktionsvorsitzender der CDU, das Verfahren.

Sitzungen werden an die Pandemiesituation angepasst: Ab Januar soll – wie 2021 – auf sogenannte Hybrid-Sitzungen umgestiegen werden, berichtete Thomas Kahle. Politiker tagen digital, die Sitzung wird für Einwohner öffentlich live ins Bürgerhaus übertragen. Wegen Corona wurden Weihnachtsfeier und Neujahrsempfang gestrichen, es gibt Pläne für Alternativveranstaltungen im Mai.

Der 31-Millionen-Euro-Haushalt wurden einstimmig und ohne Diskussion beschlossen. Der Ergebnishaushalt weist ein Defizit von einer Million Euro aus. Das Defizit kann aus den Rücklagen gedeckt werden, eine Kreditaufnahme ist nicht nötig. „Wir haben grundsätzlich eine solide Finanzsituation“, erklärte Bürgermeister Ingo Sander. Zwar werden liquide Mittel abgeschmolzen. Im Kern sei die Gemeinde wirtschaftlich gesund. Das lasse sich an der Eigenkapitalquote von knapp 62 Prozent ablesen. Der Landesschnitt für Kommunen liegt bei 42 Prozent.

Ein Nachtragshaushalt gehört schon jetzt zum Plan

Schon jetzt ist klar, dass 2022 ein Nachtragshaushalt für Investitionen in Millionenhöhe ansteht. Mittel für ein Konzept für eine neue Sporthalle sind bereits beschlossen, Mittel zur Finanzierung der Halle jedoch noch nicht. Einig sind sich die Fraktionen, dass die Sanierung des Gymnasiums 2022 auf den Weg gebracht werden muss. Kosten für Straßensanierungen kommen auf die Gemeinde zu. Aus dem Etat sollen sie nicht allein finanziert werden. Im Frühjahr stehen Debatten an, in welcher Form und in welchem Ausmaß Bürger an den Kosten beteiligt werden.

Gegenüber der ersten Beratungen im Herbst habe sich der Haushalt „erfreulich“ entwickelt, erklärte Thomas Kahle. „Das prognostizierte Defizit hat sich knapp halbiert.“ Die Gewerbesteuer von 4,5 Millionen Euro habe sich positiver entwickelt als erwartet. Zum Teil sei das auf Zuschüsse der Bundesregierung und Erstattungen zurückzuführen. Die Steuerschätzung des Landes gehe von einer Erholung aus. Thomas Kahle machte auch klar, dass auf die Gemeinde 2022 noch Ausgaben für die Kreisumlage zukommen können. „Die ist noch in Diskussion.“

Ein weiterer Ausbau der Radwege, besonders der Veloroute an der Eckernförder Straße und die Sanierung in der Claus-Sinjen-Straße stehen auf dem Haushaltsprogramm, dazu die Fortführung der Digitalisierung in den Schulen.

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„Wir erhoffen uns 2022 Aussagen von den Klimamanagerinnen, wie wir uns weiterentwickeln können“, erklärte Winfried Dittmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen. Auch die Ausstattung von gemeindeeigenen Gebäuden mit Fotovoltaik-Anlagen sei ein dringendes Projekt. Dafür sei noch eine Bestandsaufnahme nötig. Rad-Mobilität fördern bleibt für Winfried Dittmann dringend: Radwege in der Kopperpahler Allee, in der Dorfstraße und im Ottendorfer Weg sind noch nicht optimal. Das Erhöhen der Bustaktung, um ein Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen, die Reduzierung des Individualverkehrs im Ortszentrum gehören für ihn zu den Aufgaben.

„Wir stecken in nicht ganz einfachen Zeiten“, sagte Dr. Johannes Reimann (SPD) zum aktuellen Haushalt. „Besonders freut uns, dass wir eine neue Stelle in der Jugendarbeit verankern konnten.“ Er kritisierte angesichts des deutlich geringeren Defizits, als von der Verwaltung prognostiziert worden war, die Verwaltung. „Wir haben den Eindruck, dass wir keine klare Erkenntnisgrundlage bekommen.“ Die Sporthallenplanung sieht die SPD wegen des Flächenverbrauchs kritisch. „Wir hätten uns einen Sportstättenbedarfsplan gewünscht, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Es kann nicht nur vereinsgebundener Bedarf zählen,“ erklärte Johannes Reimann. Mit dem Schulentwicklungsplan habe die Gemeinde gute Erfahrungen gemacht.

Die Gemeinde lebt von der Substanz

„Ordnen wir die Zahlen in den gesamtwirtschaftlichen Kontext ein, halten wir den Haushaltsentwurf für solide und vertretbar“, erklärte Jana Neiser, Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Kronshagener Wählergemeinschaft (UKW). Es sei der Gemeinde gelungen, in einer wirtschaftlich schwierigen Lage einen hohen öffentlichen Lebensstandard für die Bürger finanziell abzusichern. Bei den Straßenausbaubeiträgen schlage ihre Fraktion einen anderen Weg ein als im Wahlkampf propagiert: Die UKW wollte Bürger ursprünglich frei von einer Beteiligung halten, inzwischen sei sie nicht mehr ausgeschlossen. Jana Neiser machte klar: Die Gemeinde lebt von der Substanz. Die liquiden Mittel sinken vom Stand 2020 von rund zwölf Millionen Euro voraussichtlich auf drei Millionen Euro 2025.

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