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Rendsburg-Eckernförde Schießstand birgt ordentlich Zündstoff
Region Rendsburg-Eckernförde Schießstand birgt ordentlich Zündstoff
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06:00 07.03.2019
Von Beate König
Foto: Eckhard Helmbold von der Bürgerinitiative gegen Schießlärm warnt vor den Folgen des Schießens auf dem Schießplatz Warder für Natur und Anwohner.
Eckhard Helmbold von der Bürgerinitiative gegen Schießlärm warnt vor den Folgen des Schießens auf dem Schießplatz Warder für Natur und Anwohner. Quelle: Beate König
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Warder

Gestritten wird unter anderem um die Zulässigkeit eines 2002 errichteten Lärmschutzwalls. Die Gemeinde Warder ist der Auffassung, dass der Wall falsch positioniert wurde und zu kurz ist. Sie beantragte beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) die Stilllegung der Anlage. Das LLUR lehnte den Antrag ab. Die Gemeinde beschritt durch mehrere Instanzen den Klageweg, das Verfahren ist beim Oberlandesgericht, einen Verhandlungstermin gibt es bislang nicht.

Eine unterirdische Bahn erzeuge keinen Lärm, hatte Quast in der Gemeindevertretersitzung argumentiert. Quast hatte bei der Gemeinde angefragt, ob sie weiter am Berufungsverfahren zur Stilllegung festhalten wolle. Andernfalls sei die Planung der zweiten Kugelbahn möglich.

Bürgerinitiative Naturpark ohne Schießlärm ist alarmiert

Mit seinem Antrag alarmierte der Betreiber die Bürgerinitiative Naturpark ohne Schießlärm. Seit 2005 geht die BI gegen den auf der Anlage verursachten Lärm und gegen die Umweltverschmutzung an, die durch verwendetes Bleischrot entsteht. BI-Vorsitzender Eckhard Helmbold erklärte: „Bei einer Zustimmung zur zweiten Anlage befürchten wir weitergehende Konsequenzen.“

Für die BI ist vorstellbar, dass der Betreiber die Anlage auch oberirdisch weiter ausbaut und die Schießrichtung auf dem Platz nach Nordost drehen könnte. Dann wären Anwohner in der Schulstraße in Warder, die Gemeinde Blocksdorf und der Tierpark Arche Warder im Schallbereich des Schießstands.

Gemeindevertreter wollen bald entscheiden

Die Gemeindevertreter wollen sich kundig machen und bei der nächsten Sitzung entscheiden. „Wir können nicht einschätzen, welche weitreichenden finanziellen Folgen das Einstellen des Verfahrens für die Gemeinde haben könnte, wenn etwa der Betreiber entgangene Einnahmen geltend machen will“, sagte ein Gemeindevertreter.

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