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Rendsburg-Eckernförde Falsche Polizisten und Betrüger erkennen
Region Rendsburg-Eckernförde Falsche Polizisten und Betrüger erkennen
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18:29 12.10.2018
Von Cornelia Müller
Foto: Das Präventionsmobil der Polizeidirektion Neumünster macht Station in Gettorf. Polizist Jörg Fischer (rechts) erläutert August Rohde aus Gettorf die Tipps gegen aktuelle Maschen von Telefonbetrügern.
Das Präventionsmobil der Polizeidirektion Neumünster macht Station in Gettorf. Polizist Jörg Fischer (rechts) erläutert August Rohde aus Gettorf die Tipps gegen aktuelle Maschen von Telefonbetrügern.: Die Beamten Jörg Fischer und Holger Tramm klären Bürger auf. Dazu gesellt sich Rianer Maass vom Weißen Ring Rendsburg-Eckernförde. August Rohde lässt sich beraten, denn er ärgert sich über telefonische Belästigung. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Gettorf

Fußgängerzone Gettorf am Morgen. Einkäufer bleiben erst einmal auf dem Wochenmarkt, bevor sie auf die andere Straßenseite zum Supermarkt wechseln. Dennoch zeigt das Plakat mit dem Schriftzug „Achtung! Falscher Polizeibeamter!“ Wirkung.

Mancher kommt später sogar ganz gezielt zu Fuß zurück, um sich von Holger Tramm und Jörg Fischer von der Präventionsstelle der Polizeidirektion Neumünster beraten zu lassen. Jüngste Zeitungsmeldungen darüber, wie der Betrug mittels erlogener Geschichten zunimmt, haben aufgeschreckt.

Auch regelmäßige anonyme Anrufer sind verdächtig

August Rohde hat sich deshalb zum Präventionsmobil in der Eichstraße aufgemacht. „Ich habe mehrfach pro Woche Anrufe von einer unbekannten Person, die sich nicht meldet“, berichtet der Rentner.

„Wenn ich nachfrage, wird aufgelegt. Im Hintergrund höre ich Kinder oder Stimmen in einer Fremdsprache. Dass sich jemand verwählt, glaube ich nicht.“ Ihm seien die sehr regelmäßigen Anrufe unheimlich.

„Vielleicht forscht jemand, wann Sie zu Hause sind. Steht Ihre Adresse im Telefonbuch, Ihr Vorname?“, fragt Fischer. Anhand der Vornamen schlössen Telefonbetrüger, welcher Generation potentielle Opfer angehörten. Die Vermutung werde anhand der Stimme verifiziert.

Nie Vornamen und Adresse ins Telefonbuch übernehmen lassen

Sein Tipp: „Lassen Sie sich zum nächsten Termin aus dem Verzeichnis streichen. Freunden können Sie die Nummer direkt geben. Wenn sie den Eintrag behalten, bitte ohne Vornamen und Adresse. Falls die Anrufe nicht aufhören, informieren sie die Polizei.“

Eine Dame möchte wissen, „wie man falsche Polizisten erkennt“. Tramm zeigt ihr den Dienstausweis. „Den könnte ein Betrüger auch kopiert haben“, sagt er.

„Wahrscheinlicher sind Anrufer, die sich als Polizisten ausgeben und bitten, man möge einem Kollegen in Zivil die Wertsachen aushändigen, weil angeblich Einbrecherbanden Wohnungen auskundschaften."

Der Weiße Ring in Eckernförde betreut viele der Opfer

Jetzt hat sich Rainer Maass von der Eckernförder Opferschutzstelle Weißer Ring dazu gesellt. „Wir betreuen viele Menschen, die dem Enkeltrick, der Telefonmasche oder den jüngsten Geldwechsel-Diebstählen zum Opfer gefallen sind“, bestätigt er.

„Neben dem Schaden haben Betroffene mit psychischen Folgen zu kämpfen. Aufklärung ist so wichtig, damit man nicht erst Opfer wird.“ Polizist Fischer musste sogar selbst eine bittere Erfahrung machen.

„Ich war noch in der Polizeiausbildung. Da hat mir eine Frau im Ausland unbemerkt Scheine aus der Geldbörse gezogen, während sie das mir Kleingeld vorzählte. Genau das passiert heute gehäuft an Parkscheinautomaten.“

Hier sehen Sie mehr Bilder zur Aufklärungsaktion der Polizei gegen Trickbetrüger.
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Andrè Haase 12.10.2018
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