Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Rendsburg-Eckernförde Peking-Radler erreichen den Iran
Region Rendsburg-Eckernförde Peking-Radler erreichen den Iran
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:01 20.02.2019
Von Christoph Rohde
Foto: Bei einer Schule in Guatemala soll es nicht bleiben: Nono Konopka (links) und Maximilian Jabs wollen bis Peking weitere 50 000 Euro erradeln.
Bei einer Schule in Guatemala soll es nicht bleiben: Nono Konopka (links) und Maximilian Jabs wollen bis Peking weitere 50 000 Euro erradeln. Quelle: Biking Borders
Anzeige
Eckernförde

54 000 Euro für eine Schule in Guatemala sind zusammen, nun wird für eine zweite gesammelt.

Vier Monate nach dem Start in der bundesdeutschen Hauptstadt erreichten die beiden Radler Istanbul. Dort legten sie zunächst eine Erholungspause ein, feierten Weihnachten und Silvester mit Familie, Freundinnen und Freunden. „Wir genossen einen entspannten Dezember“, schreibt Nono. Anfang Januar war es an der Zeit, sich wieder zu verabschieden und die nächsten 9000 Kilometer bis Peking in Angriff zu nehmen. Schon vorab war klar: In der Türkei wird es um diese Jahreszeit kalt. Wie kalt, das bekommen die beiden später zu spüren.

Am Morgen lag ein Meter Neuschnee vor dem Zelt

Zunächst lassen sich Nono und Maximilian von wunderbaren Landschaften begeistern. Kappadokien ist der erste Stopp, eine Gegend, die für ihre Feenkamine bekannt ist. Neben den eindrucksvollen Felsen finden sich hier Jahrtausende alte Höhlen. Die beiden Radler schlagen ihr Zeit auf und werden am nächsten Morgen von einem Meter Neuschnee überrascht. Der Winter ist da. Mit dem Rad durch die Türkei zu fahren, wird mit jedem Kilometer beschwerlicher und kälter. Täglich hören die beiden Freunde Sätze wie „Ihr seid verrückt, unmöglich, viel zu gefährlich“.

Irgendwann sind nicht einmal mehr Autos unterwegs. Die Temperaturen sinken auf bis zu minus 23 Grad. Raureif überzieht Augenbrauen und Wimpern. Auf 2400 Metern Höhe werden die Nächte zur Tortur. „Wir sind froh, dass wir nach zwei Wochen die Grenzstadt zum Iran erreichen“, erzählt Nono.

Doch trotz der extremen Bedingungen sind die Radler fasziniert von der Türkei und der Gastfreundlichkeit ihrer Bewohner. Die Verständigung läuft inzwischen über ein Bilder-Lexikon. Auch das funktioniert.

Über 1000 Leute aus 40 Ländern haben gespendet

Für zusätzlichen Auftrieb sorgt das Erreichen des Fundraising-Ziels von 50<VG>000 Euro nach nur fünf Monaten. „Wir könnten glücklicher nicht sein“, übermitteln die Weltenbummler. Mehr als 1000 Menschen aus 40 Ländern haben inzwischen online gespendet. So kann in Guatemala eine Schule für 600 Schüler gebaut werden. Sie entsteht in der Region Suchitepéquez und soll Anfang April fertiggestellt sein. Derzeit werden die Schüler dort in brüchigen Lehmhütten unterrichtet.

Ziel zur Halbzeit geschafft – und dennoch weiterradeln? Ja, sagen Nono und Maximilian nach reiflicher Überlegung. Sie wollen Peking erreichen, um mit erhofften zusätzlichen 50<VG>000 Euro eine weitere Schule zu finanzieren.

Von der chinesischen Hauptstadt soll es später direkt per Flugzeug nach Guatemala gehen, um das Projekt vor Ort zu besichtigen. Doch zunächst folgen Teheran und Ende März Turkmenistan als nächste Etappen. Von dort sind es noch 7000 Kilometer bis Peking. Weitere Infos unter www.bikingborders.com

Mehr Nachrichten aus der Region Eckernförde lesen Sie hier

Biking Borders Berlin-Peking
Beate König 19.02.2019
Christoph Rohde 19.02.2019
Rainer Krüger 19.02.2019