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Rendsburg-Eckernförde Das Warten geht weiter
Region Rendsburg-Eckernförde Das Warten geht weiter
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10:18 23.06.2019
Von Hans-Jürgen Jensen
Foto: Der Rendsburger Kanaltunnel ist seit acht Jahren Großbaustelle. Zurzeit ist nur die Oströhre geöffnet.
Der Rendsburger Kanaltunnel ist seit acht Jahren Großbaustelle. Zurzeit ist nur die Oströhre geöffnet. Quelle: Hans-Jürgen Jensen
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Rendsburg

Die Kanalverwaltung hatte am Montag erklärt, dass die vor acht Jahren gestartete Sanierung des Tunnels anders als mehrfach angekündigt nicht im Februar 2020 fertig wird. Sie löste damit Empörung in der Region aus. Die Behörde gab die alleinige Schuld einer Firma. Auf eine Bitte um Stellungnahme reagierte das Unternehmen nicht.

Unfallmanagement für den Kanaltunnel

An dem fast zweistündigen Krisengespräch nahmen am Freitagnachmittag Vertreter aus der Region teil. Witte sicherte dort zu, ein Unfallmanagement  für den Tunnel zu prüfen, "mit dem Ziel, es auch umsetzen zu können". Denkbar sei, einen Abschleppwagen in der Nähe des Tunnels zu postieren, um liegen gebliebene Autos abzutransportieren und Ölspuren zu beseitigen. Vorbild ist der Elbtunnel in Hamburg. Der Unternehmensverband hatte ein solches Management gefordert.

"Möglichst lange vierspurig durch den Tunnel"

Im kommenden Jahr werde der Tunnel zunächst im Februar komplett für den Verkehr frei gegeben, wiederholte Witte. In Intervallen komme es zu Sperrungen jeweils einer Röhre, über einen Gesamtzeitraum von sechs Monaten. Dazwischen solle der Verkehr "so lange wie möglich" vierspurig fließen.

25 plus 16

Zurzeit arbeiten nach Angaben von Sönke Meesenburg, dem zuständigen Fachbereichsleiter beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, 25 Handwerker und Techniker im Tunnel und im Gang zwischen den Röhren. 16 Ingenieure, Planer und Kaufleute seien in den Baucontainern auf der Westerrönfelder Seite tätig.

"Nur die Hoffnung"

Michael Thomas Fröhlich, Geschäftsführer des Unternehmensverbands, sprach nach der Runde einer "bitteren Erkenntnis", dass "das Desaster sich fortsetzt". Es gebe keinen verbindlichen Fertigstellungstermin, nur die Hoffnung, dass der Tunnel bis Ende 2020 fertig wird. Die Atmosphäre beim Krisengespräch sei anfangs frostig gewesen. Sie habe sich aber aufgehellt, nachdem die Kanalbehörde zugesichert habe, das geforderte Unfallmanagement ernsthaft zu prüfen.

"Keine Alternative"

Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast fand, die Kanalbehörde bemühe sich "um Transparenz und Offenheit, sie habe "Sachzwänge offen gelegt". Dass der Tunnel nicht zu Februar 2020 fertig wird, sei "das Übel, aber es gibt offensichtlich keine Alternative".

"Wissen sie, was sie anrichten?"

Martin Kruse, zuständiger Fachbereichsleiter in der Kreisverwaltung, nahm am Gespräch als Vertreter von Landrat Rolf-Oliver Schwemer teil: "Ich bin mir nicht sicher, ob die Verantwortlichen wissen, was sie der Wirtschaft, den Pendlern und den Bürgern antun, wenn sie eine verbindliche Aussage über einen endgültigen Fertigstellungstermin abermals nicht einhalten."

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Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 22.06.2019
Wolfgang Mahnkopf 06.08.2019