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Rendsburg-Eckernförde Ein halbes Jahrhundert Liberaler
Region Rendsburg-Eckernförde Ein halbes Jahrhundert Liberaler
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20:45 19.09.2018
Von Hans-Jürgen Jensen
Foto: Fritjof Wilken gilt in Rendsburg als liberales Urgestein.
Fritjof Wilken gilt in Rendsburg als liberales Urgestein. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
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Rendsburg

Historisch war schon Wilkens Geburtstag: 8. Mai 1945, an dem Tag endete der Zweite Weltkrieg. Das nächste geschichtliche Datum ist das Jahr 1968, die Zeit der Studentenunruhen.

Wilken studierte in Kiel, war im Studentenparlament. Seine Freunde traten in die SPD ein. Er ging zur FDP. „Ich habe noch nie das gemacht, was alle machten.“

"Man muss leidensfähig sein"

50 Jahre FDP: Man müsse leidensfähig sein, um das durchzuhalten, sagt der Rendsburger. Da spielt man auch mal mit dem Gedanken auszutreten. Etwa 1982.

Zerknüllte Genscher-Plakate

Es war das Jahr der sogenannte Wende, die FDP verließ in Bonn die sozialliberale Koalition und ging ein Bündnis mit der CDU/CSU ein. Aus Enttäuschung füllten sie in Rendsburg mit zerknüllten Genscher-Plakaten das Schaufenster ihres Parteiladens in der Königstraße.

Wilken drohte ein Parteiverfahren. „Das haben Jens Ruge und ich geschickt abgewendet.“ Wilken war damals in Rendsburg Senator, mit das höchste Amt für einen ehrenamtlichen Politiker. „Das geht ja schlecht, wenn der öffentlich zur Ordnung gerufen wird.“ Das sah auch Ruge so, einer der führenden Liberalen im Lande.

Wortgefechte und offener Hass

Wilken sieht sich als Sozialliberalen: „Ich bin immer noch liberal mit hoher sozialer Verantwortung.“ In der Ratsversammlung nahmen ihm das nicht alle ab. Heftige Wortgefechte lieferte sich Wilken mit dem ehemaligen SPD-Fraktionschef Klaus-Dieter Henkel sowie den Bürgermeistern Rolf Teucher und Andreas Breitner, beide SPD.

Teils offener Hass schlug ihm entgegen. Wilken beeindruckte das nicht. „Wenn jemand dachte, er könne die Deutungshoheit über mein Denken haben, dann forderte das meinen Widerspruch heraus.“

Cornelia Müller 19.09.2018
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