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Rendsburg-Eckernförde Santons in der Krippe und 13 Desserts
Region Rendsburg-Eckernförde Santons in der Krippe und 13 Desserts
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08:26 24.12.2018
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Foto: Eine ganz besondere Weihnachtstradition in der Provence sind die Santons – kleine Krippenfiguren aus Ton, Pappmaché oder Holz, die anfangs nur die heilige Familie, sowie die Hirten und deren Tiere darstellten.
Eine ganz besondere Weihnachtstradition in der Provence sind die Santons – kleine Krippenfiguren aus Ton, Pappmaché oder Holz, die anfangs nur die heilige Familie, sowie die Hirten und deren Tiere darstellten. Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Spektrum, wie diese Szene einer Krippe in Rayol-Canadel zeigt. Sie gehört Pascale und Thiery Bertho. Quelle: Irene Allanson
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Strande/Rayol

Weihnachten kann man nicht lang genug feiern – und so dauert die festliche Jahreszeit in der Provence vom 4. Dezember bis zum 2. Februar. „In den Gebräuchen von heute verschmelzen heidnische und christliche Riten miteinander“, erklärt Yves Gola. Sein Vater Etienne Gola war 36 Jahre Bürgermeister in Strandes Partnergemeinde Rayol-Canadel-sur-Mer. „Am Tag der Heiligen Barbara und werden Weizenkörner oder Kichererbsen in einer Schale ausgesät. Man hält sie warm und gießt regelmäßig, bis am Weihnachtstag ein feiner grüner Teppich sprießt. Dieser wird an die Krippe gestellt – für die grünen Wiesen, auf denen die Hirten ihre Schafe weideten.

Krippen mit Santons

Eine besondere Weihnachtstradition in der Provence sind die Santons – kleine Krippenfiguren aus Ton, Pappmaché oder Holz, die anfangs nur die heilige Familie sowie die Hirten und deren Tiere darstellten. Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Spektrum.  Heute findet man darunter ebenso Boulespieler, Artisten oder einen Bürgermeister mit der Trikoloreschärpe. Ab Anfang Dezember finden Sammler die kunstvollen Figürchen auf Märkten in der Region. Als während der französischen Revolution die Kirchen geschlossen waren, begann man in der Provence, Krippenlandschaften zu Hause aufzubauen und mit den Santons zu bevölkern. Diese Tradition wird in Rayol-Canadel zum Beispiel noch von Pascale und Thiery Bertho gepflegt. Alljährlich in der Weihnachtszeit bauen sie in ihrem Wohnzimmer eine eindrucksvolle Landschaft um ihre Krippe mit hunderten dieser Santons auf. 

Heiligabend gibt es fleischlose Kost

An Heiligabend wird in der Provence nur ein leichtes, fleischloses Essen serviert. Dieses besteht aus sieben Gängen, begleitet von sieben Weinen, die für die sieben Sakramente oder die sieben Wunden Jesu stehen. Das Essen beginnt zum Beispiel mit einer Knoblauchsuppe oder Aioli mit Gemüse und Eiern, gefolgt von mehreren Gängen Fisch und Gemüse und Nudeln, Ravioli oder Gnocchi. Später gibt es einen Salat und eine Käseplatte. Nach der Mitternachtsmesse werden 13 Desserts serviert – für Jesus und die zwölf Apostel. Der 25. Dezember, auf provenzalisch genannt „Nouvè“, wird im Familienkreis begangen. Ein typisches Essen ist zum Beispiel gefüllter Truthahn.

Festzeit endet am 2. Februar

Die festliche Jahreszeit in der Provence endet am 2. Februar – 40 Tage nach Weihnachten. Erst dann wird die Krippe abgebaut, die Santons verschwinden in ihre Kartons. Das traditionelle Gericht an diesem Tag sind entweder kleine Kuchen, deren Form an Schiffe erinnert, oder häufiger noch Crêpes: herrliche hauchdünne Pfannkuchen, die in ihrer Form und Farbe an die runde Sonne, das Licht erinnern“, erklärt Yves Gola.

Bräuche in Strande Partnergemeinde Rayol