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Rendsburg-Eckernförde Hilfe auf dem Weg in die Arbeit
Region Rendsburg-Eckernförde Hilfe auf dem Weg in die Arbeit
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18:02 13.02.2019
Von Christoph Rohde
Foto: Coach Nina Kristin Müller (links) betreut ein syrisches Ehepaar, das in Deutschland eine Arbeit aufnehmen möchten.
Coach Nina Kristin Müller (links) betreut ein syrisches Ehepaar, das in Deutschland eine Arbeit aufnehmen möchten. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Zum Neujahrsempfang der Einrichtung im Rosseer Weg trafen sich Mittwoch Vertreter von Arbeitsagentur, Politik, Verwaltung, Gewerkschaften, Qualifizierungs-Anbietern und Wirtschaft, um sich gegenseitig auszutauschen.

Die Zahlen machen Mut: Bei 58 Prozent liegt die Erfolgsquote der beruflichen Wegweisung durch die Lebenswerft. Von 36 Vollzeit-Teilnehmern konnten fünf in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden, zwei begannen eine Ausbildung und zehn entschieden sich für berufsvorbereitende Maßnahmen.

Das Rezept heißt Eigenverantwortlichkeit

Das Rezept von Leiter Reinhard Wegner: „Wir fördern die Eigenverantwortlichkeit“. Das heißt, die Lebenswerft schafft den Rahmen und den Raum, leitet aber nur bedingt an. „Wir stülpen nichts über, helfen jedoch, wenn jemand nicht weiter weiß“, so Wegner.

In der Einrichtung selbst gibt es ein Sozialkaufhaus und eine Holzwerkstatt, um den Schritt ins Berufsleben zu trainieren. Auch Lager, Handel und Verkauf sind inbegriffen. „So können wir Teilnehmer aktivieren und gleichzeitig ihre Fähigkeiten erkennen und trainieren“, sagt Wegner.

Einer von ihnen ist Janosch Paul. Der 24-Jährige arbeitet in der Werkstatt und ist auf Transport-Touren eingesetzt. Der gelernte Bau- und Objektbeschichter möchte sich beruflich neu orientieren. „Hier bekomme ich Unterstützung und Verbindungen zu Praktika“, ist er froh über seinen Platz bei der Lebenswerft.

An 100 Coachings nahmen über 40 Migranten teil

Neben solchen Vollzeitangeboten leistete die von Arbeitsagentur und Jobcenter finanzierte Einrichtung rund 100 Coachings im vergangenen Jahr. Daran nahmen über 40 Migranten teil. Die Integration von Flüchtlingen bleibt ein wichtiges Thema: Mit Hilfe von EU-Geldern startete jetzt das Projekt „Komm an Bord!“ als begleitende Maßnahme für Migranten. Von den 30 Plätzen sind bereits 15 belegt.

Aus Syrien stammt das Ehepaar Shehadeh Mohamad und Rania Motlak, das bei Coach Nina Kristin Müller in Betreuung ist. „Wir vertiefen den deutschen Wortschatz, gucken, welche Schulzeugnisse bei uns anerkannt werden, und versuchen, Praktika zu vermitteln“, erzählt Müller. Mohamad war in seiner Heimat Schneider, Motlak Friseurin.

Oberstes Ziel bleibt der 1. Arbeitsmarkt

Zwölf Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Lebenswerft funktioniert. Über 400 kooperierende Betriebe im Kreisgebiet und darüber hinaus ermöglichen den Teilnehmern, ins reale Berufsleben hineinzuschnuppern. „Oberstes Ziel bleibt der 1. Arbeitsmarkt“, sagt Wegner.

Dabei werden die Probleme der Anwärter nicht weniger. Fehlender günstiger Wohnraum gehört ebenso dazu wie Schulden oder psychische Einschränkungen. Über allem aber, so der Leiter, stehe der Mensch als Teil der Gesellschaft.

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