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Rendsburg-Eckernförde Auch Rumohr will das Amt Molfsee in Richtung Flintbek verlassen
Region Rendsburg-Eckernförde

Nach Schierensee stellt Gemeinde Rumohr einen Antrag auf Umamtung.

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15:12 14.12.2021
Von Sorka Eixmann
Die Gemeinden Schierensee und Rumohr wollen aus dem Bereich des Amtes Molfsee zum Amt Flintbek wechseln.
Die Gemeinden Schierensee und Rumohr wollen aus dem Bereich des Amtes Molfsee zum Amt Flintbek wechseln. Quelle: KN-Archiv/Sorka Eixmann
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Rumohr

Lange wurde nicht mehr diskutiert: Am Montagabend beschloss die Gemeindevertretung Rumohr mit großer Mehrheit, einen Umamtungsantrag aus dem Amt Molfsee in das Amt Flintbek zu stellen. Am 3. Dezember hatte das bereits die Nachbargemeinde Schierensee getan, vorangegangen war in beiden Gemeinden Kritik an der Arbeit der Verwaltung in Molfsee.

Mehrheit der Kommunalpolitiker stimmt für Umamtung

Der Saal in der Alten Schule war gut, aber coronakonform und daher auf Abstand gefüllt. Neben Molfsees Verwaltungschef Timo Boss waren Manfred Kaiser (Bürgermeister Schierensee), Martin Stier (Bürgermeister Rodenbek) und Bauamtsleiter Jan Evers sowie viele Interessierte dabei, als unter Tagesordnungspunkt 10 das Thema Beratung und Beschlussfassung über die weitere Zukunft der Gemeinde Rumohr in der Struktur des Amtes Molfsee aufgerufen wurde.

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Bürgermeister Thomas Langmaack (KWG) blickte zurück: „Vor elf Monaten haben wir uns erstmals damit beschäftigt. Wir haben unsere Bedenken, was die Zusammenarbeit und die Arbeit der Verwaltung in Molfsee angeht, deutlich gemacht“, erklärte Langmaack.

Und das war nicht das erste Mal, dass Rumohr sich mit der Arbeit der Verwaltung kritisch auseinandergesetzt hat. „Es gibt sozusagen einen historischen Hintergrund, denn es gab bereits 2008 einen Antrag, die beiden Ämter Molfsee und Flintbek zu verschmelzen“, erinnerte Langmaack an die Fusions-Bemühungen vor mehr als zehn Jahren. „Warum es am Ende nicht umgesetzt wurde, weiß bis heute keiner. Aber 2011 hat die damalige Bürgermeisterin Gabriele Keste den Antrag auch offiziell zurückgezogen“, so Langmaack.

Aber für ihn steht fest: „Um die Bedürfnisse von Rumohr zu befriedigen, das läuft nur mit erhöhtem Einsatz des Ehrenamtes. Und die Frage ist: Wie können wir das ändern oder müssen wir uns damit abfinden?“, wollte er wissen. Er ging auch auf die gegründete Lenkungsgruppe ein und sagte: „Ja, es wurde agiert, irgendwie hat sich die Lenkungsgruppe dann verselbstständigt und es entstand eine Präambel, die von der Gemeindevertretung nicht angenommen wurde.“ Denn: „Für uns war der Prozess noch nicht abgeschlossen. Wollen wir nun einen Umamtungsantrag beschließen?“, wollte Langmaack wissen.

Birger Sötje: „Rumohr und Molfsee verstehe ich wie eine Ehe, die gescheitert ist“

Dazu äußerte sich KWG-Kollege Birger Sötje. „Es fällt mir schwer, immer das gleiche zu erzählen. Wir haben Probleme unter anderem mit der Bauverwaltung, auch passiert mir zu wenig in Sachen Kooperation von Seiten des Amtes“, zählte er auf. Und sprach den Verwaltungschef direkt an: „Timo, seit 2018 bist du in den Bürgermeisterrunden dabei gewesen, und du kennst unsere Kritik, dass zu wenig passiert – weder auf politischer noch auf verwaltungstechnischer Seite. Es wurde nicht deutlich, dass eine Änderung gewollt ist“, warf Sötje in den Raum.

Aber jetzt, „wo den Molfseern das Wasser bis zum Hals steht“, wolle man einen rettenden Strohhalm greifen und auf Zeitgewinn spielen. „Rumohr und Molfsee verstehe ich wie eine Ehe, die gescheitert ist“, schloss Sötje.

Molfsees Bürgermeister warb um eine Chance auf weitere Gespräche

Das wollte Verwaltungschef Timo Boss so nicht stehen lassen. „Wir planen durchaus Veränderungen in der Verwaltung. Aber wenn die Scheidungspapiere schon in der Hand sind, dann ist es schwer, Gespräche zu führen“, nahm er den Ball von Sötje auf. Er betonte, man sei in vielen Dingen auf dem Weg und betonte: „Die Gemeinde Molfsee möchte die Hand reichen. Es wäre schön, wenn man uns die Chance gibt, Gespräche ohne Vorzeichen führen zu können“, hoffte Boss noch auf ein Einsehen.

Um 20.45 Uhr verlas Langmaack den Beschlussvorschlag, die acht KWG-Politiker und Politikerinnen stimmten für den Umamtungsantrag, die drei CDU-Politiker dagegen – allerdings ohne Kommentar. „Damit ist der Knoten durchschlagen. Die Kommunalaufsicht kann mit der Arbeit beginnen, da nun die entsprechenden Beschlüsse vorliegen“, so Langmaack.

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