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Rendsburg-Eckernförde Knappe Mehrheit für Umgehungsstraße
Region Rendsburg-Eckernförde Knappe Mehrheit für Umgehungsstraße
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15:27 01.04.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Foto: Die Fockbeker Chaussee ist eine der meistbefahrenen Straßen Rendsburgs. Eine Umgehung kann sie entlasten, meint die CDU. Foto Jensen
Die Fockbeker Chaussee ist eine der meistbefahrenen Straßen Rendsburgs. Eine Umgehung kann sie entlasten, meint die CDU. Foto Jensen Quelle: hjj: Hans-Jürgen Jensen
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Die Idee einer Umgehungsstraße ist Jahrzehnte alt. Sie würde östlich von Büdelsdorf beginnen und westlich von Fockbek enden. Erst hieß sie "Nordspange", dann "Nordumfahrung", jetzt nennt die CDU sie „Rendsburger Ring“ und wirbt im Raum Rendsburg dafür. Sie verweist darauf, dass es am Rand von Fockbek bereits einen kleinen Teil der Strecke gibt, der derzeit um einen weiteren kurzen Abschnitt verlängert wird.

"Rendsburger Ring hilft Wirtschaft"

In der Ratsversammlung prallten die Gegensätze aufeinander. Die CDU sieht auf der Bundesstraße 203 ein Verkehrschaos. "Die Staus sind eine Katastrophe", sagte ihre Fraktionsvorsitzende Anja Ilgenstein. Die Durchgangsstraße durchschneidet Büdelsdorf, Rendsburg und Fockbek.

Eine Umgehungsstraße würde die auf Lieferverkehr angewiesene Wirtschaft entlasten und könnte für die Ansiedlung neuer Unternehmer an ihrem Rand sorgen, sagten auch Klaus Brunkert (CDU) und Fritjof Wilken (FDP).

Ganz anders sahen es Redner von SPD, Grünen, SSW und Linken. Nicht mehr Straßen seien nötig sondern ein ökologisches Gesamtverkehrskonzept müsse her, fand SPD-Fraktionschef René Sartorius.

"Umgehungsstraße zerstört Moor"

Die geforderte Umgehungsstraße richte sich gegen den Klimaschutz, sagte Grünen-Fraktionschef Klaus Schaffner und nannte die Resolution "unterirdisch". Außerdem führe sie in zu großer Entfernung um Rendsburg herum und könne daher die Durchgangsstraße nicht entlasten.

Die Straße würde das Fockbeker Moor zerstören, meinte Andreas Vollstedt (SSW). Eine neue Straße könne nicht die Verkehrsprobleme lösen, es seien zu viele Autos unterwegs, Radwege müssten ausgebaut werden, erklärte Leon Weber (Linke).

Tansania-Bündnis gespalten

Pikant an der Diskussion in der Ratsversammlung Sprecher von Grünen und SSW stellten sich gegen die Initiative der CDU, obwohl sie gemeinsam mit der FDP seit der jüngsten Kommunalwahl das sogenannte Tansania-Bündnis bilden. Bei der Abstimmung verhinderten Vertreter von Grünen und SSW durch ihre Enthaltung eine Niederlage der CDU.

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