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Rendsburg-Eckernförde Rendsburg soll schöner werden
Region Rendsburg-Eckernförde

Rendsburg: Bund fördert Innenstadtbelebung nach Corona

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12:30 14.09.2021
Von Marc R. Hofmann
Gärtnern für ein schöneres Rendsburg (v.l.): Holger Wetzel, Jule Wirries, Paula Böthel (10), Petra Reiber und Jörn Hoppmann.
Gärtnern für ein schöneres Rendsburg (v.l.): Holger Wetzel, Jule Wirries, Paula Böthel (10), Petra Reiber und Jörn Hoppmann. Quelle: Marc R. Hofmann
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Rendsburg

Innenstädte nach Corona schnell wieder beleben, zum Internethandel und großen Märkten außerhalb der Stadt eine reizvolle Alternative bieten: 530 000 Euro nehmen der Bund und die Region Rendsburg GmbH jetzt mit dem Programm „Post-Corona-Stadt“ in die Hand, um den Kern von Rendsburg zu vitalisieren. Hochbeete am Jungfernstieg sollen dazu den Anfang machen.

Die ersten Beete sind schon bepflanzt

„Wir haben Gewürze, Kräuter und bienenfreundliche Pflanzen vorbereitet“, sagt Holger Wetzel, Lehrer an der Schule Altstadt, zum Start der Aktion. Zusammen den Schülerinnen Paula Böthel (10) und Lea Sophie Matthiessen (15) hat er dafür gesorgt, dass die ersten von insgesamt 20 Beeten bereits bepflanzt sind. Den Rest besorgen an diesem Donnerstag Paten. Dafür werden noch Gruppen von jeweils mindestens fünf Interessenten gesucht, die sich um einzelne Beete kümmern.

Zu den Hochbeeten zieht auch eine Pflanzen-Tauschbörse in den Jungfernstieg nach Rendsburg. Quelle: Marc R. Hofmann

„Das kostet nichts und alles, was es zum Gärtnern braucht, gibt es bei uns im Kooperationszentrum“, sagt Projektleiter Jörn Hoppmann. Die „Früchte der Arbeit“ dürfen trotzdem behalten werden. Familien, Vereine und Unternehmen können sich so mit überschaubarem Zeitaufwand engagieren. „Einzelpersonen teilen wir Partner zu“, so Hoppmann. Mit kleinen Plaketten wird gekennzeichnet, wer für welches Beet zuständig ist. Neu auf dem Jungfernstieg ist ab sofort auch eine Pflanzen-Tausch-Station. Jeder, der selbst etwas mitbringt, kann sich hier bedienen.

Paten gesucht

Wer sich beim Gärtnern in der Innenstadt beteiligen möchte, kann sich dazu bei der Region Rendsburg GmbH unter Telefon oder per E-Mail ankontakt@region-rd.de anmelden. Die Bepflanzungsaktion startet an diesem Donnerstag, 16. September. Schaufel, Harke und Wasser werden direkt vor Ort im Kooperationszentrum im Jungfernstieg 2 ausgegeben und können dort auch zur späteren Pflege geliehen werden. Die Patenschaft für ein Hochbeet gilt zunächst für ein Jahr.

Neben dem Urban-Farming-Projekt gibt es weitere Bausteine: Seit Frühjahr wird bereits der „Pfiffikus“ mit Mitteln aus der Förderung betrieben. Das Konzept sieht vor, in leerstehenden Läden zeitweilig nachhaltige Ware möglichst aus der Region zu verkaufen, bis ein dauerhafter Mieter gefunden ist.

Lea Sophie Matthiesen (15) von der Schule Altstadt will einen Mangold pflanzen. Quelle: Marc R. Hofmann

„Als Nächstes ist geplant, ein Wikingerschiff, eine Tischtennisplatte und noch ein weiteres Spielgerät aufzustellen“, berichtet Hoppmann. Außerdem sollen E-Lastenräder angeschafft werden, die von Geschäftsleuten in Rendsburg kostenlos ausgeliehen werden können.

Von den 530 000 Euro trägt der Bund mit 260 000 Euro knapp die Hälfte. Den Rest steuert die Region Rendsburg, getragen von dreizehn Anrainer-Kommunen, bei. Bis Sommer 2023 soll das Projekt abgeschlossen sein. Fokus der Aktion ist die südliche Altstadt, der Jungfernstieg, Nienstadtstraße und Stegen in Rendsburg. So soll die Aufenthaltsqualität dort erhöht, die Bevölkerung für nachhaltige Stadtgestaltung sensibilisiert, zum Mitmachen angeregt und etwas für die Umwelt getan werden, heißt es in dem Konzept.