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Rendsburg-Eckernförde Erster Bürgerentscheid in Sicht
Region Rendsburg-Eckernförde Erster Bürgerentscheid in Sicht
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15:45 20.05.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Foto: Das ehemalige Teldec-Kesselhaus in Nortorf soll Thema des Bürgerentscheids werden.
Das ehemalige Teldec-Kesselhaus in Nortorf soll Thema des Bürgerentscheids werden. Quelle: Beate König
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Nortorf

Im Stadtetat hat Nortorf dieses Jahr eine Million Euro für den Umbau des sogenannten Kesselhauses zu einem Schallplatten-Museum eingeplant. Das Museum ist zurzeit beengt in einem Wohnhaus untergebracht. Dort hat es 120 Quadratmeter, im Kesselhaus wäre auf 780 Quadratmetern Platz.

"Museum im Kesselhaus hätte Strahlkraft"

Von dieser Idee überzeugt ist Torben Ackermann (CDU), der Bürgermeister der rund 6000 Einwohner zählenden Kleinstadt. Er spricht von einer "Strahlkraft", die das Museum ausüben könnte, und einer "touristischen Attraktion". Das Museum könne Besucher und damit Kaufkraft anlocken.

"Umbau zum Museum wäre zu teuer"

Wenn schon ein Schallplattenmuseum, dann auf hohem Niveau, aber das könne sich Nortorf nicht leisten, findet dagegen Michael Friedrich. Der Sozialdemokrat ist Vorsitzender des städtischen Haupt- und Finanzausschusses und einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, der Vorstufe eines Bürgerentscheids.

Aufgrund der Haushaltslage sei der Umbau des Kesselhauses zu einem attraktiven Museum "undenkbar", sagt er. Das Museum würde teurer als von seinen Anhängern angekündigt. Nortorf brauche das Geld für Straßenreparaturen und Kita-Plätze. Friedrich: Wenn die Stadtverordneten die Museumspläne nicht einsammeln, sollen die Bürger entscheiden.

So lebt ein alter Streit zwischen CDU und FDP auf der einen sowie SPD und Grünen auf der anderen Seite wieder auf.

"Mehr Unterschriften als nötig"

Vorerst geht es aber um Formalien. Haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens seit Anfang des Jahres genug Stimmen  gesammelt? 569 bräuchten sie, sagt Kai Volkmann, Chef der Kreis-Kommunalaufsicht. Rund 650 Unterschriften sind zusammen, erklärt Michael Friedrich.

Am 14. Juni wollen die Initiatoren die Listen im Rathaus abgeben, kündigte Friedrich am Montag an. Danach prüfen Kreis-Kommunalaufsicht und Amt Nortorf Land, ob das Begehren zulässig ist und ob mindestens 569 Unterschriften gültig sind, sagt Volkmann.

Bürgerentscheid voraussichtlich im Herbst

Wäre beides erfüllt, wäre der Weg zum Bürgerentscheid frei. Die Stadtverordneten würden den Termin festlegen. Schon bei der nächsten Sitzung? Es könnte knapp werden, meint Torben Ackermann, der Bürgermeister.

Denn die Stadtverordneten tagen bereits am 25. Juni. Und dann erst wieder Ende August. Damit deutet vieles auf einen Bürgerentscheid im Herbst hin. Michael Friedrich, Mitinitiator des Begehrens, sieht das gelassen. Er sehe "keine besondere Eilbedürftigkeit".

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