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Rendsburg-Eckernförde Rätselhaftes Ungeheuer in der Ostsee
Region Rendsburg-Eckernförde Rätselhaftes Ungeheuer in der Ostsee
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16:46 23.01.2019
Von Rainer Krüger
Foto: Rund 3,5 Meter lang ist die Holz-Stahl-Konstruktion vor Eckernförde.
Rund 3,5 Meter lang ist die Holz-Stahl-Konstruktion vor Eckernförde. Quelle: Ostsee-Info-Center
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Eckernförde.

In derzeit drei bis vier Meter Tiefe lauert das Monster Marke Eigenbau vor der Außenmole des Seestegs im Hafen über dem Meeresgrund. Einen Namen hat es schon. „Es heißt Woody Eckholt“, verrät der OIC-Mitarbeiter. Der Name ist dem Hauptbaumaterial der Holz-Stahl-Konstruktion geschuldet. Auf den Körper aus roher Lärche spielen die englischen und plattdeutschen Bezeichnungen für Holz – wood und Holt – an. Und woher die Buchstabenkombination Eck im Nachnamen kommt, versteht sich in Eckernförde von selbst.

Das Seeungeheuer des Bootsbauers im OIC-Team ist 3,5 Meter lang. Durch die breiten Flossen hat es auch „eine Flügelspannweite von 3,5 Meter“. Einer bestimmten Tiergruppe soll es nicht angehören. „Ich habe mich bei unterschiedlichen Meeresbewohnern bedient“, so Gänssle. Auch Einflüsse von Raubdinosauriern gab es beim Gestalten des Kopfs mit weit aufgerissenem Maul. 

Miesmuscheln und Seeanemonen sollen sich ansiedeln

Soll das Ungeheuer Taucher erschrecken? Das wäre für Gänssler nur ein Nebeneffekt. „Nachdem die Webcam im Sommer 2017 in sechs Meter Tiefe installiert wurde, stellte sich die Aufgabe, Unterwasserleben vor die Kamera zu bekommen“, erklärt er. So wurde er kreativ. 

„Auf dem Holz sollen sich Miesmuscheln und Seeanemonen ansiedeln. Die sollen dann kleine Fische anlocken und die wieder größere“, lautet das Ziel. Deshalb bietet das 120 Kilogramm schwere Monster möglichst viel Holzoberfläche. 

„Taucher haben das Ungeheuer Sonnabendvormittag ins Wasser gebracht. Ein 150 Kilo-Gewicht hält es in Position. Schwimmkörper sorgen für Auftrieb, damit es im Wasser schwebt“, berichtet der Mann aus Fellhorst weiter. 

Im Internet wurde die neue Ansicht vor der Webcam schon bemerkt. „Vor allem Taucher haben sich gemeldet“, so Gänssle. Einen Schönheitsfehler hat der Blick auf Woody Eckholt aber noch. „Er ist noch relativ weit vom Grund entfernt und deshalb rechts oben im Bild“, stellt Gänssler fest. Das soll sich ändern, wenn das Konstrukt schwerer wird, weil das Holz Wasser aufsaugt. „Dann ist das Ungeheuer hoffentlich in der Mitte“, sagt er. Ob alles so klappt, wie gewünscht, muss sich zeigen. „Damit wird in Eckernförde Neuland betreten. Die Alternative wäre das Anlegen eines künstlichen Riffs gewesen“, betont Gänssle. 

Wichtig sei ihm der Umweltaspekt: Auf lange Sicht zersetzt sich das Material von selbst. Wenn ein Besuch bei Woody Eckholt eine Taucherattraktion wird, würde ihn das freuen.

Allerdings mit einer Regel, damit es mit dem Ansiedeln von Muscheln & Co. klappt: „Anschauen ja, anfassen nein!“

Die Ostsee-Kamera ist zu sehen unter www.ostseeinfocenter.de

Laura Treffenfeld 23.01.2019
Christoph Rohde 23.01.2019