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Rendsburg-Eckernförde Artenvielfalt, die Spaß macht
Region Rendsburg-Eckernförde Artenvielfalt, die Spaß macht
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17:01 03.08.2018
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Foto: Biolandwirt Burkhard von Langendorff (62, re.) hat mit seinen Gästen (v.li.) Michael Sprenger (53), Sabine Sprenger (55) und Sarah Sprenger (17) viel Spaß beim Bestimmen im Blumenfeld.
Wo blüht denn jetzt hier was? Biolandwirt Burkhard von Langendorff (62, re.) hat mit seinen Hamburger Gästen (v.li.) Michael Sprenger (53), Sabine Sprenger (55) und Sarah Sprenger (17) viel Spaß beim Bestimmen im Blumenfeld. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Schwedeneck

Jetzt leuchten auf dem Feld, in dem sich auch gerne Niederwild versteckt, vor allem Sonnenblumen. Sie sind zu etwa einem Zehntel im Bio-Saatgut enthalten. Dazwischen viele kleine elegante blaue Blüten – das ist der Öllein "Lola". Mit fast einem Fünftel Anteil am Saatgut ist das die zweithäufigste Pflanze auf dem Feld: nach dem Buchweizen, der gut ein Drittel ausmacht.

Blühflächen fördern die Artenvielfalt

Burkhard von Langendorff hat die Hamburger Familie Sprenger, die auf Gut Hohenhain Urlaub macht, auf sein Blumenfeld eingeladen. Als Landschaftsarchitekt interessiert sich besonders Michael Sprenger (53) für die Blühflächen, die dazu beitragen sollen, die Artenvielfalt zu fördern. Doch auch Sabine Sprenger (55) und Tochter Sarah (17) machen fröhlich mit bei der Suche nach den einzelnen Sorten.

Phacelia und Kornblume werden schnell zur Konkurrenz

Sie erfahren, dass die üppige Phacelia für Landwirte „keine ganz einfache Pflanze ist“. Wenn man sie „nicht rechtzeitig abschlegelt“, entwickelt sie sich zur Konkurrenz für Raps. Auch die Kornblume wird schnell zur Konkurrenz für Feldfrüchte. Sie war in der Saatmischung gar nicht enthalten und blüht hier dennoch üppig.

Kostenloses Saatgut

Das Saatgut hatte Schleswig-Holsteins Umweltministerium kostenlos zur Verfügung gestellt. Gleich 116 Kilogramm orderte der Schwedenecker. „Mir macht so was Spaß“, sagt der 62-Jährige. Nicht zur ihm: Die Aktion kam so gut an, dass die Mittel aufgestockt wurden.

Auch Kommunen und Privatpersonen beteiligen sich

Neben 267 Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen beteiligen sich auch 259 Landwirte. Diese brachten ihre auf insgesamt 320 Hektar Ackerfläche aus. Viele riefen kleine Mengen Saatgut für etwa tausend Quadratmeter Acker ab, der Durchschnitt lag bei etwa 0,6 Hektar.

Ein Teil der Prämie geht verloren

Wenn der Landtag einer Fortsetzung des Programms 2019 zustimmt, würde Burkhard von Langendorff sich wohl erneut beteiligen. Was ihn allerdings frustriert: dass er für das Blütenfeld einen Teil der Prämien einbüßt. Tatsächlich kann die „Ökoprämie“ hierfür nicht gezahlt werden, erklärt das Umweltministerium: Sie sei an eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung gekoppelt. Aber Burkhard von Langendorff erhält auch für das das Blühfeld die Flächenprämie.

Beate König 03.08.2018
Tilmann Post 03.08.2018