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Rendsburg-Eckernförde Nur zwei statt vier Rolltreppen
Region Rendsburg-Eckernförde Nur zwei statt vier Rolltreppen
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14:53 01.07.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Foto:  Ein Teil des Rolltreppenantriebs ist freigelegt.
 Ein Teil des Rolltreppenantriebs ist freigelegt. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
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Rendsburg

"Die Arbeiten an den Rolltreppen sind sehr umfangreich": So begründet Matthias Visser, der Sprecher des Wasserstraßen und Schifffahrtsamts (WSA), die lange Dauer. Das zeigten alleine die Kosten, die die Behörde mit einer Million Euro angibt.

Täglich 20 Stunden Arbeit im Fußgängertunnel

Um keine Zeit zu verlieren, arbeiten zwei Teams an den Rolltreppen, die einen Handwerker am Südausgang, die anderen am Nordausgang des Fußgängertunnels, erklärt Christopher Hörtrich, der beim WSA für die Technik im Fußgängertunnel zuständige Ingenieur. Die Handwerker arbeiten nach seinen Worten von montags bis freitags in zwei Schichten, zusammen täglich 20 Stunden.

Das WSA nutzt die Ferienzeit für den Tausch der Antriebe mit Motor, Getriebe und Bremsen sowie der Schaltkästen. Denn dann ist weniger los im Tunnel. Nach einer drei Jahre alten Zählung fuhren und liefen an einem Tag im Juni außerhalb der Ferien rund 5000 Menschen durch den Fußgängertunnel.

Schüler brauchen den Fußgängertunnel

Alleine 700 waren es den Angaben zufolge in der Stunde zwischen 7 und 8 Uhr - fast ausschließliche Schüler aus Osterrönfeld und Westerrönfeld sowie Rendsburg-Süd. Seit dem Ausfall der Schwebefähre im Januar 2016 sind insbesondere Osterrönfelder Kinder auf den Tunnel angewiesen.

Matthias Visser verspricht: "Wir wollen auf jeden Fall sicherstellen, dass nach den Ferien das Gesamtsystem Fußgängertunnel wieder funktioniert. Die Fachfirma hat uns das zugesagt."

In mehreren Schritten zerlegen die Mechaniker den 15 Jahre alten Antrieb, bauen die Teile aus, ziehen neue Stromkabel und montieren neue Motoren, Getriebe und Bremsen, erklärt Christopher Hörtrich. Der alte Antrieb zeige Verschleißerscheinungen, etwa Riefen an den Zahnrädern.

Unverzichtbar seit Ausfall der Schwebefähre

Der Austausch sei nötig, weil der Fußgängertunnel bis zum Start der neuen Schwebefähre "die leistungsstarke Verbindung zwischen Nord- und Süd für Radfahrer und Fußgänger in Rendsburg, Osterrönfeld und Westerrönfeld ist", sagt WSA-Sprecher Visser.

Sie haben keine Alternative. Es sei denn, sie fahren mit dem Auto. Dann stehen sie womöglich Stau vor dem Kanaltunnel, der seit acht Jahren eine Großbaustelle ist. Im kommenden Jahr wolle die Behörde die Antriebe an den beiden anderen Rolltreppen des Fußgängertunnels austauschen - ebenfalls in den Sommerferien.

Rolltreppen waren die längsten in Westeuropa

Nach dreijähriger Bauzeit ging der Rendsburger Fußgängertunnel am 28. Mai 1965 in Betrieb. Das Bauwerk kostete 13 Millionen DM. Die fast 56 Meter langen Rolltreppen galten damals als die längsten in Westeuropa.

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