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Rendsburg-Eckernförde Grüne loben Landrat für Verbot
Region Rendsburg-Eckernförde Grüne loben Landrat für Verbot
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16:10 18.02.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Foto: Viehtransport.
Viehtransport. Quelle: Uwe Paesler
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Rendsburg

 "Wir sprechen uns generell gegen weite, oftmals qualvolle Transporte insbesondere von Schlachtvieh aus", heißt es in der Erklärung. Exporte von Schlachtvieh in Entwicklungs- und Schwellenländer erschwerten es zudem der ländlichen Bevölkerung dort, existenzsichernd eigene Märkte aufzubauen.

Das oftmals günstigere Importvieh gefährde die lokale Produktion. Es gelte daher auch genau zu prüfen, ob die als Zuchtvieh exportierten Tiere tatsächlich der Zucht zugeführt und nicht vor Ort als Schlachtvieh enden würden. Die Grünen fordern eine "vernünftige und tragbare Lösung für die Zukunft, um qualvolle Tiertransporte zu vermeiden".

Kreis stoppte Transporte in 14 Länder

Der Kreis stoppte in der vergangenen Woche die Rindertransporte in insgesamt 14 Länder außerhalb der EU für 14 Tage. Er ist zuständig für Fahrten ab einem Sammelplatz in Dätgen bei Nortorf. Da das eine zentrale Umschlagstelle ist, hatte der Schritt landesweite Bedeutung.

Rechtliche und moralische Zweifel

Der Kreis begründete seinen Schritt mit rechtlichen und moralischen Zweifeln. So sei nicht gesichert, dass beim Transport der Rinder EU-Tierschutzrecht eingehalten wird, und es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Tiere in den weit entfernten Schlachthöfen "länger anhaltende oder sich wiederholende Schmerzen und Leiden" ertragen müssten. Womöglich machten sich Kreis-Veterinäre wegen Beihilfe strafbar, wenn sie die Transporte genehmigten.

"Wann, wo und durch wen spielt keine Rolle"

Die über Dätgen exportieren Tiere seien zwar als Zuchtrinder deklariert. Es bestehe aber der Verdacht, dass die Tiere tatsächlich geschlachtet würden. In dem Artikel eines renommierten Juristen heißt es, es sei für den möglichen Straftatbestand der Beihilfe unerheblich "wann, wo, und durch wen das exportierte Tier schließlich geschlachtet wird".

Das Landwirtschaftsministerium stellte sich hinter die Entscheidung des Kreises. Der Betreiber des Exportstalls reagierte empört auf die Berichterstattung. Klaus-Peter Lucht, Vizepräsident des Bauernverbands, zeigte Verständnis für die Amtstierärzte, die Rechtssicherheit wollen. Man transportiere aber ausschließlich Zuchtvieh, kein Schlachtvieh.

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Hans-Jürgen Jensen 18.02.2019
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 18.02.2019
Wolfgang Mahnkopf 18.02.2019